MWC 2024 Intel: Core Ultra für Business sowie vPro mit und ohne KI

Von Klaus Länger 4 min Lesedauer

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Auf dem MWC hat Intel den Startschuss für Business-Notebooks und mobile Workstations mit Core-Ultra-CPUs gegeben. Passend dazu kommt eine neue vPro-Generation mit KI-Nutzung. Die gibt es allerdings bei PCs nur eingeschränkt, da hier CPUs mit NPU erst später kommen.

Auf dem Mobile World Congress stellt Intel die zusätzlichen KI-, Management und Security-Funktionen der neuen vPro-Generation vor.(Bild:  Intel Corporation)
Auf dem Mobile World Congress stellt Intel die zusätzlichen KI-, Management und Security-Funktionen der neuen vPro-Generation vor.
(Bild: Intel Corporation)

Über 90 Business-Notebooks sowie mehr als zehn mobile Workstations mit Intels Core-Ulta-Prozessoren sollen von den großen Herstellern noch im ersten Quartal 2024 auf den Markt kommen, hat Intel beim Launch auf dem Mobile World Congress in Barcelona verkündet. Parallel dazu stellt Intel eine neue Generation der vPro-Plattform vor, sowohl für Mobilrechner mit Core Ultra, als auch für Business-PCs und Desktop-Workstations auf Basis der Core-Prozessoren der 14. Generation vor.

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Core Ultra für Notebooks und Workstations

Nach den Consumer-Geräten mit dem Core Ultra von Intel folgen nun die Notebooks für den professionellen Einsatz. Hier soll Meteor Lake, so der Codename des Prozessors, sogar noch mehr Vorteile bringen als bei den Geräten für die private Nutzung. Durch seine höhere KI-Leistung und die NPU als zusätzliche KI-Einheit auf dem Die soll er bei Videokonferenzen, Office-Anwendungen und Contenterstellung die Produktivität steigern und dazu mehr Sicherheit und Barrierefreiheit ermöglichen. Konkret nennt Intel etwa Smart Framing, Eye Tracking, Hintergrundeffekte und Geräuschunterdrückung bei Videokonferenzanwendungen, bei denen die NPU mit deutlich weniger Energie auskommt, als wenn sie von CPU und GPU erledigt werden. Weitere Beispiele aus dem Office-Alltag sind die effizientere Nutzung von Microsoft Copilot, von KI-unterstützen Transkriptionen bei Meetings, automatische Zusammenfassungen von Texten, KI-Effekte beim Video-Editing, sowie Audio-Transkription und Zeichensprache für Hörbehinderte.

Wie David Feng, Vice President der Client Computing Group und General Manager für die Client Segments bei Intel, auf der Messe betont, bringen die erweiterten KI-Fähigkeiten der neuen Mobile-CPU erhebliche Vorteile beim Einsatz von Security-Lösungen. So können Schritte für das Erkennen von Angriffen, die bisher von KI-Anwendungen mittels Machine Learning in der Cloud erledigt wurden, nun lokal erfolgen. Das verringere die Latenz und spare zudem Kosten. Über die eigene Threat-Detection-Technologie stellt Intel den Herstellern von Security-Software diese Funktion zur Verfügung.

Kooperationspartner sind beispielsweise Crowdstrike, Acronis, Check Point, Eset und auch Microsoft mit dem Defender. Zusätzlich bietet Meteor Lake mit der Intel Silicon Security Engine eine zusätzliche Hardware für die hardwarebasierte Authentifizierung der Systemfirmware. Sie ist Teil der Converged Security and Management Engine, die in einer isolierten Hardware-Einheit mit eigenem kleinen x86-Prozessor für einen sicheren Bootvorgang, Platform Debug Control und Out-of-Band-Management mit der Active Management Technology (AMT) sorgt. Ein vPro-Rechner der neuen Generation soll so das Risiko eines erfolgreichen Angriffs um 70 Prozent gegenüber einem vier Jahre alten Computer reduzieren, verspricht der Hersteller.

