IT-Services, Geschäftslösungen und generativer KI lassen den Markt für IT-Produkte und -Dienstleistungen weiter boomen. Die Mehrheit der IT-Channel-Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz schätzen ihre Geschäftslage daher besser ein als noch vor zwei Jahren.
Komplexe IT lässt den Channel positiv in die Zukunft blicken.
(Bild: Aris Suwanmalee - stock.adobe.com)
Produkte und Dienstleistungen aus der Technologiebranche im Allgemeinen und der generativen Künstlichen Intelligenz im Besonderen werden immer komplexer. Gut so, befindet die Computing Technology Industry Association, ein Verband für die IT-Branche und in ihre Beschäftigten. Der IT-Channel sollte diese Komplexität nutzen, um sein Geschäft auszubauen – und tut das auch. Das ist jedenfalls das Hauptergebnis einer neuen Studie der CompTIA mit dem Titel „State of the Channel 2024“, für die 1042 Channel-Führungskräfte befragt wurden.
Sie belegt, dass die Unternehmen in der DACH-Region ihre größten Wachstumschancen darin sehen, Lösungen für eine zunehmend komplexe IT zu bieten. Sie erwarten, dass hier die Nachfrage der Kunden nach technischem Knowhow zunehmen wird. Zwei weitere Regionen – Großbritannien und Irland sowie Nordamerika – setzen die gleichen Prioritäten.
KI räumt mit der Komplexität wieder auf
Die andere Hälfte der sechs untersuchten geografischen Regionen (Benelux, ASEAN und ANZ) sieht die Verfügbarkeit von generativen KI-Tools und -Lösungen als wichtigsten Treiber. Hier ist auch für die Europäer noch viel zu gewinnen: 41 Prozent der Channel-Unternehmen in der DACH-Region (43 % weltweit) planen, in diesem Jahr KI-bezogene Software und Dienstleistungen zu verkaufen.
„Die Unternehmen haben das Gefühl, endlich von den pandemiebedingten Störungen befreit zu sein und mehr Spielraum zu haben, um über Wachstum, Investitionen und Innovationen nachzudenken“, so Carolyn April, Vice President, Industry Research, CompTIA. „Das größte Geschäftsfeld, auf das sie sich konzentrieren, sind IT-Dienstleistungen.“
Für das Jahr 2024 prognostiziert Gartner einen Anstieg der weltweiten Ausgaben für Technologie um 6,8 Prozent, einschließlich eines Anstiegs der Ausgaben für IT-Dienstleistungen um 8,7 Prozent auf 1,5 Billionen Dollar. Damit wären die Dienstleistungen erstmals an der Spitze der Ausgaben und würden sogar die Softwareverkäufe in den Schatten stellen.
Chance liegt in den Dienstleistungen
„Da immer mehr Kunden Waren direkt über Online-Marktplätze und E-Commerce-Shops von Anbietern kaufen, liegt der eigentliche Vorteil für viele Channel-Unternehmen in den Dienstleistungen, die sie vermarkten können“, so April. „Ein größerer Prozentsatz der Unternehmen erzielt einen erheblichen Teil seines Umsatzes mit Dienstleistungen. Das betrifft sowohl globale Systemintegratoren als auch Managed-Services-Anbieter, IT-Berater, Lösungsanbieter und andere.“
In der CompTIA-Studie bezeichnen sich zwei Drittel der Channel-Unternehmen in der DACH-Region als Verkäufer von Technologie-Services (48 %) oder von Geschäftslösungen, die Technologie beinhalten (18 %). Weltweit sind dies fast drei Viertel der Channel-Unternehmen, wobei sich zehn Prozent weniger als im deutschsprachigen Raum als Verkäufer von Technologiedienstleistungen (38 %) deklarieren.
Die Verlagerung des Schwerpunkts von Produkten auf Dienstleistungen geht einher mit einer Änderung der Faktoren, die Channel-Unternehmen als wichtig erachten: Sie sind nun mehr daran interessiert, ihre eigene Marke und ihren eigenen Ruf aufzubauen, als die Produktanbieter, mit denen sie zusammenarbeiten, hervorzuheben, so April. Eine Folge dieser Entwicklung sei, Dass die Zahl der Anbieter, mit denen Channel-Unternehmen zusammenarbeiten, zurückgegangen ist: „Seit CompTIA vor elf Jahren begonnen hat, die Teilnahme an Partnerprogrammen zu erfassen, waren Channel-Unternehmen in der Regel an fünf bis 14 Partnerprogrammen von Anbietern beteiligt. In diesem Jahr gibt die Mehrheit der Befragten an, an einem bis neun Programmen teilzunehmen, wobei die Zahl derer, die nur an einem bis vier Programmen teilnehmen, im Vergleich zum Vorjahr angestiegen ist. Die Zahl der Unternehmen, die an keinem Programm teilnehmen, ist im Vergleich zum Vorjahr von sieben auf elf Prozent gestiegen.“
Geschäftslage heute besser ist als vor zwei Jahren
Bei der Mehrheit der Channel-Unternehmen herrsche ein gewisser Optimismus. Etwa sechs von zehn Unternehmen gaben an, dass ihre Geschäftslage heute besser ist als vor zwei Jahren, während bei 30 Prozent die Geschäftslage unverändert sei gegenüber vor zwei Jahren. Gleichzeitig räumt ein erheblicher Prozentsatz der Befragten ein, dass sie ihr geschäftliches Knowhow verbessern müssten.
Stand: 08.12.2025
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Nur 32 Prozent der Channel-Anbieter aus der DACH-Region bezeichneten ihr Unternehmen als „Experten“ in geschäftlichen Belangen (Kenntnisse in Finanzen, Buchhaltung, Recht, Budgetierung usw.). 65 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass sie sich in verschiedenen Bereichen verbessern müssten. Fast die Hälfte (43 %) nannte Schulungen und Zertifizierungen durch einen Branchenverband als wichtigstes Mittel zur Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, gefolgt von Peer-to-Peer-Netzwerken und herstellerspezifischen Schulungen.