KI-Anwendungsfälle mit Microsoft Copilot Microsoft AI Tour: Souveränität as a Service und Use Cases

Von Sylvia Lösel mit Material von dpa 3 min Lesedauer

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Angesichts wachsenden europäischen Misstrauens gegen die USA umwirbt der US-Softwarekonzern Microsoft seine europäischen Kunden mit Sicherheitsgarantien. Nutzer sollen in Microsoft-Rechenzentren gespeicherten Anwendungen und Daten komplett gegen Zugriff von außen sichern können.

Microsoft-CEO Satya Nadella bei der Eröffnungs-Keynote der AI Tour in München.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Microsoft-CEO Satya Nadella bei der Eröffnungs-Keynote der AI Tour in München.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Auf der Microsoft AI Tour 2026 in München stellte Satya Nadella, CEO von Microsoft unter anderem ein Souveränitäts-Update für Deutschland vor. Souveränität sei in diesen Tagen ein großes Thema, sagte Nadella – „was eine absolut legitime Sorge ist“.

Eine souveräne Cloud ohne Zugriff auf globale Sicherheitserkenntnisse würde eine massive Verwundbarkeit bedeuten.

Satya Nadella, CEO Microsoft

Auf Wunsch separate europäische Rechenzentren

So sollen die Microsoft-Kunden „souveräne Kontrolle“ über ihre Daten und Anwendungen haben, sowohl durch Verschlüsselung als auch in privaten Clouds, die von den großen Rechenzentren des Unternehmens separiert sind. Dies gilt auch für Softwareentwicklung von KI-Anwendungen, die nach Nadellas Worten nunmehr ebenfalls auf lokalen Rechnersystemen möglich sein soll. Dieser ‚Foundry‘ genannte Dienst ist bislang nur in einer Cloud zugänglich.

Nadella sicherte darüber hinaus zu, dass das Unternehmen seine Erkenntnisse über Cyberbedrohungen teilen werde. „Weil Cyberattacken nicht innerhalb von Landesgrenzen kommen, sondern von überall“, sagte der Microsoft-Chef. „Deswegen wäre eine souveräne Cloud ohne Zugriff auf globale Sicherheitserkenntnisse eine massive Verwundbarkeit.“

Microsoft für „europäische Datengrenze“

Deutschland-Chefin Agnes Heftberger stieß ins gleiche Horn: Für die Nutzung Künstlicher Intelligenz sei Vertrauen notwendig, sagte die Managerin. Es gebe für diese Souveränitätsanforderungen wichtige Bausteine, zum Beispiel eine europäische Datengrenze, Kontrollmechanismen in Public Cloud Angeboten und auch Patenschaften, um gemeinsam gegen Cyberkriminalität und Cyberattacken ankämpfen zu können.

Anlass der Zusicherungen waren die Sorgen in europäischer Politik und Wirtschaft, dass europäische Daten in den Rechenzentren der großen US-Konzerne nicht sicher vor etwaigem Zugriff des US-Sicherheits- und Spionageapparats sein könnten. Nadella hatte am Vortag bereits in London gesprochen. Eigentliches Thema der „AI Tour“ war jedoch die Werbung für Microsofts KI-Angebote, sowie die Vorstellung einiger Anwendungsszenarien.

Beispiele für KI-Anwendungen

  • Branddirektion München: Gemeinsam haben Microsoft und die Branddirektion München einen KI-Sprachbot für die Integrierte Leitstelle entwickelt, der die Erfassung nicht-kritischer Krankentransporte automatisiert und so wichtige Kapazitäten freiräumt. Weil Notrufe immer Priorität haben, kann es derzeit im gesamten Abstimmungsprozess zwischen Leitstelle und Krankenhäusern zu Wartezeiten kommen. Durch die KI entfällt diese Wartezeit für anrufendes Klinikpersonal, so werden Ressourcen für Notrufe in der Leitstelle frei.
  • Europäisches Patentamt (EPA): Das Europäische Patentamt transformiert das Verfahren zur Erteilung von Patenten mit der Einführung neuer KI-Lösungen. Durch den Einsatz der KI-Plattform hat das EPA ein Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen, bei dem die Entwürfe für die Protokolle der mündlichen Anhörungen mit Unterstützung von KI verfasst werden. Die Lösung basiert auf Copilot-Modellen, die so konfiguriert sind, dass sie die vollständige Einhaltung der EPA-Standards gewährleisten. Dieser Ansatz ermöglicht es den EPA-Patentprüfern, sich während der mündlichen Verhandlungen in Prüf- und Einspruchsverfahren sowie in Verfahren vor der Eingangsstelle und der Rechtsabteilung auf die sachliche Beurteilung der Begründetheit des Falls zu konzentrieren.
  • Fraunhofer-Gesellschaft: die Fraunhofer-Gesellschaft stellte ihren ersten Prototypen des „Research Democratization“-Agents vor. Dieser überführt wissenschaftliche Publikationen in leicht verständliche, multimodale Kommunikationsformate. Hierzu zählen Zusammenfassungen in vereinfachter Sprache und Audio-Übersichten, um Fraunhofer-Forschung der breiten Öffentlichkeit barrierefrei zugänglich zu machen – wie beispielhaft auf der Website von Prof. Dr. Ingo Weber zu sehen.

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