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Ungewisse Zukunft
Das alles schürt den Verdacht, dass der Gigaset-Deal ein Notverkauf ist. Ähnliches mag für den Actebis-Deal gegolten haben. Löw soll bereit sein, als Aufsichtsrats-Chef eine Kapitalerhöhung im zweistelligen Millionenbereich zu organisieren. Diese könnte Arques die nötige Luft verschaffen, um Gigaset ohne Druck zu einem besseren Preis zu verkaufen.
Doch Löw steht bereits selbst in der Kritik. Der geschaßte Vorgänger von Löw, Georg Obermeier, will die Beschlüsse der Hauptversammlung rechtlich überprüfen lassen. Nach seiner Meinung haben Löw und seine Unterstützer gegen Meldepflichten verstoßen und sich rechtswidrig mit dem Fond Oppenheimer verbündet.
Arques ist in der Zwickmühle, denn das Geld wird knapp. Entweder bleibt Löw und sorgt für die nötige Kapitalspritze. Oder sein Putsch wird abgewehrt, bevor der Gigaset-Deal endgültig platzt. Ansonsten steht die Existenz des Sanierers Arques auf dem Spiel. Die Börse ist jedoch optimistisch: Bis Freitag Mittag legte der Kurs um 1,9 Prozent auf 1,88 Euro zu.
Zur Person: Peter Löw
Peter Löw war Anfang 2007 bei Arques ausgestiegen und hatte damals sämtliche Anteile verkauft. Insgesamt 100 Millionen Euro soll er damals für seine Aktien erzielt haben. Der Wiedereinstieg war billiger: 232.000 Papiere hält er derzeit, gekauft zu Kursen knapp unter einem Euro.
Löw ist Gründer und Gesellschafter der Bluo International Affiliates Limited, die im Prinzip dasselbe Geschäftsmodell verfolgt wie Arques. Nach Angaben von Ende Mai hat Bluo noch Investmentgelder übrig – von 200 Millionen verfügbarem Kapital seien erst 120 Millionen investiert worden. Vielleicht soll Arques nun selbst oder zumindest Gigaset von diesen Geldern profitieren.
Er hatte das Unternehmen nach seinem Ausstieg bei Arques zusammen mit Martin Vorderwülbecke aufgebaut – auch dieser ein ehemaliger Arques-Vorstand. Auch weitere Manager von Bluo sind ehemalige Arquesianer, beispielsweise der ehemalige Vice President Operations von Arques, Oliver Apelt, der nun als Geschäftsführer der Bluo-Beteiligung Bea Electronics tätig ist und auch die kürzlich verkaufte Werkstattkette Pit Stop geleitet hatte, oder der ehemalige COS-Chef Jochen Strack.
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