Deutsche sind für regenerative Energien Die Energiewende kann kommen

Von Ann-Marie Struck

Wasser, Wind, Sonne und Biomasse, diese regenerativen Energiequellen sollen unter anderem die Energiewende in Deutschland herbeiführen. Doch wie ist der Status Quo? Und wie sehen das die Verbraucher? Eine Studie des Bitkom gibt Antworten.

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SoLaut einer Studie des Bitkom befürwortet die Mehrheit der Befragten den Umstieg von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Atomenergie hin zu Wind- oder Sonnenenergie.
SoLaut einer Studie des Bitkom befürwortet die Mehrheit der Befragten den Umstieg von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Atomenergie hin zu Wind- oder Sonnenenergie.
(Bild: gopixa-stock.adobe.com)

„Grüner Strom“ in Deutschland – das ist das Ziel. Erneuerbare Energien sollen es ermöglichen. Ihr Ausbau ist dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zufolge eine zentrale Säule der Energiewende in Deutschland. Doch wie sehen das die Bundesbürger?

Die Mehrheit befürwortet die Energiewende und hält den Umstieg von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Atomenergie hin zu Wind- oder Sonnenenergie für richtig (81 %). So das Ergebnis einer Umfrage des Bitkom unter 1.002 Bundesbürgern ab 18 Jahren.

Laut Studie geht den Deutschen die Wende aber nicht schnell genug. 71 Prozent der Befragten bewerten das Tempo als zu langsam, wobei es 45 Prozent als viel zu langsam und 26 Prozent als eher zu langsam ansehen. Nur 19 Prozent halten den Fortschritt für genau richtig. Lediglich 6 Prozent geht die Wende zu schnell.

Damit die Energiewende auch funktioniert, braucht es laut 72 Prozent der Befragten digitale Technologien. Dabei sehen 69 Prozent in digitalen Stromnetzen die Grundlage für die Energieversorgung der Zukunft.

Gleichzeitig haben die Befragten auch Sorge vor Cyberattacken auf das Stromnetz. 68 Prozent haben Angst davor, dass Hacker ein digitalisiertes Stromnetz lahmlegen könnten. Geringer ist die Befürchtung, dass durch den Umstieg auf erneuerbare Energien an Tagen ohne Sonnenschein und Wind ein Blackout entstehen könnte. Das befürchten nur 33 Prozent.

Verbraucher wollen Strom sparen

Doch die Verbraucher möchten gemäß der Bitkom-Studie auch selbst einen Anteil zur Energiewende beitragen. 79 Prozent wollen bewusst weniger Energie verbrauchen. Jedoch kritisieren die Befragten die schlechte Informationslage. Ferner wünschen sich 71 Prozent mehr Transparenz zum Stromverbrauch von einzelnen Geräten und 69 Prozent präzisere und leichter zugängliche Informationen über ihren Stromverbrauch insgesamt.

Gleichwohl wissen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht, wie viel Strom sie pro Jahr verbrauchen. Und nur 30 Prozent kennen die Höhe ihrer monatlichen Abschlagszahlung.

Nichtsdestotrotz fordern 86 Prozent der Befragten mehr Informationen für Eigentümer und Mieter zum Energiesparen. 60 Prozent wünschen sich den Ausbau von Smart Metern in Deutschland. Des Weiteren finden 48 Prozent, dass energiesparende Smart-Home-Technologien stärker staatlich gefördert werden sollten.

Heizkosten senken

Die Transparenz beim Strom, fordern der Studie zufolge die Verbraucher auch bei der Heizung. 75 Prozent begrüßen ein Siegel oder Label, das zeigt, ob die eigene Heizung energieeffizient ist. 68 Prozent wünschen sich intelligente Zähler, die in Echtzeit anzeigen, wie viel Energie die Heizung gerade verbraucht. Zudem können sich 59 Prozent vorstellen, ihre Verbrauchsdaten anonymisiert dem Ersteller der Heizkostenabrechnung zu übermitteln.

„Insbesondere beim Thema Heizen könnten wir mit einer konsequenten Digitalisierung den Energieverbrauch massiv senken und die Energieeffizienz steigern. Heizungen gehören zu den größten CO2-Emittenten in Deutschland“, sagt Bitkom-Präsidiumsmitglied Matthias Hartmann. „Schon die im Klimaschutzgesetz formulierten Einsparziele für das Jahr 2020 wurden seitens des Gebäudesektors nicht erfüllt. Aktuelle Abschätzungen zeigen, dass die Ziele auch 2021 verfehlt wurden. Um Energie zu sparen, brauchen wir nicht nur die klassische energetische Sanierung, sondern vor allem eine smarte Steuerung von Heizungsanlagen – in Gewerbeimmobilien ebenso wie in Privathaushalten. Wir brauchen eine digitale Renovierungswelle.“

Gebäudemanagement und Smart Home

Die angesprochene „Renovierungswelle“ geht einher mit dem Energiemanagement von Gebäuden. Demnach sollen der Ansicht von 65 Prozent der Umfrageteilnehmer alte Gebäude mithilfe digitaler Technologien effizienter gemacht werden. Das zahlt sich auch aus. Immerhin sind 28 Prozent bereit, mehr Miete für eine Wohnung zu bezahlen, wenn sie mit energiesparenden Smart-Home-Anwendungen ausgestattet ist.

Wie bereits anklingt, kommt Smart Home in deutschen Haushalten an. Laut der Studie nutzen bereits 18 Prozent smarte Heizkörper und Thermostate und 16 Prozent intelligente Rollläden oder Markisen. Elektronische Verbrauchszähler oder Energiemonitore kommen bei 10 Prozent der Befragten zum Einsatz.

Zudem verwenden immer mehr Verbraucher Smart Meter. Das sind internetfähige Messgeräte für Wärme oder Strom, die den Verbrauch automatisch an die Anbieter übertragen. 57 Prozent der Befragten haben bereits ein solches Gerät im Einsatz und 20 Prozent können es sich vorstellen.

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