NTT Data nutzt die KI- und Datenplattform Watsonx von IBM. Gemeinsam sollen Lösungen zur Anwendungsmodernisierung, zu Finanzen, zum Gastgewerbe und für Behörden erarbeitet werden. Das Global Center of Excellence (CoE) soll dabei helfen.
Im Center of Excellence sollen neue Lösungen für Kunden mit GenAI entstehen.
(Bild: Ben - stock.adobe.com / Adobe-Ki generiert)
Um technologische Innovationen effektiv zu verankern, müssen Kunden den unmittelbaren praktischen Mehrwert klar erkennen können. Insbesondere für KI-Projekte kein leichtes Unterfangen. IBM und NTT Data Business Solutions wollen ihre Kräfte dahingehend bündeln. Das Herzstück dieser Zusammenarbeit bildet das CoE für generative KI-Plattformen, das auf Watsonx von IBM basiert. Das Gemeinschaftsprojekt in Dänemark soll von den Ressourcen von IBM, speziell im Bereich Schulung, Fortbildung und Technologie, einschließlich der IBM Cloud profitieren. Dadurch werden Anwendungsmöglichkeiten geschaffen und Kundenprojekte unterstützt, die die Watsonx-Plattform nutzen, indem der Zugang zu Grundlagenmodellen und bewährten Verfahren gewährt wird. NTT Data stellt die Vertriebsmitarbeiter für das CoE bereit, die direkt mit Kunden interagieren, Anwendungsfälle entwickeln und bei der Implementierung von KI-Produkten behilflich sein sollen.
Möglichkeiten mit Watsonx
„Die IBM Daten- und KI-Plattform Watsonx ermöglicht es Unternehmen, Open-Source-Modelle für Unternehmensanwendungen wie IT-Betrieb, Automatisierung, Kundenservice, Personalwesen, Finanzprognosen, Betrugserkennung, Compliance-Überwachung, Security, Vertrieb oder Lieferketten zu nutzen“, erklärt Jill Brennan, VP Ecosystems IBM DACH. Erste Einblicke in die laufenden Projekte mit Watsonx wurden bereits auf dem IBM TechXchange Summit in Barcelona gewährt. So können zum Beispiel HR-Abteilungen von den Fähigkeiten von Watsonx profitieren, um etwa Einladungs-Mails an Bewerber zu generieren und versenden zu lassen. Auch mehrere Dokumente können gesammelt und mit speziellen Fragen ausgewertet werden.
Eine Kernidee bei IBM ist es, LLMs mit institutionellem Wissen zu verknüpfen. Über eine API können so beispielsweise Abfragen über getätigte Bestellungen und Tracking-IDs von Kunden ausgegeben werden. Auch können unternehmensspezifische Detektoren eingerichtet werden, um zum Beispiel Copyright-Verletzungen zu prüfen. Die Möglichkeiten von GenAI sind schier unendlich, doch für Unternehmen ist ein großes Wissen in Bezug auf Governance, Regularien und Compliance nötig.
Jill Brennan, Vice President Ecosystems IBM DACH
(Bild: IBM)
Der Trend in der Entwicklung von KI für Unternehmen, scheint sich generell in Richtung kleinerer Modelle zu bewegen. Vortrainierte Modelle müssen dann auf das jeweilige Einsatzfeld und die Bedürfnisse zugeschnitten werden. „IBM ist sich bewusst, dass es eine Auswahl an Large Language-Modellen gibt und dass diese Modelle einen Wendepunkt in der KI darstellen. In Abhängigkeit von der Art und Weise, wie Unternehmen diese Technologien planen, einführen und nutzen und gleichzeitig Governance und Transparenz sicherstellen, werden sie enorme Effizienzsteigerung erzielen“, so Brennan. Schätzungen zufolge soll der weltweite Markt für GenAI bis 2026 auf 65 Milliarden Dollar anwachsen.
Entwicklung von Digital Humans
Ein Projekt, das den Anspruch der Unternehmen buchstäblich verkörpert und die Möglichkeiten von Watsonx integrieren soll, sind die Digital Humans der Plattform it.human von NTT Data: „Als Teil des Aufbaus des Center of Excellence müssen wir eine beträchtliche Anzahl von Ressourcen auf Watsonx.ai aktivieren, was bedeutet, dass dieselben Ressourcen mit unserer Digital-Human-Lösung und unseren Projekten arbeiten können. Darüber hinaus werden uns die generativen KI-Fähigkeiten von Watsonx.ai in die Lage versetzen, anspruchsvollere Digital Human Solutions schneller und effizienter zu entwickeln“, erklärt Thomas Nørmark, Director and Global Head of Innovation. Die Avatare von it.human sollen bei Prozessen helfen, die sich schnell automatisieren lassen. Sie liegen in der Cloud und fungieren als virtueller Assistent, der im Alltagsgeschäft beispielsweise bei Service-Anfragen unterstützen soll. Sie ermöglichen Interaktionen mit Benutzern in natürlicher Sprache und reagieren lebensecht auf Bewegungen und Ausdrücke. Darüber hinaus sollen sie vor dem Bildschirm stehende Personen erkennen und auf Benutzeranfragen antworten. Der Avatar soll zudem Emotionen erkennen und entsprechend erwidern oder spiegeln. Aufgestellt werden kann der lebensgroße Avatar in einem Gehäuse mit einem 43 bis 55 Zoll großen Display. Zunächst wird mit dem Kunden eine Wissensbasis und Skills erarbeitet und die nötige Hardware vor Ort installiert. In einer zweiten Phase werden dann im Rahmen eines Subscription-Modells die benötigten Software-Lizenzen ausgegeben und der Digital Human zur Verfügung gestellt. Der neue Mitarbeiter kann mit einer Frist von 3 bis 5 Monaten wieder „gekündigt“ werden.
Stand: 08.12.2025
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