2020 und 2021 fand die Gamescom als rein digitale Veranstaltung statt. Nun gibt es die Messe wieder als echtes Event in Köln, „das weltgrößte Festival der Games“, wie es bei den Veranstaltern, der Kölnmesse und dem Spiele-Branchenverband Game, heißt.
Die Gamescom 2022 findet wieder live statt.
(Bild: Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld)
Angekündigt ist die Gamescom (25. bis 28. August, Fachbesuchertag am 24. August) als digital-analoges Mischevent, teils in den Messehallen und teils im Netz. „Mit den digitalen Komponenten können wir nun ergänzen, was die letzten zwei Jahre leider auf der Strecke geblieben ist: Das geliebte Festival-Feeling der Gamescom in Köln“, sagte Gerald Böse, Geschäftsführer der Kölnmesse.
Rund 1.100 Aussteller sind angekündigt, aus 53 Ländern und auf 220 000 Quadratmetern – ein paar große Unternehmen wie Sony, Nintendo und Electronic Arts, die früher gerne mal halbe Hallen füllten, fehlen jedoch. Einige Spiele-Blockbuster für Weihnachten und das kommende Jahr, die Fans sehnsüchtig erwarten, werden daher in Köln gar nicht zu sehen sein.
Die Besuchermassen aus der Vor-Corona-Zeit, als 2019 zum Beispiel 370.000 Menschen nach Köln kamen, werden wohl nicht wieder erreicht. Die Veranstalter machen zur Zahl der erwarteten Besucher keine Angaben. Felix Falk, Geschäftsführer beim Verband Game, sieht den Neustart im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur aber positiv. „Die Gamescom entwickelt sich immer weiter, aber gerade in diesem schwierigen Jahr ist das schon jetzt ein beachtlicher Neustart.“
Weniger Wachstum
Denn natürlich sind der Krieg und andere Krisen an der Games-Welt nicht spurlos vorübergegangen. Lieferengpässe und schlechte wirtschaftliche Aussichten weltweit machen auch Spieleherstellern zu schaffen. Die Zahl der Spieler steigt jedoch weiter: Nach einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom spielen 54 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren wenigstens hin und wieder, 4 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Das rasante Wachstum der ersten Corona-Jahre hat sich aber deutlich verlangsamt, wie Daten der Marktforscher GfK und Data.ai zeigen. Im ersten Halbjahr 2022 stiegen die in Deutschland verbuchten Umsätze der Spielehersteller demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 2 Prozent auf rund 4,55 Milliarden Euro, nach einem Plus von 22 Prozent im ersten Halbjahr 2021.
An den Zahlen zeigt sich auch, wo es in der Branche gerade hapert: So sind etwa Hardware-Umsätze gesunken. Ein Ausdruck davon, dass zum Beispiel Sony nach wie vor Probleme damit hat, genug Playstation-5-Geräte zur Deckung der hohen Nachfrage herzustellen. Für einige Geschäftsfelder ging es jedoch kräftig nach oben. „An den Umsatzzahlen der Branche kann man gut ablesen, dass neue Geschäftsmodelle und Technologien im Aufwind sind“, sagte Game-Geschäftsführer Falk.
Höhere Gebühren für Online-Dienste
So sind zum Beispiel die Umsätze mit Gebühren für Online-Dienste gestiegen. Darunter fallen etwa Spiele-Abos wie Microsofts Game Pass und Apple Arcade. Dieses Jahr hat Sony mit Playstation Plus Extra nachgezogen, auch bei Netflix gibt es als Teil des Streaming-Abos inzwischen Zugriff auf Smartphone- und Tablet-Spiele. Die Nutzer erhalten mit den Abos für eine Monatsgebühr unbegrenzt Zugriff auf Spiele, je nach Dienst oft Hunderte teils neue Titel.
Und auch mit so genannten In-Game-Käufen wird den Angaben nach mehr umgesetzt. Dabei gibt es für echtes Geld zum Beispiel virtuelle Kostüme oder neue Spielmöglichkeiten in bestehenden Games kaufen. Fachleute sprechen mit Blick auf solche Trends von „Games as a Service“ (Deutsch etwa: „Spiele als Dienstleistung“) – also dem Versuch, die Lebensdauer einzelner Titel durch immer neue, oft kostenpflichtige Inhalte, zu verlängern.
Spieler solcher „Games as a Service“-Titel bleiben oft sehr lange bei einem einzelnen Spiel und kaufen weniger neue Titel – quasi das Gegenstück zu Spiele-Abonnenten, die sehr viel ausprobieren können, aber kaum ein Spiel mehr direkt kaufen müssen.
Große Vielfalt
„Generell ist die Vielfalt auf dem Spielemarkt einfach sehr groß“ sagte Falk. Auch den klassischen Spielekauf, per Download oder auf Disc, gebe es nach wie vor. „Aber es ist auch klar, dass andere Modelle wie „Games as a Service“ immer wichtiger werden.“ Die Bitkom-Umfrage belegt das: 51 Prozent der Spieler haben demnach inzwischen wenigstens ein Spiele-Abo. Für den Kauf einzelner Spiele hat dagegen weniger als die Hälfte der Gamer innerhalb der vergangenen zwölf Monate Geld ausgegeben. 37 Prozent haben im gleichen Zeitraum für Ingame-Käufe bezahlt.
Eine Gamescom, die sich weniger als Blockbuster-Leistungsschau versteht und eher als Festival für die immer größere Gaming-Gemeinschaft, passt da vielleicht ganz gut. Zumindest die Zeit, in der Fans den ganzen Tag in Warteschlangen verbrachten, um am Ende drei Spiele ausprobiert zu haben, soll vorbei sein, sagte Falk. Gerade bei kleineren, unabhängigen Spiele-Anbietern, die diesmal sehr zahlreich vertreten sind, soll es viel mehr zu spielen geben. „Inzwischen stehen aber auch die Community-Aspekte, also das Erleben von Spielewelten und das Treffen mit Freunden, viel mehr im Mittelpunkt.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.