Flexicapture, Vantage und Timeline von Abbyy Künstliche Intelligenz für dumme RPA-Bots
Abbyy ist seit etwa 30 Jahren auf dem Markt und startete das Geschäft mit OCR als Basistechnologie. Heute macht das Unternehmen in „Digital IQ“-Technologien. Hier geht es darum, für hohe Automatisierungsgrade zu sorgen und Software-Bots zu unterstützen.
Anbieter zum Thema

Robotic Process Automation (RPA) ist aus der Automatisierung nicht mehr wegzudenken. Hersteller Abbyy bietet selbst keine Software-Bots in Form von RPA-Lösungen oder entsprechenden Entwicklungsumgebungen. Aber das Unternehmen hilft den Bots beim Umgang mit Content, beispielsweise bei der Erfassung von Metadaten. „Wenn man so will, liefern wir künstliche Intelligenz dort, wo Software-Bots lediglich sich wiederholende Aufgaben stupide ausführen. Dabei arbeiten wir mit den großen RPA-Herstellern zusammen, also Automation Anywhere, Blue Prism und UiPath“, sagt Markus Pichler, VP Global Partnerships and Alliances bei Abbyy.
RPA-Bots und ihre Arbeit mit Content

Viele Prozesse im RPA-Umfeld haben mit unstrukturierten Daten und Content-Verarbeitung zu tun. „Wir bringen hier Struktur rein – egal ob es sich um einen Lieferschein, Bestellungen, Rechnungen oder Verträge handelt, die Teil einer Automatisierung sind“, führt Pichler aus und bringt ein Beispiel: „Nehmen wir etwa eine Papier-Rechnung, die zunächst mit OCR-Technologie eingelesen wird. Basierend auf Künstlicher Intelligenz – beziehungsweise Methoden aus dem Machine Learning, die wir ‚Content-IQ-Technologie‘ nennen – wird ermittelt, um was es sich handelt.“ Im Beispiel also um keinen Lieferschein, keine Bestellung, sondern explizit um eine Rechnung. Dafür liefert die Technologie die kontextuellen Metadaten und erfasst beispielsweise: Wer lieferte an welchem Datum mit welchem Bestellbezug bei welchen Steuerdaten welche Artikel zu welchen Preisen?
Hilfestellung für Software-Bots
Mit FlexiCapture, Vantage und Timeline hat Abbyy hat in diesem Umfeld drei Produkte am Start. Pichler erläutert: „FlexiCapture wird bei der Klassifizierung und Datenerfassung nach dem OCR-Prozess eingesetzt, erkennt also, ob es sich um beispielsweise Rechnung, Lieferschein oder Vertrag handelt. Hier geht es um die Standardisierung von Prozessen im Unternehmen.“ Vantage kam im April dieses Jahres neu ins Portfolio. Dabei handelt es sich um ein Tool für RPA-Entwickler und -Analysten. Hier werden die benötigten und per KI extrahierten Daten als Microservice den Bots zugespielt, die wiederum damit arbeiten. „Nehmen wir als Beispiel einen automatisierten Verbraucherkreditvergabeprozess bei einer Bank“, so der Vizepräsident, „bei dem drei zentrale Dokumente vorliegen müssen: Eine Personalausweis-Kopie, eine aktuelle Gehaltsabrechnung und eine Stromrechnung als Nachweis für einen festen Wohnsitz. In dem Szenario übergeben RPA-Bots eingehende Dokumente an Vantage, und per Microservice kommen die benötigten Metadaten zurück.“
RPA (Robotic Process Automation)
Kollege Software-Roboter übernimmt die Aufgabe
Automatisierung und Prozessarbeit
Im Konzernumfeld wurde in den letzten zwei Jahren viel mit Automatisierung mit Bots gearbeitet, und in Hinblick auf viele, repetitive Tätigkeiten wurden die angedachten Projekte auch umgesetzt, allerdings scheiterten viele Projekte an der fehlenden Intelligenz, führt Pichler aus. „Und hier kommen wir ins Spiel.“
Fehlt noch das das Tool „Timeline“. Dabei handelt es sich um ein Prozessanalyse-Tool, das ermittelt, wo es in Geschäftsprozessen hakt, beziehungsweise an welcher Stelle Optimierungspotenzial besteht.
Robotic Process Automation
RPA wird das nächste „große Ding“ in der IT
Das Geschäft rund um Flexicapture, Vantage und Timeline ist ein klassisches Partnerthema, sagt Pichler. „Daher haben wir entsprechend dem Umfeld ein vierstufiges Partnerprogramm.“ Früher wurden ausschließlich Capture-Partner angesprochen, also IT-Profis aus dem ECM-, Datenerfassungs- oder DMS-Umfeld. Jetzt werden RPA-Partner zunehmend interessant. So kommen 80 Prozent der neuen Partner aus dem RPA-Bereich, der seit drei bis vier Jahren sehr stark wächst, so Pichler.
(ID:46198312)