Skepsis und Chancen Die Distribution auf dem Weg zur Künstlichen Intelligenz

Von Mihriban Dincel 3 min Lesedauer

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Die Skepsis ist groß, die Chancen aber größer? Wenn es um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) geht, spalten sich oftmals die Geister. Die Technologie ist aber bereits in vielen Bereichen angekommen und schon mehrfach im Einsatz.

Immer mehr KI-Funktionen werden eingesetzt. Auch bei der Distribution findet diese Technologie vermehrt Anwendung. (Bild:  lassedesignen - stock.adobe.com)
Immer mehr KI-Funktionen werden eingesetzt. Auch bei der Distribution findet diese Technologie vermehrt Anwendung.
(Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

Insbesondere in Deutschland scheint man dieser Technologie gegenüber noch misstrauisch zu sein. Laut einer Studie von Deloitte sehen 68 Prozent der deutschen Befragten das Management von KI-bezogenen Risiken als ein großes Hindernis. Auch den Verlust von Arbeitsplätzen (50%) oder die manipulative Kraft der KI (52%) fürchten viele.

Dennoch findet KI schon mehrfach Anwendung. Ionos hat beispielsweise erstmals KI-Funktionen in ein Produkt integriert über MyWebsite Now. Die Kollaborationsplattform Miro hat „Miro AI“ gelauncht. Esker, der Anbieter von KI-gesteuerten Prozessautomatisierungslösungen im Bereich Finanzen, Beschaffung und Kundenservice, kündigte eine Unterstützung der Lösungssuite durch ChatGPT an und Fujitsu brachte die KI-Plattform „Kozuchi“ auf den Markt.

KI-Anbieter im Portfolio

Natascha Buck, Business Development Managerin bei TD Synnex.(Bild:  TD Synnex)
Natascha Buck, Business Development Managerin bei TD Synnex.
(Bild: TD Synnex)

Und solche Anbieter sind bereits in einigen Portfolios der Distribution zu finden. TD Synnex arbeitet beispielsweise mit ThingsThinking zusammen. Der Distributor kann so Partner in der Versicherungsbranche, im Vertragswesen oder Bankenumfeld mittels semantischer KI unterstützen, große Mengen an Texten semantisch zu verstehen. Laut Natascha Buck, Business Development Managerin bei TD Synnex, bestehe zudem schon länger eine Zusammenarbeit mit Automatisierungsanbietern, die KI mit vortrainierten Machine-Learning-Strukturen einsetzen, um Inhalte von Dokumenten und Bildern einzulesen und in Systemen einzugeben.

Auch mit „Kameraanbietern wie Bolide, Cisco Meraki oder Axis, die durch eingebettete Software die Daten bereits vorverarbeiten können, um direkte Aktionen auszulösen“, kooperiere man sowie mit Nvidia, „um nicht nur die virtuelle Welt durch das Omniverse abzubilden, sondern auch die Rechen- und Speicherleistung dafür liefern zu können“, erklärt Buck.

Bereicherung für das Geschäft

Veronika Kirschmer, Executive Director bei Ingram Micro Deutschland.(Bild:  Ingram Micro)
Veronika Kirschmer, Executive Director bei Ingram Micro Deutschland.
(Bild: Ingram Micro)

Bei Ingram Micro wurde mit Xvantage dagegen eine digitale, intelligente, selbstlernende und globale Experience-Plattform eingeführt. Diese werde von Kunden, Herstellerpartner und eigenen Mitarbeitenden genutzt, erklärt Veronika Kirschmer, Executive Director bei Ingram Micro Deutschland. Die Plattform hat das Ziel der Vernetzung, Zusammenarbeit und Verbindung des Ingram Micro Geschäfts. Sie basiert auf globalen Real Time Data Mesh und verfügt über proprietäre Engines, die durch KI und maschinelles Lernen angereichert werden. „Die Plattform wird damit zum digitalen Zwilling von Ingram Micro“, beschreibt Kirschmer. Und man arbeite stetig an der Weiterentwicklung der Plattform. Neue weitere Integrationen und Funktionen seien bereits geplant.

Daneben ist KI im Telekommunikationsbereich nicht mehr wegzudenken. So greift die Komsa-Gruppe bei Aufträgen, die Partner außerhalb des Händlershops schicken oder bei Logistikprozessen auf die Technologie zurück. „Das werden wir in den nächsten Jahren sicher ausbauen“, prognostiziert Andrea Fiedler-Braunschweig, Head of Corporate Communications bei Komsa.

Die aktuellen Diskussionen um KI zeigen, dass wir an einer Schwelle zu etwas ganz Großem stehen

Andrea Fiedler-Braunschweig, Head of Corporate Communications bei Komsa

Großes Potenzial trotz Herausforderungen

Eine gewisse Skepsis ist beim Thema KI sicher gerechtfertigt. Insbesondere im Bereich des Datenschutzes und der Informationsweitergabe sind noch Fragen offen. Doch bereits heute gebe es gute Alternativen zu ChatGPT, „die sich auf den europäischen oder sogar deutschen Markt spezialisieren und entsprechend DSGVO-konform arbeiten“, entgegnet Fiedler-Braunschweig dieser Skepsis.

Und durch diese Technologie könnten sich neue Chancen ergeben. Sowohl für den Eigenbedarf in Form von Automatisierungen als auch für neues Umsatzpotential. „KI-Lösungen wie ChatGPT werden das Customer Service Management grundlegend verändern, was die Nachfrage nach UCC-Lösungen verstärken dürfte“, erklärt Fiedler-Braunschweig. Solche automatisierten Prozesse könnten auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken. „Wir empfehlen unseren Partnern, sich mit dem Thema zu befassen und Anwendungen wie ChatGPT einfach auszuprobieren“, so die Komsa Pressesprecherin.

Beratungskonzept

Unterstützung für Partner

Um Partner auf die Veränderungen der „Next-Generation-Technology“ vorzubereiten hat TD Synnex ein Beratungs-Konstrukt entwickelt, den Practice Builder. Vertriebspartner werden hier innerhalb von 90 Tagen vorbereitet. Sie können ihre eigene Strategieausrichtung vorgeben und diese mit digitalen Tools sowie TD Synnex Beratern ausbauen. Denn so groß die Nachfrage nach diesen Technologien auch ist, „das Wissen zur Umsetzung bei unseren Vertriebspartnern kann nicht so schnell steigen“, verdeutlicht Buck.

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