Zugbrücke und Wächter für die Security Hardware für die Cybersicherheit in Rechenzentren

Ein Gastbeitrag von Camellia Chan* 5 min Lesedauer

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Bis 2025 soll der Umfang in der Cloud gespeicherter Daten auf unvorstellbare 200 Zettabyte steigen. Eine robuste Cybersicherheitsstrategie ist nicht nur für den Schutz dieser Daten entscheidend, sondern auch für die schnelle Wiederherstellung im Falle eines Angriffs.

Die Hardware wirkt wie die Steinmauern, Zugbrücken und verstärkten Tore einer Festung. Software übernimmt die Rolle der Wächter.  (Bild:   / CC BY-SA )
Die Hardware wirkt wie die Steinmauern, Zugbrücken und verstärkten Tore einer Festung. Software übernimmt die Rolle der Wächter.
(Bild: / CC BY-SA )

Allerdings verlässt sich Rechenzentrums-IT bei der Cybersicherheit häufig noch auf reaktive, statische und Personal-zentrierte Methoden. Maßnahmen wie Firewalls, VPNs und Verschlüsselung für die Netzwerksicherheit sind leicht zu manipulieren, können durch Zero-Day-Angriffe ausgenutzt oder durch menschliches Versagen geschwächt werden.

Um den Geschäftsbetrieb und die Kontinuität des Rechenzentrums zu schützen, ist ein wirklich ganzheitlicher Ansatz für die Cybersicherheit erforderlich, der sowohl Hardware- als auch Softwareschutzmaßnahmen umfasst und den gesamten Lebenszyklus eines Angriffs abdeckt.

Was ist ein ganzheitlicher Ansatz?

Parallel zu den neuesten technologischen Fortschritten entwickeln sich auch die Taktiken weiter, mit denen Cyberkriminelle sich in Systeme hacken oder Daten abgreifen und Zahlungen erpressen. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind die von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgehenden Risiken für die Cybersicherheit sprunghaft angestiegen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt, dass Ransomware-Angriffe eine der größten Cyber-Bedrohungen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft darstellen und weiter zunehmen werden.

Damit braucht es neue Strategien für die Cyber-Abwehr – einschließlich einer robusten und widerstandsfähigen Sicherheitsstruktur für Rechenzentren. Zu lange haben sich Sicherheitslösungen auf die bloße Verhinderung von Angriffen konzentriert anstatt auf den gesamten Lebenszyklus von letztendlich unvermeidbaren Vorfällen. Herkömmliche Schutzmaßnahmen wie Antivirensoftware, die weitgehend reaktiv und von menschlicher Bedienung abhängig sind, reichen angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungslandschaft längst nicht mehr aus.

Cybersicherheitsstrategien müssen heute ein Gesamtpaket bieten, das einen ganzheitlichen Ansatz von der schnellen Erkennung von Vorfällen bis zur angemessenen Reaktion und sicheren Wiederherstellung umfasst. Eine robuste Strategie berücksichtigt sämtliche Möglichkeiten, die dazu führen könnten, dass sich Cyberkriminelle Zugang zu Daten und Netzwerken verschaffen. Sie sollte Cybersicherheitsinitiativen für Software und Hardware umfassen, die Schulung der Mitarbeiter sowie den internen und externen Informationsaustausch.

Softwaremaßnahmen bieten nicht den erwarteten Schutz

Rechenzentren sind eine wahre Goldgrube für Cyberkriminelle. Zusammen mit den Verlusten, die durch die Ausfallzeiten nach einem Angriff entstehen, belaufen sich die durchschnittlichen Kosten für eine Datenschutzverletzung auf über 4 Millionen Euro. Cybersicherheitsstrategien müssen also absolut hieb- und stichfest sein, um vertrauliche Daten zu schützen und die Geschäftskontinuität zu gewährleisten.

Softwarebasierte Cybersicherheitswerkzeuge, wie sie traditionell in Rechenzentren eingesetzt werden, können jedoch erhebliche Mängel aufweisen. Zum einen sind sie häufig auf menschliche Eingriffe angewiesen, etwa bei der Konfiguration und der Installation von Patches. Zum anderen können Softwarelösungen in einer sich schnell verändernden Bedrohungslandschaft oft nur unzureichend auf Angriffe reagieren, für die sie nicht ausgelegt sind.

Außerdem besteht bei softwarebasierten Tools die Gefahr, dass sie von Cyberkriminellen erfolgreich manipuliert werden – mit verheerenden Folgen. Hacker können Schwachstellen in der Software ausnutzen und sie als Mittel benutzen, um sich unbefugten Zugang zu IT-Systemen zu verschaffen.

