Am 1. Juli endete in Deutschland die Homeoffice-Pflicht. Aber einen vollständigen Weg zurück ins Büro gibt es für die wenigsten, so eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag von Cisco. Die Arbeitswelt habe sich für immer verändert. Auch weltweit gehe der Trend eindeutig hin zu Hybrid Work.
Seit dem Ende der Homeoffice-Pflicht in Deutschland rücken hybride Arbeitsmodelle in den Fokus.
(Bild: Cisco)
Nach dem Ende der Homeoffice-Pflicht sind bislang nur wenige wieder komplett ins Büro zurückgekehrt. Das besagt eine von Cisco beauftragte Civey-Umfrage unter 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus Deutschland, bei denen Homeoffice grundsätzlich möglich ist bzw. war.
Demnach habe ein Drittel (33,4 %) immer noch die vollständige Entscheidungsfreiheit über den Arbeitsort. Nur für 6,5 Prozent gelte wieder eine strikte Präsenzpflicht am Arbeitsplatz, bei weiteren 13,7 Prozent sei Homeoffice nur noch in Ausnahmefällen möglich. Ein Viertel (24,7 %) arbeite einige Tage pro Woche im Büro, den Rest im Homeoffice.
Ebenso deutlich seien die Veränderungen in der Meetingkultur. So würden weiterhin fast die Hälfte (45,5 %) aller Meetings als Videokonferenz stattfinden und nur bei 14,6 Prozent der Befragten persönliche Treffen dominieren. Stattdessen seien hybride Besprechungen mit Mitwirkenden im Büro und per Video für 22,8 Prozent inzwischen der Normalfall.
Allerdings fühle sich nur die Hälfte (50,9 %) gleichberechtigt, wenn er oder sie per Video dabei ist, während andere im Büro zusammensitzen. Ein Drittel (33,9 %) fühle sich dann sogar benachteiligt. „Wir müssen dafür sorgen, dass der Wandel der Arbeitswelt nicht zu einer Zweiklassengesellschaft führt. Mitarbeiter:innen müssen vollwertig eingebunden bleiben – egal wo sie arbeiten“, betont Uwe Peter, Deutschlandchef von Cisco.
48,3 Prozent der Remote-Teilnehmenden sehen sich seltener aktiv einbezogen, so die Umfrage. Zudem gebe es technische Herausforderungen: Sprecherinnen und Sprechern (40,8 %) sowie Inhalten (31,7 %) könne man schlechter folgen, außerdem seien Bild- und Tonqualität unzureichend (33,8 %). Für immerhin ein Fünftel (21,4 %) seien keine Hürden erkennbar. 45,7 Prozent der Befragten glauben, dass eine bessere technische Ausstattung für alle zu einer gleichwertig guten Gestaltung hybrider Meetings beitragen würde.
Dabei sollten Unternehmen nicht nur an die Hardware und Breitbandanbindung denken, sondern auch an die Software. „Wir wollen Hybrid Work und eine moderne Meetingkultur unterstützen und vorantreiben. So haben wir Cisco Webex mit zahlreichen neuen Features ausgestattet, die genau das unterstützen“, sagt Anton Michael Döschl, Director Sales Collaboration bei Cisco Deutschland. Zu diesen Neuerungen gehören sowohl Lösungen für die Rauschunterdrückung, automatische Übersetzung und Transkription oder organisatorische Funktionen wie Umfragen und Gestenerkennung.
Erster Global Hybrid Work Index
Gerade die Forderung nach einer besseren technischen Ausstattung sollten Unternehmen sehr ernst nehmen, denn für Angestellte werde die Möglichkeit für Homeoffice immer wichtiger – und dort in der gleichen Qualität arbeiten zu können wie im Büro. So zeige der nun erstmals veröffentlichte Global Cisco Hybrid Work Index, dass für 64 Prozent der Befragten die Homeoffice-Option Einfluss darauf haben kann, ob sie im Job bleiben oder kündigen.
Der Cisco Hybrid Work Index soll künftig quartalsweise erscheinen und neben Umfragen auf Millionen von aggregierten und anonymen Kundendaten basieren. So biete er Einblicke in die Gewohnheiten und Technologienutzung der Menschen im Zeitalter von Hybrid Work. Derzeit würden weltweit pro Monat allein mehr als 61 Mio. Meetings über Cisco Webex stattfinden. Der Anteil der Menschen, die mit mobilen Geräten an Meetings teilnehmen, sei seit Beginn der Pandemie von neun auf 27 Prozent gestiegen. In 98 Prozent der Meetings sei mindestens eine Person aus der Ferne zugeschaltet. Gleichzeitig würden sich in hybriden Meetings nur knapp die Hälfte der Remote-Teilnehmenden (48 %) aktiv zu Wort melden. Dies unterstreiche die Dringlichkeit, mit der richtigen Technologie und einer neuen Meetingkultur dafür zu sorgen, dass sich Remote-Teilnehmende mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Büro gleichberechtigt fühlen.
Weitere wichtige Ergebnisse:
Heimnetzwerke sind ein wichtiger Teil des Unternehmensnetzwerks: Seit Beginn der Pandemie sei die Zahl der mit dem Netzwerk verbundenen Endgeräte von Remote-Arbeitenden doppelt so schnell gewachsen wie die Zahl von kleinen und mittleren Routern für Unternehmen.
Steigende Gefahr erfordert benutzerzentrierte Sicherheit: Während der Pandemie habe die Zahl bösartiger Remote-Zugriffsversuche um das 2,4-Fache zugenommen. Im September 2021 seien täglich mehr als 100 Mio. E-Mail-Angriffe auf die hybride Belegschaft gerichtet gewesen. Dies zeige die Bedeutung von umfassenden Security-Infrastrukturen.
Collaboration-Apps werden für den Erfolg der hybriden Arbeitswelt als am wichtigsten angesehen: Collaboration-Apps seien inzwischen die am häufigsten überwachten Anwendungen, vor Programmen für sicheren Zugang und Produktivität.
Die Netzwerke von Cloud-Anbietern sind stabiler als die von Internet-Service-Providern: Von Januar 2020 bis August 2021 seien Cloud-Netzwerke nur für fünf Prozent der Ausfälle verantwortlich gewesen, ISP-Netzwerke für die restlichen 95 Prozent.
Präsenz ist wieder im Kommen: Die Zahl der Geräte, die sich mit Wi-Fi-Netzwerken vor Ort verbinden, sei in den letzten sechs Monaten um 61 Prozent gestiegen. Angeführt werde dieses Wachstum von den Bereichen Hochschulbildung, Dienstleistungen und Gastgewerbe.
Über die Studie
Der Global Hybrid Work Index von Cisco sei die einzige Studie ihrer Art, die Menschen, Technologien und Unternehmen betrachtet, um neue globale Arbeitstrends zu identifizieren. Sie basiere auf Millionen von aggregierten und anonymisierten Kundendaten von Ciscos Plattformen für Zusammenarbeit (Webex), Netzwerke (Meraki), Internet-Transparenz (ThousandEyes) und Sicherheit (Talos, Duo, Umbrella). Neben eigenen Mitarbeiterdaten von Cisco werde die Studie von Drittanbietern ergänzt, die mehr als 39.000 Personen in 34 Ländern befragt haben, darunter CIOs, IT-Entscheidende und Mitarbeitende.
Stand: 08.12.2025
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