Die Pandemie führte beim Geschäft mit PCs und mobilen Endgeräten zu heftigen Ausschlägen nach oben und unten. 2023 läuft bisher sehr schleppend. Allerdings sehen die Context-Analysten nun positive Signale bis Jahresende.
Für den Verkauf von Desktop-PCs und Mobile-Computern sehen die Prognosen für das laufende Jahr gut aus.
(Bild: SKatzenberger - stock.adobe.com)
Erst traf eine große Nachfrage nach PCs und Mobile-Computern auf Lieferschwierigkeiten, dann trafen teilweise zu optimistische Produktionspläne der Hersteller auf einen inzwischen gesättigten Markt oder krisenbedingte Kaufzurückhaltung bei den Kunden. Der aktuellen Prognose von Context zufolge, stabilisiert sich der Markt 2023 und wird berechenbarer.
Rückblick auf 2022
Der europäische Markt für Desktop-PCs erholte sich im Jahresverlauf 2022 langsam, erlitt aber im traditionell starken vierten Quartal einen herben Rückschlag. Nach einem Minus gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres von 7,5 Prozent im ersten Quartal 2022, von 4,9 Prozent im 2. Quartal und 1,2 Prozent im dritten Quartal rutscht der Markt im vierten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr um 12,2 Prozent ab (gemessen an den Stückzahlen).
Deutlich besser sah es bei PCs gemessen am Umsatz aus. Trotz teilweise sehr attraktiven Rabatten zur Verkaufsförderung lag der Umsatz in dem Segment in den ersten drei Quartalen 2022 zwischen 1,8 und 3,6 Prozent über dem des jeweiligen Vorjahresquartals. Der Anstieg ist auf einen veränderten Produktmix hin zu höherwertigen Modellen zurückzuführen, so die Analysten.
Gestiegene Lebenshaltungskosten, aufgeschobene Projekte bei Firmenkunden und weiter nachlassende Nachfrage aus dem Bildungssektor sorgten jedoch im vierten Quartal auch beim Umsatz mit Desktop-PCs für einen Rückgang von 4,8 Prozent.
Unberechenbarer war 2022 der europäische Markt für Mobile Computing. Bei den Stückzahlen schwankte hier der Absatz im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal zwischen -25,8 Prozent und -7,2 Prozent. Im vierten Quartal sackte er nach einer mehrmonatigen positiven Entwicklung, gemessen an den Stückzahlen, wieder um 18,9 Prozent ab. Auch hier fielen die Schwankungen beim Umsatz weniger stark aus. Im vierten Quartal 2022 lag der Umsatz 12,2 Prozent unter dem des Vorjahresquartals. Im dritten Quartal konnten die Hersteller trotz niedrigerer Stückzahlen sogar einen Umsatzzuwachs von 2,7 Prozent verzeichnen.
2023: schwerer Start
Trotz verbesserter Prozesse in den Lieferketten und Abverkaufsaktionen, um Lagerbestände zu reduzieren, blieben die Ergebnisse im ersten Quartal 2023 hinter denen des Vorjahres zurück. Hohe Inflation, niedriges Bruttoinlandsprodukt und die konjunkturelle Unsicherheit führen zu sinkendem Realeinkommen und geringem Verbrauchervertrauen, erklären die Context-Analysten.
Außerdem erfüllen die in der Pandemie angeschafften neuen Rechner die Anforderungen weiterhin und sind oft auch noch nicht abgeschrieben. Es besteht daher vielfach kein dringender Bedarf für Neuanschaffungen. Unternehmen, insbesondere KMU, werden zudem Anschaffungen hinauszögern, weil sie sich aktuell Sorgen um ihre Liquidität machen.
Das alles sorgte dafür, dass der europäische PC-Markt im ersten Quartal gemessen an den Stückzahlen 24,2 Prozent und gemessen am Umsatz 20,5 Prozent unter dem Vorjahresquartal lag. Er unterbot damit noch die pessimistische Prognose-Variante von Context. Die lag bei einem Rückgang von 21,6 respektive 16 Prozent.
Prognose für das weitere Jahr
Ein Faktor, der den Aufschwung hinauszögert, ist laut Context der nach wie vor hohe Lagerbestand bei den Distributoren. Nachdem sie in der Pandemie die Vorratshaltung verstärkt hatten, um Lieferschwierigkeiten auszugleichen, reduzieren sie den Lagerbestand jetzt schrittweise wieder und sind vor allen darauf bedacht, schon länger auf Lager liegende Produkte loszuwerden. Viele von ihnen sind zudem zurückhaltend, wenn es darum geht, neue Lieferungen einzulagern.
