Urgesteine aus der IT-Branche

Knut Löschke findet das „Bildschirm, Tastatur, Maus – wie vor 30 Jahren“ ist

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ITB: Was hat sich in der IT gewandelt?

Löschke: Die IT ist heute zu einer ganz normalen Dienstleistungsbranche geworden. Eine echte Revolution bezogen auf den PC sehe ich nicht. Wir haben bisher beispielsweise auch keine eigenständige, künstliche Intelligenz geschaffen. Ich finde jedoch die mit der IT zusammenhängende gesellschaftliche Entwicklung sehr interessant. In unserem recht konservativen Schulsystem wird Wert darauf gelegt, Informatik zu unterrichten. Dabei muss man kaum noch programmieren, da die PC-Bedienung mittlerweile recht einfach ist. Fahrunterricht, der meines Erachtens wichtiger wäre, weil jeder am Straßenverkehr teilnimmt und so die Straßen sicherer wären, gibt es hingegen nicht.

ITB: Gibt es etwas, was Sie in der Informationstechnologie sehr überrascht hat?

Löschke: Das Comeback von Macintosh. Und das simple Herangehen, auf einem tragbaren Telefon Kleinst-Computer-Programme laufen zu lassen – so genannte Apps. Das ist Cloud Computing hoch fünf. Ich garantiere, dass in der nächsten Zeit – vielleicht schon in wenigen Quartalen – sehr viele professionelle Programme eingeführt werden, die den Apps ähneln. Somit wird Cloud Computing über die Hintertür eingeführt. Das treibt die Entwicklung an, obwohl es keine wesentliche Neuerung ist. Es ist nur schöner, einfacher zu bedienen und einfach „in“.

ITB: Gab es für Sie ein persönliches Highlight im IT-Bereich?

Löschke: Ich denke, das ist für mich der Sinneswandel hinsichtlich der Kopierfähigkeit und des Urheberrechts bei Software. Der Schritt weg von der Idee ,eine Diskette oder CD zu kaufen und das als Software zu betrachten, hin zur Nutzungserlaubnis, also dem Lizenzvertrag. Das ist zwar eine ganz leise, aber dennoch große Revolution, wenn man sich den Beschaffungsmarkt ansieht. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass selbst die großen Software-Entwickler noch nicht verstanden haben, was Software eigentlich bedeutet. Entsprechend antiquarisch sind ihre Lizenzverträge, denn dort geht es oft noch um Kopier- und nicht um Nutzungsrechte. Das werden die Hersteller überdenken müssen, vor allem beim Cloud Computing. Hier geht es nur noch um Nutzungsrechte und eine faire Bezahlung dafür. Davor scheuen sich die Hersteller wie der Teufel vor dem Weihwasser, da ein hoch-margiges Geschäftsmodell scheinbar angegriffen wird. Ich denke, die kleinen Entwickler werden in diesem Punkt demnächst die schnelleren sein.

Auf der nächsten Seite erzählt Knut Löschke noch eine kleine Anekdote am Rande.

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