Ohne Digitalisierung, ohne mich. Junge Menschen fühlen sich im Homeoffice unzufriedener und unproduktiver als ältere Mitarbeiter. Woran das liegt und wie sich diese Diskrepanz beheben lässt, zeigt eine aktuelle Umfrage von Enreach.
Die jüngere Generation fühlt sich wegen fehlender digitaler Lösungen für Kommunikation und Zusammenarbeit im Homeoffice oftmals alleingelassen.
(Bild: StockPhotoPro - stock.adobe.com)
Grundsätzlich herrscht unter Beschäftigten eine ausgewogene Meinung zur Thematik „Work from Home“. Das Konzept hat sich vielerorts schon fest etabliert und ist aus den meisten Arbeitsverhältnissen, wenn auch in unterschiedlichen Abstufungen, nicht mehr wegzudenken. Eine aktuelle Umfrage von Enreach in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov über das Arbeiten im Homeoffice legt nun jedoch offen, dass junge Arbeitnehmer im direkten Vergleich zu ihren älteren Kollegen unproduktiver und unzufriedener sind.
Über die Studie
Enreach ist ein Hersteller für Unified Communications Lösungen (UCC). Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der im April 2022 2.069 Personen teilnahmen, davon 548 Befragte, die (teilweise) im Homeoffice arbeiten. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
Dabei ist für rund die Hälfte aller Befragten das Modell Homeoffice grundsätzlich eine gute Sache. So gaben insgesamt 53 Prozent der Teilnehmer an, dadurch im Alltag flexibler zu sein. 43 Prozent fühlten sich zufriedener. Und 40 Prozent gaben an, dass die Arbeit von Zuhause sich positiv auf deren Produktivität auswirke.
Diskrepanz zwischen Jung und Alt
Was diese Zahlen jedoch nicht widerspiegeln, ist die Diskrepanz zwischen jungen und alten Mitarbeitern. Vergleicht man die jüngeren Umfrageteilnehmer im Alter von 18 bis 34 Jahren mit der Altersgruppe ab 35 zeichnet sich ein deutlich differenzierteres Bild ab.
So gaben lediglich 32 Prozent der 18- bis 34-Jährigen an, im Homeoffice produktiver zu sein. Bei den über 35-Jährigen waren es dagegen schon 45 Prozent. Und auch das eigene Wohlbefinden sinkt bei den jüngeren Umfrageteilnehmern. Nur 37 Prozent gaben an, dass sie die Arbeit von Daheim aus zufriedener machen würde. Bei der Altersgruppe über 35 Jahren waren es dagegen 46 Prozent.
Ein weiteres, und wohl auch unterschätztes Problem, ist der Faktor der Isolation. Nach über zwei Jahren Pandemie und mehreren Lockdowns, in denen vor allem die junge Generation kürzer treten musste, scheint die Arbeit im Homeoffice keine attraktive Alternative zum Büroalltag, sondern viel mehr ein nie endender Dauerzustand zu werden. So haben viele Berufseinsteiger während der Corona Pandemie ihren Arbeitsplatz, plus das dazu gehörende kollegiale Umfeld, nie richtig kennengelernt. Insgesamt gaben 29 Prozent der Befragten zwischen 18 und 35 Jahren an, sich im Homeoffice isolierter zu fühlen. Bei der Gruppe der über 35-Jährigen waren es 22 Prozent.
Und auch die nicht vorhandene Trennung von Job und Privatleben wird durch die Verlagerung der Arbeit in die eigenen vier Wände gerade von jungen Menschen zunehmend als Belastung empfunden. So gaben 41 Prozent der 18-bis 34-Jährigen an, dass es ihnen schwer falle, am Ende eines Arbeitstages abzuschalten. Bei Altersgruppe über 35 Jahren trifft dies nur auf 28 Prozent der Befragten zu.
Unterstützung durch digitale Lösungen
Das Gefühl im Homeoffice allein gelassen zu werden, trifft also vor allem auf die jüngeren Umfrageteilnehmer zu. Sie hoffen deshalb zukünftig auf eine bessere Unterstützung durch digitale Lösungen. Diese sollten unterschiedliche Kommunikationstools von Unternehmen bündeln und gleichzeitig den Nutzer in den Mittelpunkt stellen. So sind 53 Prozent der 18- bis 34-Jährigen der Überzeugung, dass gut durchdachte digitale Lösungen ihre Kommunikation mit Vorgesetzten, Kollegen, Kunden und Partnern verbessern. Bei den über 35-Jährigen sind 39 Prozent dieser Ansicht.
Drastischer ist jedoch, dass insgesamt 39 Prozent der 18- bis 34-Jährigen angaben, dass an ihrem Arbeitsplatz bislang keine geeigneten Lösungen zum Einsatz kommen. Dies zeige, wie viel es in Unternehmen im Hinblick auf eine adäquate technische Ausstattung noch zu tun gäbe, sagt Dr. Ralf Ebbinghaus, Geschäftsführer bei Enreach. Die Bedeutung von agilen und smarten Tools für die nachrückende Generation werde zudem immer wichtiger bei der Anwerbung von talentiertem Nachwuchs, prognostiziert Ebbinghaus weiter.
Prozesse verbessern, Stress reduzieren
Die negative Bewertung der Arbeit im Homeoffice seitens der jüngeren Generation deutet darauf hin, dass fehlende oder unzureichende Lösungen für Kommunikation und Zusammenarbeit ein wichtiger Faktor für Stress und Unzufriedenheit sind. Bei der Auswahl der Technologien müsse deshalb unbedingt darauf geachtet werden, dass diese eine unterstützende Wirkung haben anstatt abzulenken oder gar zu überfordern, sagt Ebbinghaus. Daneben seien klare Regeln sowie eine gelebte Vertrauenskultur innerhalb des Unternehmens elementare Grundpfeiler, um insbesondere die Generation Z an die Hand zu nehmen.
Stand: 08.12.2025
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