Die ökologische Nachhaltigkeit verändert die Art und Weise, wie Produkte und Dienstleistungen hergestellt, gekauft und konsumiert werden. Zu diesem Schluss kommen Gartner-Analysten. Der Übergang zu einer kohlenstoffsparenden „Klimawirtschaft“ schreibe bereits die Regeln der Wirtschaft und der Regierung neu.
Die Klima-Ökonomie wird jede Branche umwälzen, sagten die Gartner-Analysten.
„Die Klima-Ökonomie ist mehr als eine Transformation. Sie ist eine Neuformulierung der Regeln von Unternehmen und Regierungen. Führungskräfte sollten die Klimawirtschaft als ein disruptives System behandeln, das bereits jetzt sowohl Werte schafft als auch vernichtet.“ Mit diesem Satz, der keine Zweifel an der disruptiven Entwicklung lässt, leiten die Autoren der Abhandlung „Climate Economy: A Clean, Digital and Circular Revolution“ ihre Ausführungen ein.
Abbildung 1: Die Klima-Ökonomie ist ein neues Wirtschaftssystem.
(Bild: Gartner)
Doch was soll das eigentlich sein, diese Climate Economy? Auch da sind die Analysten behilflich: „Die Klimawirtschaft ist ein Wirtschaftssystem, das Wachstum durch Dekarbonisierung und saubere, digitale und zirkuläre Modelle antreibt.“ Das aber bedeutet:
Die Klima-Ökonomie ist ein System, das Wachstum durch Dekarbonisierung und saubere, digitale und zirkuläre Geschäftsmodelle generiert.
Die Klima-Ökonomie verändert den Geldfluss durch Vorschriften, Subventionen, Risikokapital und Fusionen und Übernahmen (M&A) und
die Klimaökonomie wird jede Branche umwälzen. Es werden bereits Werte geschaffen und vernichtet.
Abbildung 2: Die Klimawirtschaft baut auf der vorindustriellen, industriellen und Informationswirtschaft auf.
(Bild: Gartner)
Die Klima-Ökonomie kommt nicht aus dem Nichts. Sie setzt auf den bisherigen Entwicklungen auf (siehe. Abbildung 2). So ist die Klimawirtschaft von Haus aus digital.
Zukunftsorientierte CEOs suchen vor allem an zwei Stellen nach dem nächsten Boom in ihrer Branche: Digitalisierung und Nachhaltigkeit, während die Digitalisierung in Bezug auf die Prioritäten der CEOs ein Plateau erreicht hat, hat sich die Nachhaltigkeit in den letzten Jahren beschleunigt.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit nähern sich einander an, unter anderem weil die Klima-Ökonomie digitale technische Fähigkeiten erfordert.
Die zunehmende technologische Intensität hat ebenfalls zum Aufkommen neuer Geschäftsmodelle geführt, etwa eine dienstleistungsbasierte Bereitstellung. Das aber hat das Eigentum zu Zugangs-, Leasing- und As-a-Service-Modellen verlagert. Außerdem haben die Unternehmen ihre Betriebsstätten und Lieferbasis verlegt.
Die Klimawirtschaft ist zirkulär
Nun nutzt die Klima-Ökonomie die Kreislaufwirtschaft, um Verbrauch und Wachstum zu entkoppeln. Immerhin sind Lieferketten oft für 90 Prozent oder mehr für die Unternehmensemissionen verantwortlich.
Allerdings könnten, so die Gartner-Analysten mit Bezug auf Angaben der Ellen MacArthur Foundation, Energie-Effizienz und Erneuerbare Energien 55 Prozent der globalen Emissionen ausgleichen.
Abbildung 3: Die vorindustrielle Wirtschaft entstand durch die Domestizierung von Tieren und Pflanzen, durch manuelle Arbeit und war in ländlichen Gemeinden angesiedelt. Die industrielle Wirtschaft wurde durch die Globalisierung, reichlich und kostengünstige Energie, zum Beispiel fossile Brennstoffe, und Maschinen, die die Produktivität steigerten, vorangetrieben. Die Informationswirtschaft entstand durch Konnektivität (insbesondere das Internet), enorme Verbesserungen bei der Rechenleistung und leicht zugängliche Finanzmittel, die einen Technologieboom ermöglichten. Und jetzt ist die Klima-Ökonomie fast schon da.
(Bild: Gartner)
Die Gartner-Analysten rekapitulieren auch, was zu dem Umschwung führt beziehungsweise geführt hat: 1. Die Globale Erwärmung: Der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur trägt zum Verlust der biologischen Vielfalt, zum Anstieg des Meeresspiegels, zu Dürren, zur Zunahme von Wetterereignissen und zu Störungen durch gestrandete Vermögenswerte bei.
Das führt dazu, dass diverse Interessengruppen Druck auf die Unternehmen ausüben und zum Handeln drängen.Zum Beispiel bewertet die Versicherungsbranche die Risiken neu und die Bewältigung dieser Risiken erfordert Investitionen, die aber zugleich Wachstumschancen schaffen.
