Für Unternehmen wird es im Jahr 2021 darauf ankommen, schneller und präziser als zuvor Entscheidungen auf Basis aktueller Daten treffen zu können. Denn: durch Covid-19 haben sich in den letzten Monaten Märkte, Lieferketten und das Kundenverhalten verändert.
Prognosemodelle auf Basis aktueller Verkaufsdaten helfen, um künftige Strategien an die veränderte Realität anzupassen.
(Bild: Yuri Hoyda - stock.adobe.com)
Trend 1: aktuelle Daten sind wertvoller denn je. Ein Beispiel für das hohe Veränderungstempo liefert der Einzelhandel. Den Trend zum Online-Shopping erlebte die Branche zwar bereits vor Covid-19, diese Entwicklung hat nun aber deutlich an Fahrt gewonnen. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) erzielte der Handel mit Onlineverkäufen im ersten Halbjahr 2020 ein überdurchschnittliches Plus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Daher müssen Hersteller beispielsweise ihre Marketing- und Vertriebsstrategien anpassen, aber auch das eigene Portfolio analysieren und ermitteln, wie stark sich die Kundenwünsche durch Online-Shopping verändert haben. Mitarbeiter müssen daher schnell Prognosemodelle auf Basis aktueller Verkaufsdaten erstellen können, um künftige Strategien an die veränderte Realität anzupassen.
2021 wird für den Einzelhandel zu einem ereignisreichen Jahr. Neue digitale Geschäftsmodelle und der Wandel hin zu einem personalisierten Online-Shopping sorgen weiterhin für fundamentale Veränderungen. Der Faktor „Time-to-Insight“, also wie schnell ein Unternehmen neue Erkenntnisse aus Daten ziehen kann, um eine ganzheitliche Sicht auf Kunden zu erhalten, wird somit zur zentralen Metrik für eine erfolgreiche Vertriebsstrategie.
Trend 2: die Supply-Chain sichern. Globale Lieferketten für Rohstoffe und Produkte sind seit Beginn der Pandemie stark im Wandel. Unternehmen müssen daher handeln: um gegen Engpässe oder Verzögerungen besser gewappnet zu sein, streben sechs von zehn Firmen eine geografische Diversifizierung der Lieferketten an, so eine Umfrage des Fertigungsdienstleisters 3D Hubs. Darüber hinaus sind aktuell Frachtkapazitäten für Containerschiffe aus Asien stark ausgelastet, während die Preise für Luftfracht explodieren. Weiterhin müssen Unternehmen ihre Produktionskapazitäten ständig anpassen, da es durch Krankheiten oder Lockdowns immer wieder zu Personalengpässen kommen kann.
Für produzierende Betriebe wird es nicht ausreichend sein, historische Daten aus dem Jahr 2020 dazu zu verwenden, ihre Planung für 2021 abzusichern. Die sich schnell verändernden externen Faktoren verlangen die Fähigkeit, dass eine Organisation sehr schnell vorausschauende Analysen erstellen und eine Reihe von Szenarien per Mausklick durchspielen kann, um zum Beispiel zu ermitteln, wie sich ein Engpass bei bestimmten Rohstoffen auf die eigenen Produkte auswirkt. Damit dies gelingt, sind Daten in hoher Aktualität zu Lieferketten, Rohstoffpreisen und weiteren Faktoren notwendig, denn nur auf der Grundlage korrekter Daten, die die aktuelle Marktsituation widerspiegeln, können Menschen die richtigen Entscheidungen treffen.
Trend 3: 2021 wird das Jahr der Datenkultur. Mehr Mitarbeiter in den Fachabteilungen werden im Jahr 2021 analytische Werkzeuge an ihren Arbeitsplätzen benötigen, die sie ohne Hilfe von Data Scientists nutzen können. Erst mit diesem Self-Service-Ansatz wird es möglich, dass Mitarbeiter ihre Fachkompetenz mit analytischen Fähigkeiten kombinieren und somit schneller datengesteuerte Entscheidungen treffen. Mitarbeiter entwickeln so intelligentere Strategien, um zeitnah auf Marktschwankungen oder neue Kundenwünsche zu reagieren.
Für 2021 wird es daher wichtig, dass Manager ihre Mitarbeiter in den Fachbereichen befähigen und motivieren, ihre ganz persönliche Digitale Transformation zu starten: neben den technologischen Fähigkeiten ist nämlich eine neue Denkweise notwendig, damit eine datengesteuerte Kultur entsteht. Mitarbeiter, die mit Self-Service-Werkzeugen sowie automatisierten Data-Analytics-Prozessen ausgestattet sind, werden von manuellen, sich wiederholenden Aufgaben befreit. Hierbei helfen Low- und No-Code-Werkzeuge, über die sich Prozesse sehr einfach automatisieren lassen.
Insbesondere die Automatisierung wird von Experten als Schlüsseltechnologie für zukunftsfähige Arbeitsplätze angesehen. Die Deloitte-Studie „Jobs der Zukunft“ vom November 2020 geht davon aus, dass im Durchschnitt 35 Prozent der jetzt noch von Menschen erbrachten Tätigkeiten automatisiert werden können. Hiervon lassen sich wiederum 8 Prozent durch automatisierte Data Analytics-Prozesse erledigen, so die Studie.
Stand: 08.12.2025
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Die frei gewordene Zeit können Mitarbeiter dann nutzen, sich eigenständig auf die Suche nach neuen Erkenntnissen zu machen, die dabei helfen, die richtigen Business-Entscheidungen zu treffen. Insgesamt wird durch den Self-Service-Ansatz die Demokratisierung von Daten und Analysen innerhalb der gesamten Organisation vorangetrieben und es entsteht eine neue Datenkultur.
Tom Becker Regional Vice President Central Europe bei Alteryx