Künstliche Intelligenz „Kollege KI“ hilft bei Fachkräftemangel aus

Von Dr. Stefan Riedl 2 min Lesedauer

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Die Datenlage deutet darauf hin, dass sich der IT-Fachkräftemangel verschärfen wird, während IT-Systemlandschaften komplexer werden. Automatisierung bei Security und Hilfe beim Erstellen von Skripten durch Künstliche Intelligenz könnte das Problem abmildern.

KI kann Fachkräfte nicht ersetzen, aber den Mangel abmildern.(Bild:  stokkete - stock.adobe.com)
KI kann Fachkräfte nicht ersetzen, aber den Mangel abmildern.
(Bild: stokkete - stock.adobe.com)

Geht man nach den Zahlen der Jobplattform Indeed, blieben Ende 2022 in Deutschland 137.000 IT-Stellen unbesetzt. Insbesondere der öffentliche Dienst leidet unter einem massiven IT-Fachkräftemangel.

Nach ­Zahlen der Unternehmensberatung McKinsey fehlen dort auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene rund 39.000 Fachkräfte in Informatik- und IT-Berufen. In den kommenden Jahren wird sich die ­Situation laut McKinsey hier aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zuspitzen. Die Berater antizipieren eine ­Personallücke im Jahr 2030 im öffentlichen Dienst auf rund 140.000 IT-Fachkräfte. Das wären mehr als bei Indeed an unbesetzten IT-Stellen Stand heute insgesamt ausgewiesen werden.

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Arbeitsbelastung in der IT steigt

Software-Hersteller GoTo, der im Segment Kommunikation und IT-Support ange­siedelt ist, kennt das Tagesgeschäft in ­IT-Abteilungen seitens der Kunden. Ins­besondere die Umstellung auf hybride ­Arbeitsformen in den letzten Jahren habe viele Unternehmen dazu gebracht, in ­eine breite Palette von Technologien und Tools zu investieren. Gleichzeitig stieg die Zahl der verteilt arbeitenden Beschäftigten, die viele verschiedene Geräte und Netzwerke nutzen. Die Folge aus diesen Trends: Nun müssen die IT-Abteilungen wesentlich mehr Technologien verwalten, was die ­Arbeitsbelastung, den Druck, die Komplexität und die Kosten erhöht. Das Unternehmen hat im Paper „IT Priorities Report“ dargelegt, dass 60 Prozent der deutschen IT-Verantwortlichen angeben, dass ihr Work­load im vergangenen Jahr zugenommen hat. In Kombination mit dem Personalmangel entstehe dadurch ein ungesundes ­Arbeitsumfeld.

Ausfallzeiten, Unterbrechungen, Bedrohungen

Nachdem weder mit einem größeren IT-Fachkräfteangebot zu rechnen ist, noch mit sinkender Komplexität in der IT-Systemlandschaft, stellt sich die Frage nach einem Ausweg aus dem Dilemma. Denn eine ­unterbesetzte IT-Abteilung führt zu erhöhter Anfälligkeit des Unternehmens für ­Cyber-Bedrohungen, zu längeren Ausfallzeiten und Unterbrechungen sowie zu unzufriedeneren Kunden. Langfristig leiden auch das Wachstum und die Innovationsfähigkeit, heißt es aus dem Unternehmen GoTo. Laut Gartner glauben zudem 64 ­Prozent der IT-Führungskräfte weltweit, dass der Mangel an Fachkräften sie davon abhält, neue Technologien einzuführen.

Möglichkeiten der KI

KI-Technologien können nach Einschätzung von GoTo die IT-Mitarbeiter durch Automatisierung entlasten. KI lässt sich demnach als Teil des IT-Support-Stacks einsetzen, um Programmierskripte für die Geräteverwaltung schnell zu erstellen oder einfache, sich wiederholende Aufgaben wie das Zurücksetzen von Passwörtern, den Neustart von Rechnern oder das Sichern von Dateien zu automatisieren. IT-Mitarbeiter, die nicht in der Lage sind, komplexe oder spezifische Skripte zu schreiben, können die benötigten Befehle mithilfe von KI generieren.

Dadurch kann sich die IT-Abteilung auf Aufgaben mit höherer ­Priorität konzentrieren, die mehr kritisches Denken erfordern. KI hilft bei der Beobachtung der Netzwerkzugriffe und löst ­Warnungen aus, wenn der Netzwerkverkehr eine bestimmte Grenze erreicht hat oder die Gefahr von Fremdzugriffen besteht. Auf diese Weise erkennen die IT-Mitarbeiter die Muster des Datenverkehrs und wissen, wann sie zusätzliche ­Ressourcen bereitstellen oder einen Zugriff ­blockieren müssen.

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