Mannschaft bleibt vollständig an Bord, Garantie- und RMA-Abwicklung läuft weiter wie bisher E&K Data setzt Geschäftsbetrieb unverändert fort
Beim Viersener Distributor E&K Data gehen die Geschäfte trotz Insolvenzantrag weiter wie bisher. Alle rund 35 Mitarbeiter bleiben an Bord, so dass auch sämtliche Garantie- und Service-Aufträge mit unveränderter Stärke abgewickelt werden.
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»Es mag sein, dass wir den Insolvenz-Antrag aus großer Vorsicht heraus eventuell zu früh gestellt haben«, erklärte E&K-Data-Vorstand Peter Stelter im Gespräch mit IT-BUSINESS. Denn der Viersener Distributor war weder zahlungsunfähig, noch gab es Probleme bei den Gehaltszahlungen für die Mitarbeiter. Doch nachdem ein Kreditversicherer die Linien für E&K zurückgefahren hatte, wollte das E&K-Data-Management keinerlei Risiko eingehen. »Wir wollten einfach auf Nummer sicher gehen und frühzeitig das Insolvenzverfahren als Maßnahme und Chance nutzen, um die derzeit angespannte Lage zu überwinden, den Geschäftsbetrieb zu sanieren und auf dieser Grundlage langfristig fortzusetzen«, erläutert der E&K-Vorstand die Gründe für den Gang zum Amtsgericht.
Nach ersten Gesprächen ziehen Lieferanten und Partner mit, und beweisen somit auch in der momentan schwierigen Lage ihre Treue und ihr Vertrauen in E&K Data. »Dafür sind wir sehr dankbar und ich kann nur beteuern, dass wir zuversichtlich in die Zukunft sehen. Unsere Fachhandelspartner können sich darauf verlassen, dass wir weiterhin die Reklamationsfälle wie gewohn abwickeln. Für sie wird sich nichts ändern«, betont Stelter. Zudem sei die Auftragslage für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft viel versprechend.
Komplexe Ursachen für die Schieflage
Der Auslöser für den Gang zum Amtsgericht waren die gekürzten Kreditlinien eines Kreditversicherers. Die Ursachen dafür wiederum sind vielfältig. »Wir haben einige Geschäfte gemacht, die sich erst rückwirkend nicht als profitabel herausstellten«, so Stelter. So waren sich einige Monitor-Hersteller, mit denen E&K Data große Umsätze in allen Vertriebskanälen generierten, in den vergangenen Jahren komplett vom Markt verschwunden. Das Problem: die Garantie- und Gewährleistungsansprüche wurden bei E&K Data zu einem Zeitpunkt eingelöst, als es die Hersteller bereits nicht mehr gab. »Aufgrund dieser Erfahrungen haben wir die Verträge mit unseren Lieferanten entsprechend um einige Punkte ergänzt, damit diese Probleme künftig nicht mehr in diesem Maße auftreten können. Aber sicherlich kann man sich nicht gegen alle Eventualitäten versichern«, berichtet Stelter. Doch an der aktuellen Situation ließ sich damit nichts mehr ändern.
Hinzu kam die allgemeine Kaufzurückhaltung, die beim Viersener Distributor erneut durch eine Veränderung auf Hersteller-Seite verschärft wurde. »Wir haben mit Navman als wichtigstem Partner im Produktsegment Navigation im vergangenen Jahr hervorragende Umsätze im siebenstelligen Bereich realisiert, bei guten Margen. Als Navman von Mitac übernommen wurde, war erst nicht klar, wie die Zusammenarbeit weiter gehen sollte. Diese Verhandlungen kosteten uns ein halbes Jahr und damit Umsätze in Millionenhöhe«, berichtet Stelter. Angesichts eines Marktwachstums von rund 30 Prozent im Navigationsmarkt ging den Viersenern damit gutes und auch geplantes Geschäft durch die Lappen, das sich nicht mehr so einfach auffangen ließ.
»Das alles führte dazu, dass wir uns schließlich dazu entschlossen, Insolvenzantrag zu stellen, um den Betrieb wieder zu sanieren, und ich bin sicher, dass wir das schaffen werden, wenn unsere Partner und Kunden mitziehen«, so Stelter.
Mit Dr. Markus Kier hat das Amtsgericht Mönchengladbach für den Distributor außerdem einen sehr erfahrenen Insolvenzverwalter berufen.
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