Daher bleibt nach Ansicht von Context das ganze erste Halbjahr 2023 schwierig – trotz einiger Ausnahmen mit gutem Wachstum. Eine dieser Ausnahmen ist zum Beispiel der Gaming-Markt. Außerdem gehen die Analysten davon aus, dass die Verkäufe im Bildungsbereich in einigen Ländern, darunter Spanien und Italien, schon bald anziehen. Das bleiben jedoch begrenzte Entwicklungen, die sich nicht spürbar auf den gesamteuropäischen Markt auswirken.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Ab dem Sommer sind die Aussichten in der aktuellen Prognose von Context deutlich besser – sowohl was die Stückzahlen als auch den Umsatz anbelangt. Bei Desktop-PCs könnten die Stückzahlen im vierten Quartal 2023 sogar seit langem wieder einmal das Vorjahresquartal übertreffen. Im Bereich Mobile Computing könnte dies sogar schon im dritten Quartal der Fall sein.
Desktop-PCs
Die günstigste Prognose geht für das Gesamtjahr 2023 für den Markt für Desktop-PCs von einem Minus gegenüber dem Vorjahr von 9,2 Prozent (in Stückzahlen) respektive 9,3 Prozent (beim Umsatz) aus. Die pessimistische Prognose erwartet ein Minus von 15,2 Prozent (Stückzahlen) oder 15,3 Prozent (Umsatz). Der Einbruch im ersten Quartal 2023 ist dabei bereits berücksichtigt. In beiden Szenarien zeigt sich jedoch eine Verbesserung von Quartal zu Quartal. Im vierten Quartal könnten dann seit langem erstmals wieder mehr Desktop-PCs als im Vorjahresquartal verkauft werden (+4,7 Prozent).
Mobile Computing
Eine ähnliche Entwicklung sagt Context für den Markt für Mobile Computing voraus. Hier liegen die Prognosen für das Gesamtjahr bei -12 respektive -7,6 Prozent im günstigsten Prognoseszenario, im ungünstigsten bei -18,9 und -14,8 Prozent (bei Stückzahlen und beim Umsatz). Grund ist die schwere Hypothek aus den ersten beiden Quartalen. Im dritten Quartal 2023 setzt voraussichtlich bereits eine spürbare Erholung ein und im vierten Quartal könnte bei günstiger Entwicklung bei den Stückzahlen wieder das Ergebnis des Vorjahresquartals übertroffen werden (+5,8 Prozent). Context erwartet, dass sich die positive Entwicklung im ersten Quartal 2024 fortsetzt.
„Wir glauben nicht, dass Desktops verschwinden werden – trotz drei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigen Umsätzen“, sagt Amanuel Dag, Country Director Deutschland bei Context. „Im Gegenteil: Wir erwarten Ende 2023 oder spätestens 2024 eine Rückkehr zum Wachstum.“ Gleichzeitig geht er davon aus, dass der Trend zu höherwertigen Geräten anhält und die durchschnittlichen Verkaufspreise ansteigen – wenn auch nicht mehr im selbem Maße wie bisher. Dann endlich kann der Markt auch darauf hoffen, dass die zu Beginn der Covid-Pandemie angeschafften Rechner allmählich ersetzt werden. Das kann dem Markt ab Anfang 2024 einen zusätzlichen Schub geben und dazu beitragen, die positive Entwicklung des Jahres 2023 fortzuführen.
Details zu den Prognosen und der Erhebung
Bei ihren Prognosen gehen die Context-Analysten von zwei Szenarien aus: einem optimistischen und einem pessimistischen. Sie kalkulieren so den besten und den schlimmsten anzunehmenden Fall. Der aus den jeweiligen Werten errechnete Mittelwert ergibt die eigentliche Prognose. Seit dem 2. Quartal 2022 vergleicht Context diese Prognose zur Optimierung der eigenen Vorhersagen nachträglich mit den tatsächlich erhobenen Zahlen für den jeweiligen Zeitraum. Für den Gesamtmarkt der IT-Distribution lag die Abweichung der prognostizierten von den tatsächlichen Zahlen für das Gesamtjahr bei lediglich 0,7 Prozent. Im Bereich Desktop-PCs und Mobile Computing trafen 2022 die pessimistischen Prognosewerte zu oder wurden sogar noch unterschritten. Die Umsatzprognosen beruhen jeweils auf festen Wechselkursen, die Zahlen werden in Euro angegeben.
Context erfasst für seine Aussagen zum europäischen Markt Zahlen aus der Distribution für Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Slowakei, Spanien, der Schweiz und der Tschechischen Republik.