Verunsicherter Channel bewahrt gespannte Ruhe Partner zu HP-PSG: Zwischen Bangen und Hoffen
HP-Chef Leo Apotheker hat dem Unternehmen mit unklaren Aussagen zur Zukunft der PSG-Sparte einen Bärendienst erwiesen. Es ist vor allem diese vage Informationspolitik, die Vertriebspartner irritiert. Denn nichts stört die Geschäfte so sehr wie die Unberechenbarkeit eines Key-Lieferanten. Ein Stimmungsbild.
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Ein großer HP-Partner, der nicht namentlich genannt werden will, formuliert, was andere nur hinter vorgehaltener Hand zu sagen wagen: „Die Kommunikation ist ein absolutes Fiasko, die PSG hat sich ins Abseits geschossen, und der Schaden – vor allem bei den Enterprise-Kunden – ist irreparabel.“
Gespannte Ruhe
Die Stimmung im HP-Channel ist angespannt, trotz aller Zuversicht, die sich viele Partner erhalten haben. Die betroffenen HP-Distributoren Also-Actebis, Ingram Micro und Tech Data geben sich bedeckt. Man wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen, sondern erst weitere Details abwarten.


„Falscher Zeitpunkt“
HPs geplanter Schritt, das PC-Geschäft auszugliedern oder zu verkaufen und das Tablet-Geschäft abzustoßen, werten Reseller überwiegend als überzogene Reaktion auf Apples Erfolge. „Der Schritt kommt zum völlig falschen Zeitpunkt. Denn in diesem Geschäft steckt noch immer viel Wachstum. Und sich davon zu trennen, nur weil jetzt gerade mal Apple vorbeizieht, ist kurzfristig gedacht und schade um den Markt, der dadurch verloren geht“, so ein Branchenkenner. Ein Kollege aus dem Online-Geschäft pflichtet ihm bei: „HP hatte im vergangenen Jahr massiv dazugewonnen, sowohl im B2B- als auch im B2C-Geschäft, und im Markt zu Recht die Krone auf. Jetzt macht HP Apple den Weg frei.“

B2B-Bereich kalt erwischt
Viele Systemhäuser konnten jedoch bei ihren Unternehmenskunden deshalb punkten, weil HP als einer der wenigen Anbieter das komplette Sortiment abdeckte. Gerade Projekte bei Enterprise-Kunden sehen viele langjährige HP-Partner daher akut gefährdet. „Die Entscheidung kam sehr überraschend und hat große Unsicherheit bei HP-Kunden ausgelöst. Erste Reaktionen sind am Markt bereits sichtbar: So sind beispielsweise aktuelle Ausschreibungen gegen HP entschieden worden – ein klarer Vorteil für den HP-Mitbewerb“, erklärt ein Datagroup-Sprecher.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Chancen HPs Absage an das PC-Geschäft bietet.
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