2. Das zeigt sich in der Energiewirtschaft: Energie- und Brennstoffalternativen werden durch Innovation und Größenordnung wettbewerbsfähig. Nach Angaben der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) liegen die Kosten für zwei Drittel der neu installierten erneuerbaren Energien unter denen der billigsten verfügbaren fossilen Brennstoffe. Dies wiederum führt zu einem Umbruch in Branchen wie der Automobilindustrie, der Öl- und Gasindustrie und den Versorgungsunternehmen.
Die Klimawirtschaft verändert die Geldströme
In der vorindustriellen, industriellen und informationsbasierten Wirtschaft bleiben negative externe Effekte monetär unberücksichtigt, so die Analysten. Damit aber war das Geldangebot weitgehend unbegrenzt, obwohl die natürlichen und biologischen Ressourcen nicht unbegrenzt sind.
Jetzt aber wird das Geldangebot immer mehr zu einem integralen Bestandteil der Nachhaltigkeit, indem es die Umweltergebnisse verändert - und damit die Verwendung von Steuergeldern - und strukturelle Veränderungen in der Ressourcenallokation herbeiführt.
Der intendierte Haushalt der Europäischen Union (EU) für den Zeitraum 2021 bis 2027 beläuft sich zusammen mit dem Konjunkturprogramm NextGenerationEU auf 2,018 Billionen Euro, was 30 Prozent der Ausgaben für den Klimawandel entspricht. In den USA konzentrieren sich die Bundesausgaben für den Klimaschutz (im Jahr 2022) in Höhe von fast 80 Milliarden Dollar auf miteinander verknüpfte Themen wie Klimawandel, Inflation, Handel und Wettbewerbsfähigkeit.
Stand: 08.12.2025
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Abbildung 4: Die Werte, die Produktion und die Geldströme verändern sich.
(Bild: Gartner)
Und nicht nur das. Vorschriften, Anreize und der Druck aus unterschiedlichen Richtungen haben bereits zu erheblichen Veränderungen, Störungen und Chancen in der Klimawirtschaft geführt:
ESG-bezogene Fusionen und Übernahmen haben zwischen 2011 und 2021 um 60 Prozent zugenommen. Das Transaktionsvolumen stieg allein im Jahr 2021 um 35 Prozent.
Die weltweiten Risikokapitalinvestitionen gehen zurück, während die in saubere Technologien 2022 wächst. Risikokapital und privates Beteiligungskapital für clean technology stiegen 2022 um 4 Prozent auf 59 Milliarden Dollar. Dem steht eine jahrzehntelange Hausse bei den Risikokapitalinvestitionen gegenüber, die bis 2022 um rund ein Drittel zurückging.
Der Einfluss des Öls auf den BIP erreichte nach den Preisschocks der 1970er Jahre seinen Höhepunkt und ist seitdem stetig zurückgegangen.
Nachhaltbarkeitsprodukte treiben das Wachstum voran. Bei den verpackten Konsumgütern (CPG) zum Beispiel machen Produkte, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind, nur 17 Prozent des Marktes aus, tragen aber 32 Prozent zum Branchenwachstum bei.
Die Emission von nachhaltigen Schuldtiteln war 2022 rückläufig, obwohl die Zahl der grünen Anleihen weiter zunahm.
Erwartungen
Neben der steigenden Kundennachfrage und dem BIP-Wachstum erwarten die von den Gartner-Analysten befragten CEOs, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit den nächsten Boom in ihrer Branche auslösen werden. So schätzt Bloomberg NEF, dass zwischen 2022 und 2050 rund 194 Billionen Dollar in Elektrofahrzeuge, kohlenstoffarmen Strom, Netze und andere Technologien investiert werden, die einen Netto-Null-Umstieg ermöglichen könnten.
Zudem zeigen die Umfrageergebnisse, dass 86 Prozent der Führungskräfte Nachhaltigkeit als eine Investition betrachten, die ihr Unternehmen vor Störungen schützt. Das 2030 Districts Network beispielsweise setzt in mehreren Städten digitale Zwillinge und Gebäude-Informations-Management (BIM) ein, um die Informationen aus Gebäuden und Infrastruktur zu bewerten, zu modellieren und zu kartieren und gegebenenfalls Maßnahmen für Effizienz und Nachhaltigkeit zu ergreifen.
Abbildung 5: Die nächsten Schritte
(Bild: Gartner)
Die Gartner-Analysten empfehlen Führungskräfte, Folgendes zu tun: Sie sollten eine nachhaltige Unternehmensstrategie von den Vorteilen der Marke auf das Unternehmenswachstum ausweiten. Das heißt:
Sie sollten mit einem Teil an den Billionen Dollar, die für den ökologischen Wandel bereitgestellt werden partizipieren , indem sie ein kühnes und spezifisches strategisches Ziel entwickeln. Dieses sollte über die Wirkung der Marke hinaus gehen und sich zu einem tiefgreifende Geschäftsmodell (neu) entwickeln.
Sie sollten den Wandel einläuten, indem sie eine oder mehrere Geschäftseinheiten gründen, die sich auf bahnbrechende Innovationen konzentrieren, oder Fusionen und Übernahmen nutzen. Die Klima-Ökonomie wird jede Branche umwälzen.