DATA Storage & Analytics Technology Conference 2019 Neue Ökosysteme für KI und Analytics
Ulrich Walter, AI-Spezialist bei IBM und Keynotespeaker bei der kommenden DATA-Konferenz, geht davon aus, dass sich bei KI-Projekten eine neue Partnerstruktur bildet, die über den IT-Channel herausgeht.
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ITB: Künstliche Intelligenz (KI) und Analytics werden zu allgegenwärtigen Schlüsseltechnologien. Wo liegen hier Herausforderungen und Chancen für den IT-Channel?
Walter: Eine Herausforderung im Channel ist die sich bildende neue Partnerstruktur. Aber speziell im Channel ergeben sich dadurch auch neue Vertriebsmöglichkeiten. Die Themen AI und Analytics adressieren nicht nur den klassischen IT Channel, sondern in diesem Bereich formieren und bilden sich neue Unternehmen sowie thematische Ökoysteme, die sich speziell auf die Transformation und Digitalisierung in diesen Bereichen fokussieren werden. Das gilt aber auch für traditionelle Kunden, die ihrerseits z.B. zum Anbieter von Spezialsoftware oder Hostingpartner etwa in den Bereichen Automotive, Industrie und Forschung entwickeln. Insgesamt eine große Chance für den Channel, neue Märkte zu erschließen und Teil dieser Ökosysteme zu werden.
ITB: Sehen Sie KI-Projekte besser bei spezialisierten KI-Dienstleistern angesiedelt, die mit Systemhäusern kooperieren, oder können Sie auch auf eigener Hardware im Rechenzentrum der Kunden durchgeführt werden?
Walter: Man kann KI-Projekte nicht generalisieren wie es z.B. in der klassischen IT oft der Fall ist. Sie sind häufig äußerst individuell, erfordern viel Detail- oder Spezialwissen und dadurch auch eine umfangreiche Projektplanung. Aber auch hier ist die große Chance der traditionellen Partner im Channel mit spezialisierten KI-Anbietern zu kooperieren. Traditionelle Channel-Partner haben die Erfahrung der Planung und Umsetzung der IT-Architektur und Infrastruktur, die für einen Produktionsbetrieb notwendig ist, während spezialisierte KI-Dienstleister auf dieser Plattform aufsetzen können.
ITB: Welche Anforderungen müssen speziell Speichersysteme bei erfolgreichen KI-Projekten erfüllen?
Walter: Bei der Konzeption und Planung einer ganzheitlichen KI-Infrastruktur ergeben sich ähnliche Anforderungen der Speicherinfrastruktur wie in der klassischen IT nach Effizienz, Leistung und Kapazität jedoch in unterschiedlich ausgeprägten Stufen. Eine wichtige Herausforderung ist neben der Kapazitätsplanung für die Rohdatenerfassung, welche die Basis der Trainingsdaten stellt, die konstante und hohe Leistungsfähigkeit im Datendurchsatz zu den Trainingssystemen, die auf eine kontinuierlichen Datendurchsatz angewiesen sind. Hier kommen auch Technologien wie z.B. Infiniband ins Spiel, die man üblicherweise aus HPC Projekten kennt, um sowohl Latenzen für IO als auch Datendurchsatz zu optimieren. Insofern kann eine KI-Plattform das gesamte Spektrum von Storage-Systemen umfassen, vom Object Store bis zum hochleistungsfähigen Flash-Speicher mit NVMe-Interface. Diese Speichersysteme bilden zwar eine technische Basis, werden aber über Filesysteme wie zum Beispiel IBM Spectrum Scale zu einer logischen Einheit verbunden, um so für jede Stufe im KI-Prozess die optimale Storage Architektur nutzen zu können.
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