XRechnung, ZUGFeRD, XML, EN-16931 Fehlerhafte E-Rechnungen im Umlauf

Von Dr. Stefan Riedl 4 min Lesedauer

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Die E-Rechnung ist mehr als nur so etwas wie PDF in einem anderen Format (wie XRechnung oder ZUGFeRD). Vielmehr ist sie als Teil einer Prüf- und Freigabe-Workflowkette konzipiert, die in der revisionssicheren Archivierung mündet. Wer die womöglich holprige Einführung überstanden hat, kann die Vorteile nutzen.

Der Weg zur E-Rechnung ist für manche Unternehmen in der Einführungsphase holprig.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Der Weg zur E-Rechnung ist für manche Unternehmen in der Einführungsphase holprig.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Seit Januar ist der Empfang von E-Rechnungen in Deutschland teilweise verpflichtend (siehe Kasten). Da sei es kein Wunder, dass bei Unternehmen noch Unsicherheiten bestehen, ordnet Nico Bäumer, Vorstand und CTO bei D.velop, ein. Für den Manager ist durchaus auffällig, dass aktuell noch viele fehlerhafte E-Rechnungen verschickt werden. „Diese führen auf der Eingangsseite momentan oftmals zu Mehraufwand, da geprüft werden muss, ob eine neue, korrigierte Version angefordert werden muss“, so der Manager. Dies könnte seiner Einschätzung nach darauf zurückzuführen sein, dass viele Unternehmen sich aktuell noch in der Prozessumstellung und Findungsphase befinden. D.velop will vor diesem Hintergrund im Markt potenzielle Ängste nehmen und sie von den Vorteilen der E-Rechnung zu überzeugen. „Denn so kompliziert, zumindest aus Anwendersicht, ist das Ganze am Ende gar nicht“, sagt Bäumer. Der Umsatz dürfte hier auch eine Rolle spielen, denn D.velop bietet in diesem Umfeld über D.velop Platform vielschichtige Lösungen für die Erfüllung der E-Rechnungspflicht an – in Deutschland, über das internationale Partnernetzwerk wird aber auch die die Erfüllung weiterer E-Rechnungsmandate in anderen Ländern ermöglicht.

Eine Frage der Formate

Mit der hauseigenen Plattform unterstützt D.velop verschiedene elektronische Rechnungsformate wie XRechnung und ZUGFeRD sowie über Partner weitere internationale Formate. Auch über Partner erfolgt die Anbindung an E-Invoicing-Netzwerke wie Peppol. Das hybride Format ZUGFeRD erfreut sich der Erfahrung des Unternehmens nach aktuell großer Beliebtheit, da hier ein PDF für den Sichtabgleich im Rechnungsprüfungsprozess direkt mitgeliefert wird. Bei rein XML-basierten Formaten wie XRechnung übernimmt D.velop die Konvertierung in ein PDF für einen einfachen Sichtabgleich.

Hintergrund

E-Rechnungspflicht im B2B-Segment

Eckdaten, Fristen und Begriffe

  • 2025: Seit Jahreswechsel müssen alle Unternehmen in Deutschland in der Lage sein, elektronische B2B-Rechnungen zu empfangen und dürfen zudem den Empfang der digitalen Rechnungen nicht mehr ablehnen.
  • Ausnahme: Keine Regel ohne Ausnahme: Es ist zwar weiterhin möglich, Rechnungen im PDF-Format zu versenden, aber nur unter der Voraussetzung, dass das empfangene Unternehmen dieser Praxis zustimmt. Die gleiche Regelung gilt auch für das EDIFACT-Format.
  • 2027: Zwei Jahre später – 2027 – wird Stufe 2 zünden. Dann müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Umsatz B2B-Rechnungen elektronisch ausstellen.
  • 2028: Die Papierrechnung wird im B2B-Bereich ab 2028 endgültig Geschichte. Ab dann müssen alle in Deutschland agierenden Unternehmen elektronische B2B-Rechnungen im EN-16931-Standard versenden.
  • Zur Begriffsklärung: Die EN 16931 ist eine europäische Norm hinter Formaten wie XRechnung und ZUGFeRD. Hinter der Namensgebung des Formats ZUGFeRD steht das Akronym für „Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland“.

Umsatzbooster E-Rechnungspflicht

Nico Bäumer, Vorstand und CTO, D.velop(Bild:  D.velop)
Nico Bäumer, Vorstand und CTO, D.velop
(Bild: D.velop)

Die neue Gesetzgebung habe bei D.velop durchaus zu einem deutlich erhöhten Interesse für die Lösung zur Visualisierung sowie rechtssicheren Archivierung von E-Rechnungen geführt. Die Automatisierung des gesamten Rechnungsverarbeitungsprozesses ist damit naturgemäß eng verzahnt. „Wir sehen die E-Rechnungspflicht zumindest als Booster für viele Unternehmen, sich überhaupt mit den Potenzialen der Digitalisierung der Finanzprozesse zu beschäftigen“, sagt Bäumer. Und das sei gut, um nicht nur die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, sondern auch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ausgeschöpft seien die Marktpotenziale noch nicht. Zumindest bestätigt der Manager, dass zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin viele Anfragen eingehen. „Wir gehen davon aus, dass sich dies während der Übergangsfristen bis zum verpflichtenden Versand von E-Rechnungen noch fortsetzen oder sogar deutlich verstärken wird“, so der CTO.

Hintergrund

XRechnung, ZUGFeRD, XML

Gerangel um Formate

ZUGFeRD und XRechnung sind XML-basierte Formate, die laut EN16931 eine E-Rechnung darstellen. Beide Formate liefern eine maschinenlesbare XML-Datei und sind damit geeignet für die automatisierte Verarbeitung von Rechnungen. Dabei hält ZUGFeRD im Vergleich zu XRechnungen insofern einen Vorteil für den menschlichen Nutzer als, dass hier softwareseitig eine visualisierbare Bilddatei integriert ist.

  • Das Problem bei mehreren Formaten: Etliche Unternehmen wollen in der Praxis nur ZUGFeRD-Dateien empfangen, um den optischen Teil zu nutzen. Das ist aber nicht sinnvoll bei gegebener Formatvielfalt im Rahmen der EU-Norm.
  • Mitunter wird auf Länder wie Italien oder Polen verwiesen, die eine andere Regelung getroffen haben, nämlich dahingehend dass eine konforme XML-Datei zum alleinigen Rechnungsformat erklärt wurde.
  • Hierzulande hat sich XRechnung für die Rechnungsstellung im öffentlichen Sektor etabliert. Dieses ist für die automatisierte Verarbeitung konzipiert, kann aber ohne spezielle Software nicht gelesen werden.
  • ZUGFeRD ist hingegen ist als hybrides Format zu betrachten, welches ein lesbares PDF mit eingebetteten XML-Daten kombiniert und damit vielseitig einsetzbar ist.

Insgesamt sieht man bei D.velop die E-Rechnung nicht nur als (lästige) Pflicht, sondern vor allem als Chance. Mit entsprechenden Lösungen biete die E-Rechnung die Möglichkeit mehr und sinnvoller zu automatisieren. „Darüber hinaus liegen mit einer E-Rechnung alle Informationen immer direkt maschinenlesbar vor, was die Fehlerquote beispielsweise im Vergleich zu OCR-Technologie deutlich verringert“, so der Cheftechnologe. Von Bedeutung sei jedoch vor allem die durch den korrekten Einsatz künftig deutlich erhöhte Sicherheit im digitalen Zahlungsverkehr.

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