Internetkriminelle sind sich sicher, dass die Cloud einen immer höheren, geschäftlichen Wert hat. Deshalb nehmen die Cloud-Attacken weiter zu. Doch was tut sich in der Cloud-Sicherheit? Führende Analystenhäuser haben dazu Prognosen gemacht. Wir geben einen Überblick.
Steigende Angriffe auf IT-Infrastrukturen wie Cloud-Umgebungen lassen nur einen Schluss für 2025 zu: Die Sicherheitsmaßnahmen müssen deutlich erhöht werden.
(Bild: Kiattiporn - stock.adobe.com)
Die Ausgaben für Cloud Computing steigen weiter
Laut der aktuellen Prognose von Gartner werden auf Anwenderseite die weltweiten Ausgaben für öffentliche Cloud-Dienste im Jahr 2025 voraussichtlich 723,4 Milliarden US-Dollar betragen, gegenüber 595,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024.
„Der Einsatz von KI -Technologien in der IT und im Geschäftsbetrieb beschleunigt die Rolle des Cloud Computing bei der Unterstützung von Geschäftsabläufen und -ergebnissen unvermindert“, sagte Sid Nag, Vice President Analyst bei Gartner. „Die Cloud-Anwendungsfälle nehmen weiter zu, wobei der Fokus zunehmend auf verteilten, hybriden, Cloud-nativen und Multicloud-Umgebungen liegt, die von einem Cross-Cloud-Framework unterstützt werden, wodurch der Markt für öffentliche Cloud-Dienste bis 2025 ein Wachstum von 21,5 Prozent erzielen wird.“
Wenn aber die Nutzung der Cloud weiter zunimmt und entsprechend mehr Daten und zunehmend geschäftskritische Anwendungen in der Cloud landen, bleibt dies nicht unbemerkt auf Seiten der Internetkriminellen. Die Cloud-Sicherheit muss im Jahr 2025 deshalb deutlich optimiert werden, um den Cloud-Attacken standhalten zu können. Wo aber wird sich die Cloud-Sicherheit konkret weiterentwickeln? Wo lohnen sich entsprechende Investitionen? Auch dazu geben Analystenhäuser wie Gartner interessante Antworten.
Cloud-Sicherheit braucht neue Skills
Richard Bartley, VP Analyst bei Gartner, erklärte: „Viele der Risiken, denen wir in der Cloud ausgesetzt sind, ähneln denen on-premises, wenn sie nicht sogar dieselben sind, aber in der Cloud sind sie noch größer“. Deshalb lautet sein Rat: „Die Cloud ist die neue Normalität, und Sie müssen Ihre Fähigkeiten anpassen, um Cloud-Sicherheit zu unterstützen. Anstatt davon auszugehen, dass dies einfach ist und Ihr Team es schnell erlernen kann, sollten Sie aufgeschlossen gegenüber neuen Wegen der Implementierung von Sicherheit sein.“
Da Unternehmen immer stärker in die Cloud migrieren, erwarten die Analysten von Gartner eine Zunahme von Cloud-Sicherheitslösungen und einen Anstieg des Marktanteils bei Cloud-nativen Lösungen. Der kombinierte Markt für Cloud Access Security Broker (CASB) und Cloud Workload Protection Platforms (CWPP) wird voraussichtlich im Jahr 2025 8,7 Milliarden US-Dollar erreichen, verglichen mit den prognostizierten 6,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, so Gartner.
Aber Cloud-Sicherheit braucht mehr Einheitlichkeit
Die Analysten von Frost & Sullivan sehen ebenfalls die Bedeutung dieser Werkzeuge, betonen aber, dass Cloud-Sicherheit vereinheitlicht werden muss und wird: Angesichts der steigenden Nachfrage nach einheitlicher Sicherheit, die detaillierte Transparenz und robusten Schutz in verschiedenen Cloud-nativen Anwendungsumgebungen bietet, wenden sich Unternehmen von eigenständigen Cloud-Sicherheitstools ab, so Frost & Sullivan. Bisher verwendete Tools wie Cloud Security Posture Management (CSPM), Cloud Workload Protection Platforms (CWPPs), Schwachstellenmanagement, Infrastructure as Code (IaC) und Containersicherheit führen aufgrund fehlender einheitlicher Abdeckung häufig zu Komplexitäten.
