Digital-Lifestyle soll aus der Falle der sinkenden Tarife helfen Gravis als Zugpferd von Mobilcom-Debitel

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Für seine Reseller präsentiert Mobilcom-Debitel Alternativen zum margenschwachen Mobilfunkgeschäft. Die Konzentration auf Digital Lifestyle gehört zu diesem Plan genauso wie die Überarbeitung des Partnerprogramms

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Mobilcom-Debitel will sich als Digital-Lifestyle-Anbieter ausrichten.
Mobilcom-Debitel will sich als Digital-Lifestyle-Anbieter ausrichten.
(Mobilcom-Debitel)

Mit 390 Filialen, 174 Franchise-Shops und 34 Gravis-Läden ist Mobilcom-Debitel mit insgesamt 598 Point-of-Sales (PoS) in Deutschland sichtbar. Das erklärt, warum es sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt hat, die immer geringer werdenden Margen im klassischen Mobilfunkgeschäft durch Alternativen aufzufangen.

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Die Idee sich in für TK-Händler eher ungewöhnliche Bereiche, wie Energie und Smarthome einzuarbeiten, hat der Konzern bereits im vergangenen Jahr kundgetan. Der TK-Provider will zum Ditigal-Lifestyle-Anbieter werden, denn dort sieht er Margenpotenzial für seine Händler. Die Übernahme von Apple-Händler Gravis Ende des vergangenen Jahres war ein großer Schritt in diese Richtung. In diesen traditionell auf Apple-Ware basiereden Geschäften will der Konzern mobile Endgeräte mit Mobilfunk- und Breitbandverträgen sowie Mobilcom-Services verbinden.

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Ein bisschen auf die Füße getreten fühlte sich der Hersteller Apple allerdings, als Mobilcom-Debitel sich entschloss, Sony und Samsung mit in das Portfolio der Gravis-Läden aufzunehmen. „Das wurde jedoch mittlerweile freundschaftlich geklärt“, so Hubert Kluske, Geschäftsführer von Mobilcom-Debitel und Gravis. „Apple bleibt unser Hauptlieferant und Gravis der Haupthändler von Apple in Deutschland.“

Der Provider expandiert mit Gravis. Im Okober und November eröffneten vier neue Stores in Heidelberg, Berlin-Mitte, Hildesheim und Neu-Isenburg. Zwei weitere sollen im ersten Quartal 2014 hinzukommen.

Neue Wege probiert Mobilcom-Debitel auch bei seinen anderen Shops aus. „Normalerweise kommen potenzielle Kunden nicht wie bei anderen Einzelhändlern, wie beispielsweise Gravis, einfach einmal so in den Mobilcom-Debitel-Shop, um nur einmal durch den Laden zu schlendern und sich das Angebot anzusehen. Unsere Verkäufer sind zudem darauf geschult, einen potenziellen Kunden sofort anzusprechen. Während also in anderen Einzelhandelsgeschäften an Samstagen oder vor Weihnachten der Umsatz steigt, bleibt unserer gleich“, erläutert Kluske. „Deshalb testen wir nun ein offeneres Shop-Konzept.“ Dazu betreibt der TK-Anbieter in einem Wuppertaler Einkaufscenter „City-Arkaden“ erstmals eine Ladenparzelle auf der Lauffläche. Auch im Shop auf dem Düsseldorfer Flughafen können Reisende einfach reinkommen und stöbern.

Hin zur Zielgruppe

Einen Ausblick über Partnerstrategie gibt Kerstin Köder, Leiterin Marekting bei Mobilcom-Debitel/Gravis. „Bisher hatten wir ein Partnerprogramm nach dem Motto One-Size-fits-all. Seit 1. April haben wir begonnen, diese zielgruppenspezifischer aufzugliedern.“

Nun gibt es das klassische Leistungspartnerprogramm (LPP) mit Werbekostenzuschüssen (WKZ) und Airtime-Provision. Die zweite Stufe ist das Leistungspartnerprogramm Plus (LPP Plus), hier bekennt sich der Händler klar zur Marke. Dafür erhält er Support, kriegt Boni für den Zubehörverkauf und bekommt ein individuelles Shop-Design. Für neue Händler gibt es zuerst eine Basisschulung, später kommen weitere Trainings beispielsweise zum Prozess-Management hinzu.

Das Leistungspartnerprogramm Premium (LPP Premium) ist für diejenigen, die sich noch weiter Richtung Franchise-Partner bewegen wollen. Sie werden unter anderem mit Kommissionsware ausgestattet. □

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