Revenera-Report zu illegaler Softwarenutzung Piraterie hoch im Kurs

Von Lucas Schmidt 2 min Lesedauer

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Software-Anbieter verzeichnen einen sprunghaften Anstieg bei unlizenzierten Softwareprodukten. 40 Prozent der Hersteller kämpfen mittlerweile mit Softwarepiraterie, aber auch Missbrauch und Übernutzung sind ein Problem.

Softwarepiraterie ist wieder ein Problem. Doch der Ärger bei den Herstellern schlägt noch größere Wellen. (Bild:  Canva/Lucas Schmidt)
Softwarepiraterie ist wieder ein Problem. Doch der Ärger bei den Herstellern schlägt noch größere Wellen.
(Bild: Canva/Lucas Schmidt)

Illegal verbreitete Software ist wohl genauso alt, wie das World-Wide-Web selbst. Ob kopiert, verkauft, geteilt oder nur weitergegeben spielt keine Rolle. Die sogenannte Softwarepiraterie ist ein Problem für Unternehmen, das zeigt die von Revenera veröffentlichte Umfrage: „Monetization Monitor: Software Piracy and Compliance 2023“.

Illegale Softwarenutzung nimmt zu

Ob nun durch Übernutzung, Missbrauch oder tatsächlich durch Softwarepiraterie, die Umsatzeinbußen durch nicht-lizenzierte-Softwarenutzung sind deutlich angestiegen. So fand die Studie beispielsweise heraus, dass Softwarepiraterie im laufenden 40 Prozent der befragten Hersteller betraf. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur 17 Prozent. Auch beim Missbrauch von Software, wie das Umgehen und Manipulieren bestehender Lizenzen (Stichwort: Klonen von Virtual Machines), geht der Trend nach oben. Hier berichten 30 Prozent der Software-Anbieter von einem „großen Problem“. Im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 20 Prozent. Bereits in den Covid-Jahren und im Homeoffice habe die Zahl an illegalen Raubkopien am Markt sowie bewusste Verstöße gegen Compliance-Richtlinien zugenommen. Revenera geht angesichts steigender Preise, Inflation und einer weltweiten Wirtschaftskrise von einer weiteren Verschärfung der Lage aus.

Nicht nur kriminelle sind Schuld

Ein weiteres Problem sei es, dass viele Anwender Softwareprodukte über die vertraglichen Richtlinien hinaus nutzen, in der Regel aber völlig unbeabsichtigt. Das geben 26 Prozent der Befragten an. In 8 Prozent der befragten Firmen ist diese Übernutzung (Overuse) für mehr als 30 Prozent der Umsatzeinbußen verantwortlich. Ein Missbrauch, also die absichtliche Manipulation von Lizenzen, sorgt laut Studie bei 30 Prozent der Hersteller für Probleme. Im Vorjahr waren es auch hier nur 20 Prozent. Der Missbrauch sei sogar in 10 Prozent der Unternehmen für Umsatzeinbußen von über 30 Prozent verantwortlich und damit der am weitesten verbreitete Grund. Aber auch die Abwanderung der Kunden geben 37 Prozent der Befragten als Grund für Umsatzeinbußen an.

Fehlendes Monitoring ist ein Problem

Wie können Hersteller sich vor diesen Verhaltensweisen schützen? Monitoring und Analyse wären vermutlich Optionen, aber genau diese Möglichkeiten fehlen den Unternehmen laut Studie. So haben zum Beispiel in puncto Softwarepiraterie 15 Prozent der Hersteller keinen Einblick auf die Auswirkungen auf den Umsatz. Bei Missbrauch und Übernutzung sind es 14 Prozent. Jeder fünfte Befragte (21 %) sei sich zudem nicht sicher, welche Form von Piraterie vorliegt. Immerhin eine Steigerung zu den 31 Prozent des Vorjahres.

Um genau diesen Status quo zu ändern und auch die Abwanderung der Kunden zu stoppen, planen 37 Prozent der Befragten ihre Monetarisierung zu ändern. Die neuen Modelle (z. B. Token- und Floating-Lizenzen) sollen dabei helfen, die Nutzung besser zu überwachen, ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis sicherzustellen und idealerweise Software-Piraten in zahlende Kunden zu verwandeln. Die Studie enthüllt hierfür ein Potenzial von 16,2 Milliarden Dollar. Dafür seien aber ein effizientes Berechtigungsmanagement, sowie ein umfassendes Compliance-Programm Grundvoraussetzung.

Methodik:

Revenera führte von März bis Juli 2023 eine weltweite Branchenumfrage unter Softwareanbietern durch. Die 454 Befragten setzen sich aus Geschäftsleitern und C-Level-Verantwortlichen (16 %), IT Director (34 %), SVP/VP (13 %), Managern und Teamleitern (27 %) sowie Einzelpersonen (10 %) zusammen.

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