Als Reaktion darauf setzen Unternehmen zunehmend vollständig integrierte Cloud-Native Application Protection Platforms (CNAPPs) ein. Diese umfassenden Plattformen bieten durchgängige Transparenz, Risikomanagement und Sicherheitsfunktionen auf allen Ebenen moderner Cloud-Bereitstellungen, einschließlich Cloud-Infrastruktur, Workloads, Anwendungen und Daten, so die Analysten.
Cloud-Sicherheit muss in allen Phasen ausgebaut werden
Der Bericht „Voice of Enterprise Security“ von Frost & Sullivan hebt einen deutlichen Anstieg der Investitionen in Cloud-Sicherheit bei globalen Organisationen hervor. Der Bericht zeigt, dass 31 Prozent der Befragten Cloud-Sicherheit nutzen, um Sicherheitsverletzungen vorzubeugen, während 30 Prozent diese Lösungen nutzen, um Cloud-Bedrohungen zu erkennen und darauf zu reagieren. Darüber hinaus investieren 24 Prozent in Cloud-Sicherheit, um sich auf unbekannte Bedrohungen vorzubereiten, und 12 Prozent nutzen Cloud-Sicherheitstechnologien zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Anh Tien Vu, Wachstumsexperte bei Frost & Sullivan, erklärte: „Dieser Aufwärtstrend bei Investitionen unterstreicht das wachsende Bewusstsein und die Priorisierung der Cloud-Sicherheit bei Unternehmen weltweit. Schätzungen zufolge werden 2025 89 Prozent der Unternehmen Cloud Workload Protection Platforms (CWPPs) einsetzen, 91 Prozent Cloud Security Posture Management (CSPM) nutzen und 88 Prozent Cloud Infrastructure Entitlement Management (CIEM) implementieren.“
Er fügte hinzu, dass voraussichtlich etwa 88 Prozent der Organisationen umfassende Cloud-Sicherheitsplattformen erkunden werden, darunter auch Cloud-Native Application Protection Platforms (CNAPPs).
Stand: 08.12.2025
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Cloud-Sicherheit vom Provider oder von Dritten
Die Analysten von Forrester haben sich angesehen, woher diese Cloud Security-Lösungen bezogen werden. 2025 werden demnach Hyperscaler wie AWS, Azure und Google weiter den Ausbau ihrer nativen Sicherheitsfunktionen für Cloud-Workloads vorantreiben. Bis Ende 2025 werden aber höchstens 60 Prozent der Cloud-Kunden die nativen Sicherheitsfunktionen der Hyperscaler-Plattform bevorzugen, während die restlichen 40 Prozent lieber einen auf die Plattform spezialisierten Security-Anbieter nutzen werden. Forrester nennt insbesondere Anbieter wie Cisco, Fortinet, Wiz und Palo Alto Networks, die erhebliche Investitionen in ihre Cloud-Sicherheitslösungen getätigt haben.
Es zeigt sich, dass nicht nur die Angreifergruppen ihre Aktivitäten in Richtung Cloud erhöhen werden, sondern die Anwenderunternehmen, die Cloud-Provider und die Security-Unternehmen ebenfalls. Dabei ist es aber wichtig, dass die Cloud-Sicherheit nicht zu einer großen „Tool-Sammlung“ wird, sondern einen umfassenden, vereinheitlichten Schutz bieten kann. Nur so lassen sich die Schlupflöcher finden und schließen, die in der ganzen Cloud-Infrastruktur stecken können, und auf deren Ausnutzung Internetkriminelle nur warten.