Neuer Mainframe IBM stellt den IBM z17 vor

Von Agnes Panjas 4 min Lesedauer

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IBM hat den IBM z17 angekündigt. Der neue Mainframe, der vollständig mit KI-Funktionen ausgestattet ist, soll KI in großem Maßstab neu zu definieren und Unternehmen in die Lage zu versetzen, alle Transaktionen in Echtzeit zu bewerten.

Der neue Mainframe IBM z17 wird  am 18. Juni 2025 allgemein verfügbar sein.(Bild:  IBM, bearbeitet mit Canva)
Der neue Mainframe IBM z17 wird  am 18. Juni 2025 allgemein verfügbar sein.
(Bild: IBM, bearbeitet mit Canva)

Angetrieben von IBM Telum-II-Prozessoren, erweitert der IBM z17 die Funktionalität des Systems über transaktionale KI-Funktionen hinaus, die neue Workloads ermöglichen sollen. Entsprechend soll der IBM z17 50 Prozent mehr KI-Inferenzoperationen pro Tag verarbeiten können als das Vorgängermodell z16 2. Je nach Konfiguration verfügt ein Z17-Mainframe über bis zu vier CPC-Einschübe mit jeweils vier flüssigkeitsgekühlten Dual-Chip-Modulen (DCM) mit zusammen 16 CPU-Cores, die mit bis zu 5,5 GHz Taktfrequenz arbeiten. Pro Core sind 36 MB L2-Cache vorhanden, die semi-privat genutzt werden. Zudem ist im Prozessor eine Data Processing Unit (DPU) für die Beschleunigung von I/O-Operationen sowie eine KI-Einheit integriert. Jedes DCM kann für neun bis elf oder zehn bis 15 aktive CPU-Cores konfiguriert werden. Zudem fasst ein CPC-Einschub bis zu 48 Speichermodule mit jeweils bis zu 512 GB.

Auf dem Telum-II-Chip von IBM sind insgesamt acht CPU-Kerne und zehn mal 36 MB Level-2-Cache vorhanden.(Bild:  IBM)
Auf dem Telum-II-Chip von IBM sind insgesamt acht CPU-Kerne und zehn mal 36 MB Level-2-Cache vorhanden.
(Bild: IBM)

Der neue Mainframe IBM z17 wurde konzipiert, um den geschäftlichen Mehrwert branchenübergreifend mit einer breiten Palette von mehr als 250 KI-Anwendungsfällen zu steigern. Als Beispiele können hier, die Minderung von Kreditrisiken, die Verwaltung von Chatbot-Diensten, die Unterstützung medizinischer Bildanalysen  oder  die Eindämmung von Einzelhandelskriminalität genannt werden.

Technische Daten

  • Die KI-Inferenzfunktionen von z17 werden von einem On-Chip-KI-Accelerator der zweiten Generation unterstützt, der in den IBM Telum II-Prozessor integriert ist und eine höhere Frequenz, Rechenkapazität und einen um 40 Prozent größeren gemeinsam genutzten Cache bietet. Laut Hersteller ermöglicht er mehr als 450 Milliarden Inferenzoperationen an einem Tag und eine Reaktionszeit von einer Millisekunde.
  • Der IBM Spyre Accelerator, der voraussichtlich im 4. Quartal 2025 als PCIe-Karte verfügbar sein wird, soll zusätzliche KI-Rechenfunktionen bieten, um den Telum-II-Prozessor zu ergänzen. Jeder Spyre Accelerator enthält 32 AI-Beschleuniger-Cores, die dem auf dem Telum-II-Chip ähneln. Gemeinsam sollen sie optimierte Umgebungen schaffen, um die Multi-Modell-Methoden der KI zu unterstützen.
  • Der integrierte Watsonx Assistant for Z in Z Operations Unite soll eine KI-Chat basierte Vorfallerkennung und -lösung anhand von Live-Systemdaten ermöglichen.