Für mobile Workstations ist die im Vergleich zur bisherigen Iris-Xe deutlich schnellere integrierte Arc-Pro-Grafikeinheit ein Argument für Core-Ultra-Prozessoren. Sie beherrscht nun Hardware-Raytracing, AVI-Encoding und verfügt über für professionelle Anwendungen zertifizierte Treiber. So soll sie bisherige diskrete Mobile-GPUs der Einsteigerklasse überflüssig machen. Bei höheren Anforderungen an die GPU-Leistung, die eine zusätzliche GPU nötig machen, bleiben die Vorteile durch die höhere CPU-Leistung, die NPU, den schnelleren Arbeitsspeicher und den geringeren Stromverbrauch vor allem im Idle-Betrieb .

Das bringt die neue vPro-Generation

Für Intel ist vPro eine Plattform, die Eigenschaften und Merkmale definiert, die ein Business-PC oder Notebook haben sollte. Dazu zählt nicht nur der Prozessor, sondern auch der Chipsatz sowie weitere Hardware-Bestandteile und Software von Intel. Die Gerätehersteller können ihre Rechner dann von Intel für vPro zertifizieren lassen. Dabei gibt es zwei Stufen: vPro Enterprise als Standard mit allen üblichen Funktionen sowie vPro Essentials für kleinere Unternehmen. Hier ist Intels Hardware Shield als Sammlung verschiedener Sicherheitstechnologien ebenfalls vollständig integriert, aber nur ein Teil der Device-Management-Funktionen. Bei der neusten vPro-Generation müssen die Rechner prinzipiell Wi-Fi 7 unterstützen sowie mit Thunderbolt 4 und Intel Ethernet ausgestattet sein.

Für das Device-Management hat vPro ebenfalls Fortschritte zu bieten. Mit dem Innovation Platform Framework (IPF) stellt Intel den Herstellern von Management-Lösungen eine neue In-Band-Verwaltungsschnittstelle bereit, über die Fernabfragen zur Geräteidentität, dem Verschleiß oder auch den Patch-Level möglich sind. VMware nutzt diese Möglichkeit bereits für das Cloud-native Workspace One. Als weitere Vorteile der neuen vPro-Generation nennt der CPU-Hersteller eine stabile IT-Plattform für ein einfaches Ausrollen der Software, eine fast 100-prozentige Software-Kompatibilität – das ist wohl ein Seitenhieb auf Qualcomms ARM-Prozessoren für Windows-Rechner – sowie mehr Nachhaltigkeit durch Remote-Management sowie strenge Anforderungen an den Energieverbrauch für eine vPro-Zertifizierung.

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„Die neue Intel-vPro-Plattform von Intel mit Core Ultra bringt Produktivität, Sicherheit, Verwaltbarkeit und Stabilität auf eine neue Ebene. Wir bringen KI-Funktionen gemeinsam mit mehr als 100 Softwareanbietern, Windows 11 und Copilot“, fasst Feng zusammen. Allerdings muss der Intel-Manager eingestehen, dass der letzte Punkt nur bei Notebooks vollständig zutrifft. Denn bei den neuen Business-PCs mit Core-CPUs der 14. Generation, also Raptor Lake Refresh, gibt es noch keine NPU. Die komme erst mit der kommenden CPU-Generation für Desktop-Rechner. Damit ist Arrow Lake gemeint, der wohl auch in einer Variante für High-Performance-Notebooks erscheinen wird. Ebenso wie Meteor Lake soll er aus einzelnen Tiles zusammengesetzt sein. Arrow Lake wird vermutlich im Juni 2024 auf der Computex seine Premiere feiern, ebenso wie Lunar Lake als neue Low-Power-CPU für besonders dünne, leichte und lüfterlose Notebooks. Dabei will Intel den Arbeitsspeicher mit auf die CPU packen, ähnlich wie es bei den M2- und M3-Prozessoren von Apple der Fall ist.

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