Titelstory Durchblick im Gesetzes-Dschungel

Von Margrit Lingner 3 min Lesedauer

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DORA, NIS2 oder CSRD? Lauter Abkürzungen, die für Gesetze stehen, die Unternehmen umsetzen müssen. Aber wie können IT-Dienstleister im Geflecht aus Verordnungen, ­Gesetzen und Richtlinien den ­Überblick behalten?

Systemhäuser und andere IT-Dienstleister haben zunehmend Mühe, sich durch den Paragrafen-Dschungel zu kämpfen. Beratung und Schulungen können ihnen dabei helfen.(Bild:  Zoheb - stock.adobe.com - (M) Udo Scherlin/KI generiert)
Systemhäuser und andere IT-Dienstleister haben zunehmend Mühe, sich durch den Paragrafen-Dschungel zu kämpfen. Beratung und Schulungen können ihnen dabei helfen.
(Bild: Zoheb - stock.adobe.com - (M) Udo Scherlin/KI generiert)

Mit Exotik hat der Paragrafen-Dschungel wenig zu tun. Oder doch? Zumindest klingen Abkürzungen wie DORA, NIS2, CRA und CSRD für viele mehr oder minder exotisch. Dass sich dahinter Gesetze und Verordnungen verbergen, dürfte zumindest in der Unternehmenslandschaft bei vielen bekannt sein. Da aber in letzter Zeit nicht nur die Zahl, sondern auch die Komplexität digitalpolitischer Gesetze und Regulierungsvorhaben zugenommen hat, besteht in vielen Bereichen Beratungsbedarf. Hapert es nämlich bei der Umsetzung der verschiedenen Gesetze, Richtlinien und Verordnungen, drohen hohe Geld- und zum Teil sogar Freiheitsstrafen. Wer weiß denn schon, dass etwa NIS2 schon ab Oktober 2024 Firmen zur Einhaltung eines bestimmten Sicherheits-Niveaus zwingt?

Und weil viele dieser digitalpolitischen Vorgaben die IT direkt oder damit verbundene Unternehmensdisziplinen betreffen, wie etwa NIS2, CRA und CSRD, sind IT-Dienstleister bei der Umsetzung gefragt. Damit aber Systemhäuser ihre Kunden bei der Umsetzung neuer Gesetze und Richtlinien unterstützen können, müssen Mitarbeiter dafür sensibilisiert und geschult werden.

Wer aber soll diese Aufgabe übernehmen? Und welche Schulungen sind denn tatsächlich wichtig? NIS2 und andere Cybersecurity-Gesetze und -Richtlinien stehen bei vielen IT-Dienstleistern schon länger ganz oben auf der Agenda. Anders dürfte das bei vermeintlichen Exoten wie dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) aussehen.

Beratung und Schulungen

Gute Karten, den Durchblick bei Gesetzen und Richtlinien zu behalten haben IT-Dienstleister, die Mitglied in einer Kooperation oder eines Systemhausverbunds sind. Schließlich bieten Kooperationen wie Comteam oder iTeam auch zu aktuellen Gesetzen zum Beispiel Schulungen an.

Jörn Beckmann, Partnermanager bei Comteam(Bild:  Comteam)
Jörn Beckmann, Partnermanager bei Comteam
(Bild: Comteam)

Wir werden heute nicht mehr unbedingt als der typische Warenbeschaffer und die typische Einkaufskooperation wahrgenommen, sondern wir haben uns zu einem Technologienetzwerk gewandelt, das einen klaren Fokus auf Beratung hat.

Jörn Beckmann, Partnermanager, Comteam

Und wenig überraschend: Workshops zu NIS2 sind auf reges Interesse und Nachfrage gestoßen, bestätigt Jörn Beckmann, Partnermanager bei Comteam. Die Crux besteht dabei, rechtzeitig die wichtigen Themen zu finden. „Wir müssen relativ schnell erkennen, was unsere Mitglieder in Zukunft betreffen wird und was sie berücksichtigen müssen, um dann die richtigen Fachleute dazu zu finden und Workshops oder Ähnliches zu organisieren,“ führt der Comteam-Partnermanager aus. Abgehalten werden solche Workshops von Experten, die nicht selten aus den eigenen Reihen kommen. Haben sich also bestimmte Systemhäuser etwa in Beratung auf ein bestimmtes Fachgebiet spezialisiert, kommen sie als Ansprechpartner für andere Dienstleister in Frage. Bei rechtlichen Fragen werden aber auch externe Fachleute beauftragt. So gehört bei Comteam beispielsweise eine kostenlose Rechtsberatung zu den klassischen Mitgliederleistungen. Zudem werden Online-Schulungen aufgezeichnet und stehen Mitgliedern auch später noch zur Verfügung. Darüber hinaus hält die Systemhauskooperation eine umfangreiche Wissensdatenbank für Kooperationspartner bereit. Und sind im Zusammenhang mit Gesetzen und Verordnungen Softwarelösungen gefragt, dann können Partner auf bereits erprobte Lösungen aus dem Partnernetzwerk zurückgreifen. „Wir werden heute nicht mehr unbedingt als der typische Warenbeschaffer und die typische Einkaufskooperation wahrgenommen, sondern wir haben uns zu einem Technologienetzwerk gewandelt, das einen klaren Fokus auf Beratung hat,“ resümiert Beckmann.

Auch bei Eco, dem Verband der Internetwirtschaft, erhalten Mitglieder Unterstützung bei rechtlichen Fragen. Dafür steht bei Eco die Kompetenz­gruppe Recht und Regulierung bereit. Und ähnlich wie bei Comteam werden gemeinsam mit Experten aus den Mitgliedsunternehmen beispielsweise Informationsveranstaltungen angeboten und schriftliche Informationen bereitgestellt. Außerdem gibt es für Mitglieder die Möglichkeit einer Rechtsberatung. Bei komplexen oder individuellen Anliegen werden Mitglieder auf Wunsch an spezialisierte Kanzleien oder Beratungsunternehmen vermittelt.

Beratung und Informationen gibt es auch bei Technologieherstellern und -anbietern sowie bei unabhängigen Beratern und Beratungsunternehmen. Zudem unterstützen die Industrie- und Handelskammern. Und wenn es um Fachkräfte geht, helfen offizielle Stellen wie die Bundesagentur für Arbeit oder das Innenministerium.

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