Cisco-Roundtable: Experten-Talk Krisenwinter – Wie stark wird in IT-Sicherheit investiert?

Von Barbara Gribl

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Der kommende Winter bringt einige Unsicherheiten mit sich – nicht zuletzt für die IT-Landschaft. Die Zahl der Cyberangriffe nimmt bedrohlich zu. Geopolitische Konflikte und steigende Energiepreise hemmen die Investitionslust bei Unternehmen.

Unternehmen überlegen sich vor dem Krisenwinter genauer, welche Investitionen sie tätigen. Die IT-Sicherheit bleibt aber ein wichtiger Baustein.(Bild:  nateejindakum - stock.adobe.com)
Unternehmen überlegen sich vor dem Krisenwinter genauer, welche Investitionen sie tätigen. Die IT-Sicherheit bleibt aber ein wichtiger Baustein.
(Bild: nateejindakum - stock.adobe.com)

Angesichts aktueller Krisen, ist es nachvollziehbar, dass Unternehmen ihre Ausgaben für die kommenden Monate genauer überprüfen. Die Frage ist: Wird weiterhin stark in IT-Sicherheit investiert oder ist Zurückhaltung spürbar? Vor welchen Herausforderungen stehen Systemhäuser und Hersteller, welche Bedürfnisse nehmen sie bei Kunden und Partnern wahr?

Diskutiert wurden diese Fragen beim Roundtable von Cisco. Rüdiger Wölfl, Channel-Chef Cisco Deutschland, moderierte die Veranstaltung, die CEOs vier bekannter Branchengrößen teilten ihre Ansichten: Sven Heinsen (Conscia), Andreas Kusch (avodaq), Christian Werner (Logicalis) und Kai Grunwitz (NTT Deutschland). Den Impuls zum Roundtable gab der erstmalige Deutschlandbesuch des neuen Cisco-Vertriebs- und Channel-Chefs international Jeff Sharritts.

Avancierte Digitalisierung – rentables Investment?

Wie verhalten Kunden bei der Investition für IT-Sicherheit agieren, hängt vom Marktsegment ab. „Im öffentlichen Bereich sieht man von Zurückhaltung wenig, da ist die Digitalisierung voll in Fahrt“, bestätigt Sven Heinsen. Im Handel sei man dahingegen im leichten „Panikmodus“ angekommen. Auch die Industrie bereitet sich auf die „kalte Jahreszeit“ vor, indem sie Entscheidungen sehr bedacht fällt. „Mit Beginn des kommenden Kalenderjahres wird alles auf den Prüfstand gestellt werden, aber nicht Digitalisierung – zumindest nicht um jeden Preis“, analysiert Kai Grunwitz.

Ganzheitliche Lösungen und Prozessbegleitung

Er folgt laut eigener Aussage seit Jahren einem Mantra: „Es gibt keine Digitalisierung ohne Cybersicherheit“. Die beschleunigte Zunahme an Cyberangriffen sei weiterhin sehr präsent, viele Investitionen würden hier notwendig sein – mit einem „Aber“. „Diese Investitionen sollen nicht einfach nur zu einem Patchwork an Lösungen führen, sondern ganzheitliche Verfahren bieten.“ Auch wenn viele Unternehmer Cybersicherheit nach wie vor kritisch betrachten, ist eine ordentliche Cyberhygiene enorm wichtig. NTT beispielsweise unterstützt seine Kunden auf ihrer „Journey“, Security wirklich zu leben und vor allem, im Voraus zu denken – so Kai Grunwitz.

IT-Security spielt in Unternehmensköpfen große Rolle

Kunden und Partner sind sich der Relevanz von IT-Sicherheit und auch dessen Nachholbedarf – und zwar bezogen auf die ganze Infrastruktur – durchaus bewusst, so Andreas Kusch. Vor allem auch im Mittelstand macht sich ein Umdenken bemerkbar. „Von IT-Mitarbeitern höre ich vermehrt, dass ihnen mehr zugehört wird und sie von anderen Abteilungen ernster genommen werden. Da steht dann auch nicht mehr unbedingt nur die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.“ In der Runde zeigen sich die Speaker optimistisch, dass sich in dieser Hinsicht in Zukunft weiter noch einiges tun werde, wenn auch mit einigen temporären Verschiebungen.

Die menschliche Komponente bei der Digitalisierung

Schließlich überlegen sich Unternehmer momentan genauer, welche Investitionen sie tätigen und welche nicht. IT-Sicherheit wird dabei allerdings nicht vernachlässigt. Gerade Beratung und Services von Dienstleistern sind gefragter denn je. Ausschlaggebend ist dabei, dass der Berater den Kunden durchgängig in seinem Prozess begleitet. Sven Heinsen berichtet: „Der Mittelstand wünscht sich zum Beispiel oft Unterstützung, wenn es um die Arbeit mit der Cloud geht. Hier sollte ihnen ein guter Service-Dienstleister also zeigen, wie die Cloud-Reise aussehen kann, welche Dateien sich auslagern lassen und wie diese Reise in einer stark verteilten Arbeitswelt sicher gestaltet werden kann.“

„Es geht eben nicht einzig und allein darum, einfach nur ein theoretisches Konstrukt zu verkaufen“, ergänzt Kai Grunwitz. Vielmehr sollen die Experten dem Kunden eine Lösung an die Hand geben, die er langwierig und erfolgreich umsetzen könne. Digitalisierung bleibt eben nicht nur „technisch“, sondern auch „menschlich“.

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