Arbeitsteilung mit KI-Agenten McKinsey: 70 Prozent der Fähigkeiten bleiben trotz KI relevant

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Eine neue Analyse des McKinsey Global Institute zeigt, wie stark KI-Agenten und Robotik Arbeitsprozesse verändern könnten. Trotz hoher Automatisierbarkeit bleiben die meisten Fähigkeiten relevant, während der Bedarf an „AI Fluency“ rasant wächst.

McKinsey analysiert Automatisierung durch KI und Robotik. Viele Skills bleiben relevant, AI Fluency wächst stark in Stellenanzeigen.(Bild:  McKinsey Global Institute)
McKinsey analysiert Automatisierung durch KI und Robotik. Viele Skills bleiben relevant, AI Fluency wächst stark in Stellenanzeigen.
(Bild: McKinsey Global Institute)

57 Prozent der heutigen in USA geleisteten Arbeitsstunden lassen sich technisch automatisieren. Diese Zahl stammt aus der aktuellen Studie „Agents, robots, and us: Skill partnerships in the age of AI“ vom McKinsey Global Institute (MGI), die Künstliche intelligenz (KI), Agentensysteme und Robotik als gemeinsame Grundlage kommender Arbeitsmodelle beschreibt. Auch wenn der theoretische Anteil hoch ist, erwartet das Institut keinen pauschalen Wegfall von Stellen. Stattdessen verschieben sich Tätigkeiten innerhalb bestehender Jobs, während die operative Arbeit stärker in hybride Mensch-Maschine-Abläufe übergeht.

Ein entscheidender Befund der Studie: Über 70 Prozent der aktuell wichtigen Fähigkeiten werden sowohl in automatisierbaren als auch in nicht automatisierbaren Tätigkeiten benötigt. Kompetenzen verschwinden also nicht, sie ändern ihren Einsatzort. Für Unternehmen bedeutet das, dass Rollenprofile stabil bleiben, Arbeitsabläufe aber neu gebaut werden müssen.

Parallel zur technischen Automatisierung wächst der Druck auf Qualifizierung. In US-Stellenanzeigen hat sich die Nachfrage nach „AI Fluency“ innerhalb von zwei Jahren versiebenfacht. AI-Fluency umfasst ein breites Spektrum vom souveränen Einsatz von KI-Tools bis zum Management gemischter Teams mit Agentenunterstützung. Laut McKinsey ist diese Fähigkeit inzwischen der am schnellsten wachsende Kompetenzbereich.

Die Studie führt einen „Skill Change Index“ ein, der zeigt, welche Kompetenzen am stärksten vom KI-Umbruch betroffen sind. Besonders dynamisch entwickeln sich digitale und informationsverarbeitende Fähigkeiten. Pflege-, Assistenz- und sozial geprägte Tätigkeiten bleiben hingegen vergleichsweise stabil, da ihr Fokus weniger auf mechanisierbaren Routinen liegt.

Aus wirtschaftlicher Sicht sieht McKinsey erhebliches Potenzial. Bis 2030 könnten KI-basierte Automatisierung, Robotik und agentenorientierte Arbeitsprozesse in den USA bis zu 2,9 Billionen US-Dollar an Wert schaffen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Unternehmen ihre Prozesse vollständig umbauen. Einzelne Tasks zu automatisieren reiche laut MGI nicht aus, da Effizienzgewinne erst durch neu definierte End-to-End-Workflows realisierbar sind.

Für Deutschland verweist McKinsey auf Fachkräftemangel und hohen Transformationsdruck. Besonders bei Investitionen in AI Fluency sowie bei der Neugestaltung von Abläufen bestehe Nachholbedarf. Die Studie versteht KI daher weniger als Ersatz menschlicher Arbeit, sondern als Katalysator für neue, technologisch geprägte Partnerschaften zwischen Menschen, Agenten und Robotern.

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