Channel Fokus: Distribution Die ITK-Distribution ist 2022 weiter gewachsen

Von Michael Hase

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In der Distribution hat der Anteil des B2B-Geschäfts seit drei Jahren stetig zugenommen und damit unterm Strich auch der Gesamtumsatz. Diese Entwicklung geht aus Zahlen der GfK hervor. Auch in diesem Jahr ist der ITK-Großhandel bislang weiter gewachsen.

Allen Widrigkeiten zum Trotz ist es den Distributoren in den ersten neun Monaten dieses Jahres gelungen, weiter zu wachsen.(Bild:  peterschreiber.media - stock.adobe.com)
Allen Widrigkeiten zum Trotz ist es den Distributoren in den ersten neun Monaten dieses Jahres gelungen, weiter zu wachsen.
(Bild: peterschreiber.media - stock.adobe.com)

Systemhäuser haben für die Distribution über die vergangenen drei Jahre weiter an Bedeutung gewonnen, wie das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK ermittelt hat. Demnach hat sich der Anteil des Umsatzes, den der Großhandel in Deutschland mit ITK-Resellern erzielt, seit 2019 von 58 Prozent auf 64 Prozent in den ersten neun Monaten dieses Jahres erhöht. Entsprechend ist der Anteil der Einnahmen aus dem Geschäft mit Retailern und Online-Händlern im gleichen Zeitraum von 41 Prozent auf 35 Prozent gesunken.

Die Experten der GfK führen diese Verschiebung darauf zurück, dass während der Pandemie vor allem das B2B-Geschäft einen Aufschwung erlebt hat. Tatsächlich investierten viele Unternehmen seit März 2020 in Endgeräte und Collaboration-Lösungen, damit sie trotz Krise weiterarbeiten konnten. So erzielte die Distribution im ersten Pandemiejahr einen Rekordumsatz in Höhe von 25,4 Milliarden Euro, nachdem die Erlöse im Jahr 2019 bei 23,6 Milliarden Euro gelegen hatten. Die Zahlen entsprechen einem Zuwachs von fast 8 Prozent. 2021 lag der Gesamtumsatz des ITK-Großhandels immer noch bei 24,3 Milliarden Euro. Die anhaltende Digitalisierung der Wirtschaft dürfte die IT-Ausgaben weiter auf hohem Niveau gehalten haben.

Die Distribution hat ihre Erlöse nach Auskunft der GfK auch deswegen in den vergangenen drei Jahren gesteigert, weil Hersteller in der Krise vermehrt auf das zweistufige Vertriebsmodell gesetzt haben. Der positive Trend hat sich in diesem Jahr trotz widriger Umstände fortgesetzt. So hat sich das Geschäft der ITK-Distribution in Deutschland auch 2022 bislang gut entwickelt. Von Januar bis September erzielte sie Erlöse, die laut den Nürnberger Marktforschern ein Prozent höher waren als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres und rund zehn Prozent höher als 2019.

Hohe Nachfrage

Der starke Zuwachs gegenüber 2019 ist nicht allein auf die Inflation und damit gestiegene Preise zurückzuführen, wie Tatjana Wismeth, Head of Distribution & Supply Chain Intelligence bei der GfK, erläutert. Auch der Absatz habe sich 2022 im Vergleich zu 2019 nochmals erhöht: Die ITK-Großhändler verkauften rund 2 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen an den Channel als noch vor der Pandemie. Allerdings ging der Absatz gegenüber den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um ein Prozent zurück. „Auch wenn erste Sättigungseffekte ersichtlich sind, bewegen sich deutsche Distributoren immer noch auf einem sehr hohen Nachfrage- und Umsatzniveau", kommentiert Wismeth die Entwicklung.

Systemhäuser jeglicher Größe bilden, gemessen am Umsatz, die wichtigste Kundengruppe der Distribution.(Bild:  GFK Market Intelligence)
Systemhäuser jeglicher Größe bilden, gemessen am Umsatz, die wichtigste Kundengruppe der Distribution.
(Bild: GFK Market Intelligence)

Interessant ist die differenzierte Aufschlüsselung der Kanäle, über die Distributoren ihre Einnahmen erzielen (siehe Grafik). Dass Systemhäuser jedweder Größe ihre wichtigste Kundengruppe bilden, überrascht wenig. Wie die GfK-Zahlen zeigen, erwirtschaften ITK-Großhändler einen signifikanten Teil ihres Umsatzes mit Subdistribution (5 %) und mit Direktverkäufen an Endkunden (8 %). Beides sind Erlösquellen, über die Distributoren in der Öffentlichkeit weniger gern reden.

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