Vollständig in Hardware und Software integriert

IBM z17 ist ein System, das von Grund auf so konzipiert wurde, dass es sich vollständig in hybride Umgebungen integriert, indem es Hardware-Innovationen, Softwarefunktionen für KI und umfassende Unterstützung für offene Standards und Tools eng miteinander verbindet. Dies soll eine differenzierte Performance und Zuverlässigkeit ermöglichen und gleichzeitig die Art und Weise neu gestalten, wie Entwickler und Systembetreiber mit IBM Z interagieren und diese verwalten. Wichtige Komponenten dabei sind:

  • Betriebssystem für KI – IBM z/OS 3.2, die nächste Version des Betriebssystems für IBM Z, die im dritten Quartal 2025 erscheinen wird unterstützt hardwarebeschleunigte KI-Funktionen und -Erkenntnisse für die Systemverwaltung. Es ermöglicht moderne Datenzugriffsmethoden, NoSQL-Datenbanken und Hybrid-Cloud-Verarbeitung. Diese Funktionen sollen der KI-Software helfen, auf mehr Unternehmensdaten zuzugreifen und vorausschauende Geschäftseinblicke zu gewinnen.
  • Einheitlicher IT-Betrieb – IBM Z Operations Unite, eine Lösung, die Leistungskennzahlen und Protokolle aus IBM Z im OpenTelemetry-Format zusammenführen soll, um den IT-Betrieb mit KI zu optimieren. Ziel sei es, Anomalien schneller zu erkennen, die Auswirkungen von Vorfällen zu reduzieren und die Lösungszeit zu verkürzen. In Kombination mit IBM Concert profitierten Teams von der intelligenten Korrelation von Betriebsdaten. IBM Operations Unite wird im Mai 2025 verfügbar sein.
  • KI-Accelerator – IBM z17 wird mit dem IBM Spyre Accelerator, der als PCIe-Karte im 4. Quartal 2025 verfügbar sein wird, die Nutzererfahrung verbessern. Kunden können IBM Assistenten und Agenten, basierend auf Granite-Modellen, nativ auf z17 nutzen, ohne das Risiko der Datenverlagerung. Diese Lösungen bieten einen optimierten Stack für erhöhte Produktivität, Sicherheit und Skalierbarkeit.

Sicherheit und Cyberabwehr im Mittelpunkt

Für mehr Sicherheit gibt es beim IBM z17 darüber hinaus starke Sicherheits- und Resilienzfunktionen. Die neuen Funktionen umfassen:

  • Verwaltung von Geschäftsgeheimnissen –Die Funktionen von HashiCorp sollen die Standardisierung des Secrets-Managements in der Hybrid-Cloud unterstützen. IBM Vault verwendet identitätsbasierte Sicherheitsansätze, um den Zugriff auf Geschäftsgeheimnisse, Zertifikate, Keys, Token und andere vertrauliche Daten zu authentifizieren und zu autorisieren. Mit der Ergänzung von IBM Vault erhalten Kunden eine einheitliche Lösung, um kritische Workloads zu schützen. Indem sie über den gesamten Lebenszyklus hinweg ihre Geschäftsgeheimnisse über ihren gesamten IT-Bestand hinweg verwalten.
  • KI-gestützte Datensicherheit – IBM beabsichtigt, neue Funktionen für die Erkennung und Klassifizierung sensibler Daten auf der Plattform bereitzustellen. Diese würden Telum II einsetzen und die Verarbeitung natürlicher Sprache nutzen, sodass unternehmenskritische Daten identifiziert und geschützt werden können. Darüber hinaus wurde unsere neueste KI-gesteuerte Sicherheitslösung, IBM Threat Detection for z/OS, entwickelt, um potenziell bösartige Anomalien, die das Ergebnis eines Cyberangriffs sein könnten, zu erkennen und zu identifizieren.

KI-gestützter Support auf IBM z17

Der Support von IBM soll helfen, Anforderungen zu erfüllen, die über die herkömmliche Wartung hinausgehen. Der Support für z17 wird von IBM Technology Lifecycle Services bereitgestellt und unterstützt bei der Optimierung ihrer Umgebungen für Spitzenleistung, um Risiken und Störungen bei unternehmenskritischen Vorgängen zu begegnen. Die KI-Prozesse von IBM, basierend auf IBM Watsonx, sollen die Behebung von Vorfällen optimieren können und zur Verbesserung der Falllösungszeit beitragen.

Sicherer und flexibler Speicher

IBM Storage DS8000 ist eine zentrale Speicherlösung für IBM Z. Die zehnte Generation soll Unternehmen den Zugang zu kritischen Workloads ermöglichen sowie eine konsistente und optimierte Datenleistung und eine modulare Architektur bieten. Zudem sollen die neuesten forschungsbasierten Technologien von IBM übernommen, das Geschäftswachstum gefördert und Daten monetarisiert werden.

Der IBM z17 wird am 18. Juni 2025 allgemein verfügbar sein. Der IBM Spyre Accelerator soll voraussichtlich ab dem vierten Quartal 2025 verfügbar sein.

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