Mitgliedertreff der Women4Cyber Starke Frauen für eine gerechte Zukunft in der Cybersicherheit

Von Melanie Staudacher 3 min Lesedauer

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Beim Mitgliedertreff von Women4Cyber diskutierten die Mitglieder über Herausforderungen im Gründertum und die Wichtigkeit von Netzwerken in der Cybersicherheit. Mitglieder, Gründerinnen und ein Sprecher aus der Politik inspirierten mit Impulsenvorträgen.

In München kamen am 11. Dezember fast 30 Mitglieder des deutschen Chapters der Women4Cyber zusammen.(Bild:  Nicolas Armer)
In München kamen am 11. Dezember fast 30 Mitglieder des deutschen Chapters der Women4Cyber zusammen.
(Bild: Nicolas Armer)

„Alle Frauen, die heute hier sind, sind Vorbilder“, sagte Elfriede Kerschl, Referatsleiterin Fach­kräftesicherung bei der IHK für München und Oberbayern. Sie brachte am 11. Dezember, dem letzten Mitgliedertreff der „Women4Cyber“ des Jahres 2025, ein paar interessante Zahlen zu Frauen im Gründertum mit. So waren laut dem Female Founders Monitor 2024 nur 18,8 Pro­zent der Start-up Gründer weiblich. Dieser Umstand liegt Kerschl zufolge auch darin be­grün­det, das Frauen ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben als Männer. Zudem seien Männer oftmals weniger selbstkritisch als Frauen – auch im beruflichen Kontext. Dazu kämen strukturelle Nach­teile für Frauen, die das Gründen erschweren: 91 Prozent der Venture-Capital-Fi­nan­zier­ungen gehen dem Monitor zufolge an reine Männerteams. Und auch, was die Bildung angeht, bleibt es dabei, dass klassische MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Technik) hauptsächlich von Männern besucht werden. 65 Prozent der Studien­an­fänger in diesen Fächern sind männlich. Daraus resultiert, dass nur 16 Prozent der MINT-Beschäftigten weiblich sind. Aus diesem Grund ist es laut Kerschl so besonders, dass sich die Mitglieder von Women4Cyber gegenseitig unterstützen und als Vorbilder andere Frauen und Mädchen unterstützen, um ihnen beim Einstieg in die IT-Sicherheit zu helfen. Doch was ist Women4Cyber?

Was ist Women4Cyber?

Die Initiative Women4Cyber, kurz W4C, gibt es sei 2019. Gegründet wurde sie ursprünglich von der Europäischen Cyber Sicherheitsorganisation (ECSO), mittlerweile wird sie geleitet von einem Team unter der Leitung von Anett Madi-Nator, der Präsidentin und CEO von CyEx.hu. Heute gibt es 33 Chapter weltweit, auch in Deutschland. Dort gibt es mittlerweile 120 Mitglieder.

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Mitglieder von W4C profitieren von folgenden Vorteilen:

  • Mitglieder haben Zugang zu Mentorship-Möglichkeiten, bei denen sie von erfahrenen Fachleuten in der Cybersicherheit lernen und Unterstützung erhalten können.
  • W4C bietet eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung mit gleichgesinnten Frauen und Männern in der Branche, was zu wertvollen beruflichen Kontakten und potentiellen Karrierechancen führt.
  • Die Initiative fördert gezielte Schulungen, die Frauen helfen, ihre Fähigkeiten in der Cybersicherheit zu verbessern und sich in einem wettbewerbsintensiven Markt hervorzuheben.
  • Durch die Präsentation erfolgreicher Frauen in der Branche ermutigt W4C Mitglieder, selbst aktiv zu werden und ihre Karriereziele zu verfolgen.
  • Die Mitgliedschaft in einer unterstützenden Gemeinschaft fördert das Selbstvertrauen und die Motivation der Frauen, in Führungspositionen oder als Gründerinnen von Unternehmen zu agieren.
  • Mitglieder werden in verschiedenen Veranstaltungen und Medien hervorgehoben, was ihre Sichtbarkeit erhöht und ihnen helfen kann, als Expertinnen anerkannt zu werden.
  • W4C engagiert sich aktiv für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in der Cybersicherheitsbranche und unterstützt Gesetzgebungen, die die Integration von Frauen in diese Bereiche stärken.

Knapp 30 dieser Mitglieder kamen zum Mitgliedertreff am 11. Dezember in den Räumlichkeiten von Myra Security zusammen. Alle Mitglieder, die übrigens nicht nur weiblich sind, arbeiten in der IT oder IT-Sicherheit. Ziel der Initiative ist es, die Teilnahme von Frauen in der Cyber­si­cher­heit zu fördern, den Fachkräftemangel und das Geschlechterungleichgewicht in diesem Bereich zu adressieren. Zudem sollen Frauen im Jobmarkt gestärkt werden, gezielt Schulungen erhalten und die Sichtbarkeit von weiblichen Fachkräften erhöht werden. Über mögliche Hebel, persönliche Erfahrungen und andere Initiativen tauschten sich die Mitglieder aus, wobei die Begeisterung für die Cybersicherheit und der Aktivismus für die mehr Gleichberechtigung der Frauen spürbar wurden.

Neben dem Vortrag von Kerschl, richtete auch Innenstaatssekretär Sandro Kirchner, MdL, ein Grußwort an die Teilnehmerinnen und betonte die Bedeutung starker Netzwerke wie Women­4­Cyber für eine resilientere digitale Zukunft. Anschließend folgte ein Impulsvortrag von Naïs Désirée Graswald, Gründerin von Own Your Seat, einem Unternehmen, das Frauen mit Wei­ter­bildungen hilft, sichtbarer zu werden. Besonders der Besuch von Kirchner war ein wichtiger Aspekt des Mitgliedertreffs. Denn einer der wichtigsten Hebel, um mehr Frauen für einen Beruf in der Cybersicherheit begeistern zu können, ist Kerschl zufolge die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, da nach wie vor der größte Teil der Care-Arbeit von Frauen erledigt wird.

Der nächste Mitgliedertreff der Women4Cyber findet am 29. Januar 2026 bei Taylor Wessing in Düsseldorf statt.

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