Wie NCP-Chef Patrick Oliver Graf die internationale Expansion vorantreibt NCP: Nachfrage nach „Security made in Germany“ wächst rasant

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Mit einem exklusiven Partnernetz will NCP das seit Jahren zweistellige Wachstum fortsetzen. Doch die Nachfrage nach deutschen Sicherheitslösungen gibt eine schnellere Pace vor.

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Patrick Oliver Graf, Geschäftsführer von NCP
Patrick Oliver Graf, Geschäftsführer von NCP
(Bild: Knips Photo)

Im November haben Sie Ihre Stelle als zweiter Geschäftsführer von NCP am deutschen Stammsitz in Nürnberg angetreten. Seit Anfang 2014 sind Sie auch CEO der NCP engineering, Inc. in Nordamerika und leiten weltweit das Marketing und den Vertrieb. NCP legt größten Wert auf den Titel „Security made in Germany“. Wie kommt diese Bezeichnung denn jenseits des Atlantiks an?

Dass spioniert wird, weiß oder wusste eigentlich jeder. Für Sicherheit wirklich Geld in die Hand zu nehmen, war zwar immer ein Thema, aber nie ein ganz großes. Seit den Veröffentlichungen von Edward Snowden sind Unternehmen deutlich sensibler geworden – nicht nur für das Thema Sicherheit im Allgemeinen, sondern auch dafür, wo die Sicherheit denn herkommt. „Security made in Germany“ ist derzeit ein ganz großes Thema. Das merken wir in Deutschland, aber auch im europäischen Ausland. Interessanterweise merken wir das auch in den USA.

Wie vereinen Sie die beiden Welten „Sicherheit in Deutschland“ und „Backdoors made in USA“?

Mit dem Thema muss man sensibel umgehen, weil die Amerikaner in erster Linie Patrioten sind und zuerst auf amerikanische Unternehmen schauen. Es sagt keiner offen, dass er sich gezielt für ein deutsches Unternehmen entschieden hat, aber es ist eine Tendenz zu spüren, dass Firmen die Herkunft von Security-Anbietern genau hinterfragen. Wir haben keine Backdoors, und das ist durchaus belegbar.

Aber sind Sie nicht nach US-amerikanischem Recht gezwungen, Backdoors zu haben?

Nein. Wir verkaufen unsere Lösungen, so wie wir sie in Deutschland verkaufen, eins zu eins auch in den USA und unterliegen dort in keiner Weise irgendeiner Einschränkung. Kunden, die die kürzlich gelaunchte „GovNet Box“ zur sicheren Unternehmenskommunikation mit ins Flugzeug von Deutschland nach USA nehmen wollen, dürfen diese sogar so verwenden, wie sie ist. Ihre Funktionsfähigkeit ist voll gewährleistet.

Können dann nicht auch Vertreter der organisierten Kriminalität die Box einfach so in die USA mitnehmen und dann abgeschirmt vom Rest der Welt ihre sinistren Geschäfte betreiben?

Wir verkaufen die Box ausschließlich an staatliche Einrichtungen und an geheimschutzbetreute Unternehmen die nach der vom BSI festgelegten Geheimhaltungsstufe VS-NfD kommunizieren müssen. Privatpersonen oder mögliche kriminelle Individuen können die Lösung nicht erwerben. Trotz allem schauen wir uns sehr genau an, wer die Box erwirbt.

NCP spielt jetzt schon seit zwei Jahrzehnten in der IT-Security-Branche mit einer doch recht spezialisierten Lösung eine bedeutende Rolle. Wie unterscheidet sich NCP vom Mitbewerb?

Einerseits sind wir Premium-Anbieter, sowohl funktional als auch was den Preis angeht. Auf der anderen Seite kann man dem Kunden auch klar vorrechnen, dass er mit NCP in sehr kurzer Zeit einen Return on Investment hat. Zudem zielen wir auch auf Investitionsschutz für den Kunden ab. Eines der Rezepte unseres Erfolgs ist, dass wir sehr robuste Lösungen entwickeln konnten, die einen ganz klaren Mehrwert gegenüber den Marktschwergewichten aus dem Ausland, wie etwa Cisco oder Check Point, haben. Unsere Software-Lösungen sind langjährig gewachsen. Viele Kunden erkennen im ersten Moment gar nicht das volle Potenzial der Lösung. Erst dann, wenn das Produkt installiert wird, sehen die Anwender, dass Dinge möglich sind, die man vorher für unmöglich gehalten hatte. Beispielsweise, dass man ein umfassendes Management für die gesamte Client-Umgebung besitzt.

NCP zählt mittlerweile über 30.000 Kunden weltweit. Wie sieht Ihre Wachstumsstrategie für die Zukunft aus?

Wir wollen auf jeden Fall organisch wachsen. Wir haben kein großes Interesse, uns durch irgendwelche Zukäufe zu stärken – wobei das natürlich nicht ausgeschlossen ist. Aber gegenwärtig ist das nicht geplant. In den letzten Jahren konnten wir ein durchschnittliches Wachstum von rund zehn Prozent verzeichnen. Dieses Jahr sieht deutlich besser aus. Ziel ist es, die nächsten Jahre so um die zwanzig Prozent per anno zu wachsen.

Wie NCP die klassische Distribution beurteilt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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