Rechenzentren sollten deshalb auch in unabhängige, hardwarebasierte Sicherheitslösungen investieren, die eine zusätzliche Schutzebene gewährleisten. Kombiniert mit sorgfältig geplanten Datensicherungs- und Wiederherstellungsprozessen können sie die Auswirkungen von Datenverlusten minimieren.

Hardwarebasiertes zur stärkeren die Verteidigung

Im Gegensatz zu Software-Tools, die nur einige Schichten des OSI-Modells oder nur die externe Umgebung prüfen, ist Hardware auf dem Markt, die alle sieben Schichten unabhängig voneinander überwachen kann und damit das Risiko von Datenmanipulationen beseitigt. Dies wird durch das direkte Monitoring der Datenspeicher, des Datenverkehrs und der Datenkommunikation erreicht, anstatt in den externen Netzwerkschichten nach potenziellen Verhaltensanomalien zu suchen.

Im Gegensatz zu einigen softwarebasierten Tools arbeiten hardwarebasierte Lösungen isoliert von den Systemen, die sie schützen. Das macht sie für Angriffe weniger anfällig, so dass sie von Hackern nicht als Waffe eingesetzt werden können.

KI optimiert solche hardwarebasierten Produkte noch weiter. KI-gestützte Implementierungen arbeiten autonom und proaktiv, ohne dass ein menschliches Eingreifen erforderlich ist, wodurch sich ihre Fehleranfälligkeit verringert. Die intuitive und selbstlernende Natur der KI ermöglicht die Erkennung von Zero-Day-Bedrohungen. Es liegt auf der Hand, dass Betreiber von Rechenzentren in die Technologie investieren sollten, um Mitarbeiter, Kunden und ihre Daten zu schützen.

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Die beste Cybersicherheitsstrategie ist eine, in der Hardware- und Software zusammenarbeiten. Die Hardware wirkt wie die Steinmauern, Zugbrücken und verstärkten Tore einer Festung. Diese physischen Verteidigungsanlagen umgeben die wichtigsten Güter und bieten einen robusten und unmittelbaren Schutz gegen Angriffe. Software übernimmt die Rolle der Wächter: Sie reagiert erst dann auf Bedrohungen, wenn diese sichtbar werden. In manchen Fällen kann die Wache gut versteckte Angreifer aber völlig übersehen.

Keine Festung würde sich deshalb allein auf ihre Wachen oder ihre Mauern verlassen. Nur gemeinsam bilden sie ein umfassendes Verteidigungssystem. Ähnlich verhält es sich bei der Cybersicherheit. Erst durch die Kombination von Hardware- und Softwarelösungen entsteht eine mehrschichtige Verteidigung, die den bestmöglichen Schutz vor Cyber-Bedrohungen gewährleistet.

Schnelle Wiederherstellung im Ernstfall

Reaktive Systeme reichen längst nicht mehr aus, wenn es darum geht, heutige Cyber-Bedrohungen zu erkennen und verlorene Daten zeitnah wiederherzustellen. Backups müssen ständig gepflegt werden und können in manchen Fällen beschädigt sein oder verloren gehen.

Systeme, die sowohl die Datenspeicher als auch die Datentransfers überwachen, wehren nicht nur Bedrohungen ab, sondern erlauben auch eine schnellere Reaktion und Wiederherstellung. Durch den Einsatz fortschrittlicher KI-Algorithmen auf Hardware-Ebene wird eine Datenreplikation in Echtzeit möglich – und im Falle einer Datenverletzung eine rasche System- und Datenwiederherstellung.

*Die Autorin
Camellia Chan ist CEO und Mitgründerin von Flexxon. Seit der Gründung im Jahr 2007 hat sie das Unternehmen zu einem internationalen mit Niederlassungen in über 50 Städten ausgebaut. Flexxon entwickelt seine zentrale Suite von Cybersicherheitsservices stets weiter.
Ihr Fazit lautet: Fazit: Rechenzentren sind nicht nur für den reibungslosen Ablauf kritischer Arbeitsabläufe von entscheidender Bedeutung. Sie enthalten auch enorme Datenmengen, die zum Ziel von Hackern werden können. Um sich vollständig gegen immer raffiniertere Angriffe zu schützen, müssen sie deshalb einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, der sowohl software- als auch hardwarebasierte Sicherheit umfasst. Sonst bleibt die Zugbrücke heruntergelassen und der Weg zu den Daten weitgehend frei.

Bildquelle: Flexxon

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