Seit Jahren setzen die zunehmende Digitalisierung sowie Umweltdebatten dem Druckermarkt zu. Durch die Coronapandemie erlebte der Markt mit Modellen für das Homeoffice einen Aufschwung. Das ist einer Studie von Context zufolge jetzt vorbei.
Der Boom bei Druckern fürs Homeoffice ist vorbei. Die Rückkehr in die Büros macht sich im Markt bemerkbar.
(Bild: New Africa - stock.adobe.com)
Der Markt mit Druckern und Multifunktionsgeräten ist ein hart umkämpftes Pflaster. Seit Jahren stagniert der Bedarf und viele Hersteller suchen sich neue Geschäftsbereiche wie As a Service-Modelle oder stellen sich als dienstleistungsorientierte Unternehmen breiter auf. Darüber hinaus hat die Coronakrise den Druckermarkt vor vielerlei Herausforderungen gestellt: gestörte Lieferketten, eine veränderte Nachfrage nach vor allem Homeoffice-Modellen und eine anhaltende Ungewissheit.
Nichtsdestotrotz liefen Context zufolge die Geschäfte für Anbieter von Druckern und Multifunktionsgeräten in Deutschland und Europa in der ersten Hälfte des Pandemie-Jahrs 2021 im Vergleich zum Vorjahr gut. Grund dafür ist Nachfrage nach Tintenstrahldruckern und Tinten-Multifunktionsgeräten fürs Homeoffice und KMU.
Doch das Zwischenhoch ist nun vorbei: Seit einigen Monaten sinken die Umsatzzahlen wieder, wie Context nun meldet. Die Rückgänge liegen teils deutlich im zweistelligen Bereich. Die Gründe dafür seien vielfältig: Sie reichen von Lieferschwierigkeiten bis zur Marktsättigung in wichtigen Segmenten.
Des Weiteren sinkt seit April 2021 auch die Nachfrage nach den vor allem in Büros genutzten Laser-MFPs stark. Der Verlust liegt zwischen 6 und 30 Prozent pro Monat. Das wirkt sich auch auf den Gesamtumsatz mit Druckgeräten aus, der seit September 2021 in Deutschland monatlich schrumpft.
Druckermarkt in Deutschland 2022
Seit dem ersten Quartal 2022 gingen die verkauften Stückzahlen bei Druckern und Multifunktionsgeräten in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 7,8 Prozent zurück. Die Umsätze sanken im selben Zeitraum um 3,3 Prozent. Dazu trugen einerseits Preiserhöhungen bei, die zu höheren, durchschnittlichen Verkaufspreisen führten, andererseits aber auch eine Verlagerung der Käufe zu teureren Mittelklasse- und High-end-Geräten, mit denen sich Unternehmen auf die allmähliche Rückkehr ihrer Belegschaft in die Büros vorbereiteten.
Der Negativtrend zeichnet sich weiter ab. Im April 2022 verzeichnete Context erneut einen Umsatzrückgang um 18,9 Prozent und einen Rückgang der verkauften Stückzahlen um 28,2 Prozent in Deutschland.
In anderen wichtigen europäischen Ländern fiel der Rückgang sogar noch deutlicher aus: Spanien berichtet im April von einem Rückgang um 30 Prozent, Frankreich von 33,3 Prozent und das Vereinigte Königreich sogar von 34,6 Prozent. Der absinkenden Trend, der sich seit August 2021 abzeichnet, zieht sich scheinbar durch ganz Europa.
Ende des Homeoffice macht sich bemerkbar
Indes gibt es auch positive Entwicklungen: die Rückkehr vieler Arbeitnehmer in das Büro. Zwar sinkt damit die Nachfrage nach kompakten Homeoffice-Modellen, jedoch verzeichnet sich ein Aufstieg von 5,7 Prozent im ersten Quartal 2022 an Business-Ink-MFPs. Der erzielte Umsatz liegt bei einem Plus von 26 Prozent. Damit wird das Segment gemäß Context immer wichtiger. Es trägt jetzt schon gemessen in Stückzahlen 38 Prozent und sogar 60 Prozent gemessen am Umsatz zum Gesamtgeschäft mit Druckgeräten bei.
Zudem sind Tinten-MFPs (Consumer- und Business-Geräte), gemessen an den Stückzahlen, schon länger das größte Segment in Deutschland. Jedoch zeigt sich ein hier Rückgang. So wurden im April 2022 in Deutschland nur 154.138 Stück Geräte verkauft. Das sind so wenig wie seit dem von enormen Lieferschwierigkeiten geprägten Juni 2020 nicht mehr.
Auch die Umsätze sackten in diesem Segment deutlich ein. Die Zuwachsraten beim Umsatz zwischen 32,4 und 55,8 Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 konnten 2022 selbst in den guten Monaten Januar (17,5 Prozent) und März (9,4 Prozent) nicht erreicht werden. Im Februar und April verzeichnete Context sogar deutliche Umsatzrückgänge (11,3 Prozent, respektive 20,5 Prozent).
Trend zu hochwertigen Geräten
Grundsätzlich hat sich die Nachfrage im Markt geändert, wie Amanuel Dag, Country Director bei Conext erläutert: „Da sich verändert hat welche Geräte gefragt sind, ging der Erlös weniger stark zurück, als die Zahl der verkauften Stückzahlen.“ Das zeige sich zum Beispiel an Business Inkjet MFPs: Hier legte der Markt gemessen an den Stückzahlen im ersten Quartal 2022 im Jahresvergleich um 5,7 Prozent zu, gemessen am Umsatz aber um 26 Prozent. Der Trend gehe demnach zu teureren und hochwertigeren Modellen.
Stand: 08.12.2025
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Jedoch greifen die Kunden nicht immer freiwillig zu den teureren Modellen: „Der nicht zuletzt durch gestörte Lieferketten bedingte Mangel an geeigneten DINA4-Geräten hat teilweise auch dazu geführt, dass Firmenkunden auf A3-Modelle zurückgreifen“, erklärt Amanuel Dag. „Dadurch legte zum Beispiel in Deutschland der Markt für reine A3-Laserdrucker im Vergleich zum Vorjahresquartal gemessen an den Stückzahlen um 38,5 Prozent zu und gemessen am Umsatz sogar um 47,4 Prozent zu.“
Diese Entwicklung konnte jedoch den Rückgang des Gesamtmarktes nicht aufhalten. Die veränderte Nachfrage hat der Studie nach vor allem Consumer-MFPs betroffen. Hier scheint es nun eine Marktsättigung zu geben, denn wer immer noch im Homeoffice arbeite, hat sich bereits mit einem Gerät ausgestattet. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wieder:
Im ersten Quartal 2022 war der Markt in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal gemessen an den verkauften Stückzahlen deutlich schwächer: Context berichtet von einem Rückgang von 4,6 Prozent bei Tinten-MFPs und 1,1 Prozent bei allen Consumer-MFPs (Inkjet und Laser).
Aber auch hier geht der Trend zu höherwertigen Geräten: Das zeigt sich daran, dass der Umsatz in diesem Segment mit einem Minus von 17,5 Prozent, weniger stark zurück ging. Gewinner in dem Markt sind Geräte mit Tintentank. Entgegen dem Trend konnte der Absatz zugelegt werden.