Personelle Veränderungen und neue Services Herweck möchte mit DaaS die Weichen für die Zukunft stellen

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Herweck nimmt unter dem Motto „Nutzen statt besitzen“ Device as a Service in sein Portfolio auf. Diese Erweiterung zielt darauf ab, Partnern neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen und gleichzeitig die Weichen für die eigene Zukunft zu stellen.

Die Geschäftsführung und -leitung von Herweck blickt positiv in die Zukunft: (v. l.) Hans-Jürgen Witfeld, Dieter Philippi, Jörg Herweck, Jakob Saga und Can Güntuncer(Bild:  Vogel IT-Medien)
Die Geschäftsführung und -leitung von Herweck blickt positiv in die Zukunft: (v. l.) Hans-Jürgen Witfeld, Dieter Philippi, Jörg Herweck, Jakob Saga und Can Güntuncer
(Bild: Vogel IT-Medien)

Bei Herweck sind derzeit mehrere Veränderungen zu beobachten. Neben personellen Umstrukturierungen hat der St. Ingberter Distributor sein Leistungsangebot erweitert – nicht durch neue Produktkategorien, sondern durch neue Services. Mit Device-as-a-Service-Modellen (DaaS) möchte der Distributor einige Schmerzpunkte der Partner lindern.

Zwei DaaS-Modelle für unterschiedliche Anforderungen

Das DaaS-Konzept wird dabei in zwei Varianten angeboten:

  • Partner-Service: Der Fachhändler tritt als Leasingnehmer auf und stellt die vereinbarte Leasingrate dem Endkunden im eigenen Namen in Rechnung. Herweck wickelt dabei alle wesentlichen Prozesse im Hintergrund ab.
  • Full-Service: Der Partner vermittelt den Endkunden als Leasingnehmer an Herweck. Der Distributor übernimmt die Berechnung und den Einzug der monatlichen Mietraten direkt beim Endkunden. Die Differenz zwischen Herwecks Mindestkondition und der vom Partner angebotenen Rate wird diesem als monatliche Provision ausgezahlt.

Gründer und Geschäftsführer Jörg Herweck stellt klar, dass es sich nicht um ein konventionelles Leasingmodell handelt. „Wir können das ganze Paket“, erläutert er. Konkret bedeutet das für die Partner: Wegfall von Kapitalkosten, Möglichkeit höherer Erträge und erhebliche administrative Entlastung.

Mit dem DaaS-Angebot möchte der Distributor unter anderem den Fachkräftemangel in Partnerbetrieben adressieren und durch Dauerschuldverhältnisse mit Endkunden höhere Wertschöpfung sowie längerfristige Kundenbindung ermöglichen. Als ergänzende Einnahmequelle bietet Herweck die Garantieerweiterung „Herweck Care“ an, die Partner mit eigener Marge an Kunden vermitteln können.

Der Geschäftsführung ist bewusst, dass das Konzept keine Neuentwicklung darstellt. Dennoch sieht man den aktuellen Zeitpunkt als günstig für diese Art der Wertschöpfung. Zunächst werden Smartphones in das DaaS-Programm aufgenommen, weitere Produkte sollen schrittweise folgen.

Herweck feiert Jubiläen
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Gebrauchte Geräte als zusätzliches Geschäftsfeld

Neu im Angebot sind auch die sogenannten „Secondlove Devices“ – gebrauchte, qualitätsgeprüfte mobile Endgeräte, die Fachhändler ihren Kunden zu attraktiven Konditionen anbieten können. Nach Aussage von Herweck übertrifft die Marktnachfrage bereits das verfügbare Angebot an Geräten, die in den Aufbereitungskreislauf gelangen.

Führungswechsel in Vorbereitung

Parallel zu den Portfolioerweiterungen vollzieht Herweck personelle Veränderungen, um die Arbeitsqualität zu steigern. „Es sind gute, vielversprechende junge Leute hinzugekommen“, lobt Herweck. Eine wesentliche Änderung betrifft zudem die Führungsebene: Mitgründer und Geschäftsführer Dieter Philippi wird Anfang 2026 in den Aufsichtsrat des Distributors wechseln. Seine Position übernimmt Jakob Saga, der seit Januar 2025 als kaufmännischer Leiter im Unternehmen tätig ist und im kommenden Jahr in den Vorstand aufrücken soll. Aktuell wird Saga von Philippi in die relevanten Prozesse eingearbeitet, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Saga war zuvor bei der GPW Group, einem pharmazeutischen Distributor, als Managing Director tätig und vollzog mit dem Wechsel einen Branchenwechsel. Auf die Frage nach seinen Beweggründen für den Wechsel zu Herweck nennt er: „Die Eigentümerstruktur und Eigenständigkeit. Hier bei Herweck kann man vieles in kurzer Zeit umsetzen.“

40 Jahre Herweck

1985 von Jörg Herweck und Dieter Philippi gegründet, begann das Unternehmen mit dem Import von Anrufbeantwortern und Designtelefonen. In vier Jahrzehnten hat sich das Geschäftsmodell fundamental gewandelt, wodurch sich Herweck als bedeutender ITK-Distributor im Markt etablieren konnte. Das Unternehmen beschäftigt aktuell rund 320 Mitarbeiter und vollzieht nach eigener Darstellung nach dem Wandel vom Großhändler zum Distributor nun den Wandel zum Dienstleister für Partner.
Mit dem Unternehmenswachstum etablierte sich auch die jährliche Hausmesse, die Perspectives, als Branchenplattform. Im Jubiläumsjahr fand bereits die 20. Ausgabe statt. Nachdem im Vorjahr die Fortsetzung des Formats in Frage stand, hat sich Herweck nun klar zur Weiterführung bekannt: „Die Resonanz ist so gut und die Leute sind dankbar, dass solche Veranstaltungen wie die Perspectives stattfinden“, begründet Herweck diese Entscheidung.

Stabile Geschäftsentwicklung in herausforderndem Umfeld

Das Geschäftsjahr 2024 verlief für Herweck ähnlich wie das Vorjahr – mit eigenen Worten „ernüchternd". Dennoch konnte der Distributor alle strategisch wichtigen Positionen halten und einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro erzielen. Während es mit kleineren Netzwerkkomponenten herausfordernd war, verzeichnete der Mobilfunk Wachstum.

Die Geschäftsführung betrachtet die aktuelle Marktentwicklung nüchtern. Man beobachtet, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten einige Wettbewerber unter Druck setzen, was möglicherweise positive Auswirkungen für die übrigen Marktteilnehmer haben könnte. Dennoch bleibt man selbstkritisch: „Auch wir sind ersetzbar“, so Herweck. Mit diesem Bewusstsein setzt der Distributor weiterhin auf Qualitätssicherung.

Die Kombination aus personeller Neuaufstellung und neuen Serviceangeboten soll das Unternehmen für die Zukunft positionieren. „Wir haben die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen“, erklärt Hans-Jürgen Witfeld, ebenfalls Geschäftsführer bei Herweck. „Die Weichen sind gestellt, um die nächsten Jahre sicher zu meistern.“

Trotz der aktuellen Wirtschaftslage bleibt man in St. Ingbert verhalten optimistisch: „Wir sehen die Zukunft zwar nicht rosarot, aber positiv. Der Markt wird neue Impulse geben. Die ersten positiven Signale sind schon da. Im öffentlichen Sektor wird investiert. Die Privatwirtschaft wird folgen und schließlich auch der Consumer-Markt“, erläutert Herweck.

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