KI-gestützte Dokumentation im Gesundheitswesen Mit KI mehr Zeit fürs Wesentliche

Von Klaus Länger 2 min Lesedauer

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Dokumentation ist für viele Beschäftigte im Gesundheitswesen eine lästige Pflicht. Mit Künstlicher Intelligenz und intelligenter Spracherkennung sollen sie wieder mehr Zeit für die Patienten oder Bewohner im Pflegeheim haben.

Software mit KI-Funktionen soll den Zeitaufwand für das Dokumentieren im Krankenhaus oder Pflegeheim erheblich senken. (Bild:  Wajahat - stock.adobe.com / KI-generiert)
Software mit KI-Funktionen soll den Zeitaufwand für das Dokumentieren im Krankenhaus oder Pflegeheim erheblich senken.
(Bild: Wajahat - stock.adobe.com / KI-generiert)

Ärzte und Pflegekräfte in Kliniken oder Personal in Seniorenheimen stöhnen oft über die immer zeitraubenderen Dokumentationspflichten. Hier wird zwar schon viel digital erfasst, dennoch erfordert die Eingabe viel Zeit – Zeit die für den Kontakt zu Patienten oder Seniorenheimbewohnern fehlt. Helfen soll die KI. Laut der Trendstudie „Pflege 2024“ der Myneva Group und dem Deutschen Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung erwarten 70 Prozent der befragten Pflegekräfte eine Entlastung bei Administration und Dokumentation.

Spracherkennung mit KI-gestützter Umwandlung in Notizen

Etliche Software-Anbieter haben dies erkannt und damit begonnen, dazugehörige Funktionen in ihre Lösungen zu integrieren. Ein wichtiges Element ist dabei die KI-gestützte Spracherkennung. So erprobt beispielsweise die Berliner Charité aktuell die dieses Jahr vorgestellte Lösung Dragon Copilot von Microsoft. Sie übernimmt die Dokumentation von Arzt-Patienten-Gesprächen, erfasst in Echtzeit die Gespräche und wandelt sie in strukturierte medizinische Notizen um. Diese kann der Arzt prüfen, korrigieren sowie ergänzen und schließlich freigeben. Das soll den Zeitaufwand verringern und die Ablenkung durch Notizen und Eingaben beim Gespräch eliminieren. „Wir erhoffen uns, dass unsere Ärztinnen und Ärzte durch die Automatisierung der Dokumentation wertvolle Zeit für die persönliche Betreuung ihrer Patienten gewinnen“, sagt dazu Prof. Dr. Martin E. Kreis, Vorstand Krankenversorgung der Charité.

Der Medizinsoftware-Anbieter Meierhofer setzt ebenfalls auf KI, um Patientengespräche aufzuzeichnen und das Transkript gleichzeitig strukturiert aufzubereiten. Zudem liefert ein Chatbot während der Dokumentation Hinweise zu Fachthemen. Myneva nutzt die KI-gestützte Spracherkennung für eine einfachere Dokumentation in der Altenpflege. Dieter Weißhaar, CEO der Myneva Group, verspricht sogar bis zu einer Stunde Zeiteinsparnis pro Acht-Stunden-Schicht.

Zudem gibt es einige Startups, die sich durch KI einen Eintritt in den Markt erhoffen. Ein Beispiel ist das Schweizer Unternehmen Adamcares, das eine KI-Spracherkennung mit dem Smartphone als Add-on für einige KI-Lösungen anbietet. Ein anderes Beispiel ist das US-Unternehmen Ambience Healthcare, bei dem die KI Ärzten bei Dokumentation und dem Generieren von IDC-Codes helfen soll.

Spezialisierte KI-Modelle für bessere Ergebnisse

Die Qualität der KI-unterstützten Dokumenta­tion hängt vom verwendeten KI-Modell ab. Ambience setzt hier auf OpenAI mit Reinforcement Fine-Tuning. Auf Healthcare spezialisierte Founda­tion-Modelle sowie passende APIs bietet das dänische Unternehmen Corti an und will damit bessere ­Ergebnisse liefern als die gängigen LLMs. Das ELMTEX-Projekt von Fraunhofer FIT soll ebenfalls spezialisierte KI-Modelle für das europäische Gesundheitswesen liefern.

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