Drohnenabwehr Niederländische Polizei trainiert Greifvögel für den Drohnenfang

Redakteur: Sebastian Gerstl

Neben Japan und den USA sucht auch die Niederlande nach effizienten Methoden zum Fang von Drohnen, die in Flugverbotszonen oder auf illegale Weise eingesetzt werden. Die dortige Polizei testet derzeit eine Low-Tech-Methode: Trainierte Greifvögel könnten Jagd auf die Flugmaschinen machen.

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Im Flug erwischt: Die niederländische Polizei testet derzeit, ob sich Greifvögel wie Adler oder Falken auch zum gezielten Abfangen von Flugdrohnen eignen.
Im Flug erwischt: Die niederländische Polizei testet derzeit, ob sich Greifvögel wie Adler oder Falken auch zum gezielten Abfangen von Flugdrohnen eignen.
(Bild: Politie Nederland / YouTube)

Mit der Debatte um den Umgang mit Drohnen machen sich verschiedene Behörden und Einrichtungen zunehmend Gedanken, wie eine effektive Drohnenabwehr aussehen könnte. Die Polizei von Tokio hat hierfür eigens eine Drohneneinheit geschaffen, die die Flugkörper mit Schleppnetzen fangen will. Andere Vorschläge sehen vor, Drohnen mit Störsignalen abzuschießen - wie es etwa Boeing vorgeschlagen hat - oder sie mit anderen Drohnen einzufangen und in Gewahrsam zu bringen.

Die Polizei der Niederlande prüft dagegen einen bereits etwas etablierteren Low-Tech-Ansatz: Speziell trainierte Greifvögel könnten auf die Drohnen angesetzt werden und diese im Flug abfangen. Die Behörde hat zu diesem Thema bereits ein entsprechendes Trainingsvideo - in niederländischer Sprache - auf YouTube veröffentlicht, das den möglichen Einsatz der Tiere in Aktion zeigt.

Noch ist nicht klar, ob sich diese Methode der Drohnenabwehr auch in der Praxis bewährt. Hierzu müssten verschiedene Faktoren abgeklärt werden, wie Mark Wiebes von der niederländisches Polizei im Video erklärt. In der aktuellen Testphase werde geprüft, wie es um das Verletzungsrisiko der Tiere beim Drohnenfang bestellt ist, was von Größe und Gewicht des Fluggeräts abhängen dürfte. Für das Training und den Test eines möglichen Einsatzes der Greifvögel arbeitet die Behörde mit dem dänischen Unternehmen Guard From Above zusammen, die eingesetzten Tiere werden von erfahrenen Falknern trainiert.

Mit der zunehmenden Anzahl privater Drohnen machen sich Behörden immer mehr Gedanken darüber, wie mit den Flugkörpern umzugehen ist. Nicht nur, dass es in steigender Zahl zu Beinahe-Kollisionen mit Flugzeugen kommt, auch für illegale Aktivitäten wie Schmuggel, Spionage oder einfach nur dem Verletzen der Privatsphäre können die Geräte genutzt werden. In den USA besteht unter anderem aus diesen Beweggründen seit dem 21.12.2015 eine Registrierungspflicht für Drohnen einer bestimmten Größe.

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