Microsoft Cloud Partner Program Microsoft trimmt ­Partner auf die Cloud

Von Dr. Stefan Riedl

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Das neue Partnerprogramm des Software-Riesens aus Redmond startet und aus dem „Microsoft Partner Network“ wird das „Microsoft Cloud Partner Program“. Mit dem Programm wird die Cloud-First-Strategie im Tagesgeschäft der Partner zementiert.

Wenn das Partnerprogramm von „Microsoft Partner Network“ auf „Microsoft Cloud Partner Program“ umgestellt wird, werden Partner zu Cloud-Partnern.(Bild:  Rrose Selavy - stock.adobe.com)
Wenn das Partnerprogramm von „Microsoft Partner Network“ auf „Microsoft Cloud Partner Program“ umgestellt wird, werden Partner zu Cloud-Partnern.
(Bild: Rrose Selavy - stock.adobe.com)

Mit dem MCPP („Microsoft Cloud Partner Program“) rückt die Cloud seit diesem laufenden Oktober endgültig in den Mittelpunkt des Partnergeschäftes von Microsoft. An einigen Stellschrauben wurde gedreht: Das Budget für technische Schulungen rund um Azure, Security, Compliance, Identity und Management von Business-Lösungen wurde jährlich um bis zu 250 Prozent erhöht. Zudem sollen die kommerziellen Marktplätze und Vertriebsmöglichkeiten im Partner Center mehr Rendite abwerfen. Die Transaktionsgebühr für App-Verkäufe wurde in dem Zusammenhang von 20 auf drei Prozent gesenkt.

Die Umstellung

Gegen Budgeterhöhungen und eine verbesserte Margensituation für ISVs wird keiner etwas einzuwenden haben. Ein mehr oder weniger vernehmbares Knirschen gab es hingegen bei der Einführung von Qualifizierungsstufen.

So werden künftig zwei Stufen bei der Klassifizierung der Partner tonangebend sein: „Lösungspartner“ (Solution Partner) müssen eine Reihe an Anforderungen erfüllen, um sich so nennen zu dürfen. Ein „Partner Capability Score“ für jeden Lösungsbereich wird als Ausdruck des Kompetenzgrades dienen. Um den Titel „Lösungspartner“ zu erhalten, müssen Partner eine Mindestpunkteanzahl erreichen.

In der Qualifizierungshierarchie darüber sind Spezialisierungen und Expertenprogramme, so genannte Specialists/Experts angesiedelt. Diese haben sich einer oder mehreren Kategorien (in Microsoft-Slang auch „Designations“ genannt) qualifiziert.

Die sechs Qualifizierungssegmente

Konkret sind das die Segmente:

  • Daten & KI
  • Infrastruktur
  • Digitale und App-Innovation
  • Business-Anwendungen
  • Modernes Arbeiten
  • IT-Sicherheit

Leichtes Knirschen bei den „Designations“

Christoph Twiehaus, IAMCP Board-Member, Geschäftsführer Skillkom(Bild:  Skillkom)
Christoph Twiehaus, IAMCP Board-Member, Geschäftsführer Skillkom
(Bild: Skillkom)

Doch etliche Partner haben sich auf Lösungen beziehungsweise Themenbereiche ­fokussiert, in denen kein Lizenzumsatz vorangetrieben wird, weil diese in ­typischen Projekten beim Kunden mit anderen Partnern als Spezialist für ihren Bereich zusammenarbeiten. Bei den Themen „Adoption und Change Management als elementar wichtiger Erfolgsfaktor für Modern Workplace oder Hybrid Work Szenarien“ könne dies beispielsweise der Fall sein, so Christoph Twiehaus, ­IAMCP Board-Member und Geschäftsführer von Skillkom.

IAMCP vertritt Partner-Interessen

Der eingetragene Verein IAMCP hat weltweit etwa 8.000 Mitglieder. Deutschland stellt das größte Chapter dar mit rund 300 Mitgliedern. „Die Anzahl der Partner, die von Microsoft direkt betreut werden, ist in den letzten Jahren sukzessive reduziert worden, während die Anzahl der aktiven Partner gleich geblieben ist. Der IAMPC mit seinem Credo „Feel like a managed Partner‘ vertritt auch die Interessen der Partner, die keinen direkten Draht zu ­Microsoft haben“, sagt Twiehaus.

Im Rahmen dieser vereinsmäßig organisierten Interessensvertretung kam zur Sprache, dass Partner, die – wie beschrieben – keinen Lizenzumsatz vorantreiben, Probleme haben können, eine der Voraussetzungen für das Erreichen einer der sechs sogenannten Designations zu erreichen. Als MCPP angekündigt wurde, war vielen Partnern im Verein auch nicht ersichtlich, wie sich die bisherigen Benefits, beispielsweise Supportservices oder Internal Use Rights für Software im Partner Programm im MCPP wiederfinden oder weiterentwickeln würden. Hier habe Microsoft zwischenzeitlich einen klaren Fahrplan kommuniziert, sagt Twiehaus.

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