Ricoh-Studie Quiet Quitting oder Langeweile?

Von Heidi Schuster

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Haben Ihre Angestellten innerlich bereits gekündigt oder langweilen sie sich einfach? Laut einer Ricoh-Studie beschränken sich nur 4 Prozent der Arbeitnehmer auf das „Nötigste“. Das größte Problem scheint der Mangel an sinnvoller und erfüllender Arbeit zu sein.

Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich mehr Inspiration und Kreativität in ihrem Job.(Bild:  freshidea - stock.adobe.com)
Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich mehr Inspiration und Kreativität in ihrem Job.
(Bild: freshidea - stock.adobe.com)

Der Begriff „Quiet Quitting“ beschreibt die innere Kündigung von Arbeitnehmern, die sich strikt an die vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten halten, sprich: Es wird nur das geleistet, was auch bezahlt wird. Neue Studienergebnisse von Ricoh Europe widersprechen dem viel diskutierten Phänomen: 83 Prozent der Arbeitenden beschreiben sich als engagiert in ihrem aktuellen Job und 58 Prozent geben an, dass sie von ihrer Arbeit begeistert sind. Obwohl Arbeitnehmer bis zu einem gewissen Grad zufrieden zu sein scheinen, gibt es Reibungspunkte und Widerstände, die sie daran hindern, produktiver und kreativer zu arbeiten.

Ein Umdenken der Arbeitgeber ist gefragt!

Steigende Lebenshaltungskosten in Kombination mit Unzufriedenheit am Arbeitsplatz können dazu führen, dass sich Arbeitnehmer nach neuen Möglichkeiten umsehen. 40 Prozent der Befragen Arbeitnehmer wären bereit, den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn sie ein passendes Angebot erhalten. Trotzdem nimmt ein großer Teil der Unternehmen die Sorgen ihrer Beschäftigten in Bezug auf Wohlbefinden und Gehaltsentwicklung nicht ernst: 56 Prozent der Führungskräfte sind der Meinung, dass Arbeitskräfte an erster Stelle froh sein sollten, einen Job zu haben.

Die eigentliche Herausforderung für Arbeitgeber besteht aber darin, den Mitarbeitern kreative und interessante Aufgaben zu geben, die zum Geschäftserfolg beitragen, anstatt Arbeitskräfte mit sich wiederholenden, mühsamen und administrativen Arbeitsaufträgen zu belasten. Insgesamt wenden Arbeitskräfte 40 Prozent ihres Arbeitstages für administrative Aufgaben und das Lösen von technischen Problemen auf. Dadurch bleibt weniger Zeit für Projekte, die dem Unternehmen einen echten Mehrwert bieten. Werden keine Gegenmaßnahmen ergriffen, kann das die Motivation der Mitarbeiter:innen beeinträchtigen. Mehr als die Hälfte (57 %) der Beschäftigten bestätigt, dass ihnen ihre Arbeit mehr Spaß machen würde, wenn sie mehr Zeit für kreative Aufgaben hätten. Mit dem Einsatz von Technologie, wie beispielsweise Automatisierung, können Mitarbeiter entlastet und so eine positive Arbeitserfahrung geschaffen werden.

Hybride Arbeitskonzepte können helfen

Zusätzlich können hybride Arbeitskonzepte dazu beitragen, dass Beschäftigte sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen und motiviert sind. Hier muss jedes Unternehmen für sich das richtige Gleichgewicht zwischen Anwesenheit im Büro und Remote Work finden. Vertrauen und Freiheiten zeigen den Angestellten, dass der Arbeitgeber wirklich an ihrem Wohlbefinden interessiert ist. Fast zwei Drittel (62 %) der Befragten geben an, dass sie gerne von anderen Personen lernen, die ebenfalls im Büro anwesend sind. 43 Prozent verbinden ihre Anwesenheit im Büro mit Freizeitaktivitäten, wie beispielsweise ein Treffen mit Freunden und Drinks nach Feierabend. Technische Unzulänglichkeiten können jedoch die Bereitschaft zur Rückkehr an den Arbeitsplatz mindern und den Wert des Büros als kollaborativen und sozialen Raum beeinträchtigen. Mehr als ein Viertel (26 %) der Befragten werden von der Rückkehr ins Büro abgeschreckt, da eine Arbeitsplatzbuchung zu kompliziert ist.

Nicola Downing, CEO von Ricoh Europe, erklärt: „Der Trendbegriff der ‚inneren Kündigung‘ hat eine Debatte über Work-Life-Balance und das Ziehen von Grenzen ausgelöst. Unsere Untersuchungen zeigen, dass sich die Beschäftigten nicht ‚innerlich verabschieden‘, sondern an Projekten arbeiten wollen, die tatsächlich zur Wertschöpfung im Unternehmen beitragen. Angesichts der veränderten Arbeitsstrukturen nach der Pandemie und explodierenden Lebenshaltungskosten, befinden sich Arbeitnehmer in einer schwierigen Situation, sodass Unternehmen eine Kultur fördern müssen, in der interessante Arbeitsaufgaben und die berufliche Laufbahn der Beschäftigten Priorität haben. Dazu müssen die erforderlichen Tools bereitgestellt werden, um sinnlose Verwaltungsaufgaben abzuschaffen, unzulängliche Systeme abzulösen und den Schwerpunkt auf Tätigkeiten zu legen, die die Messlatte höher legen. Unternehmen, die untätig bleiben, laufen Gefahr, ihre Beschäftigten zu verlieren.“

Über die Studie

Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Opinium im Auftrag von Ricoh Europe durchgeführt. Dafür wurden 1.000 Arbeitnehmer sowie 250 Entscheidungsträger in Deutschland befragt.

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