Agentenbasiertes SOC Crowdstrike rüstet Falcon mit SOAR und XIoT auf

Von Natalie Forell 5 min Lesedauer

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Crowdstrike rückt das agentenbasierte SOC in den Mittelpunkt und erweitert die Falcon Agentic Security Platform um Charlotte Agentic SOAR, neue KI Agenten und XIoT Sichtbarkeit. Ziel ist schnellere Abwehr, weniger Aufwand und präzisere Entscheidungen.

Crowdstrike rückt das agentenbasierte SOC in den Mittelpunkt und erweitert die Falcon Agentic Security Platform neben neuen Funktionen auch um neue KI-Agenten.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Crowdstrike rückt das agentenbasierte SOC in den Mittelpunkt und erweitert die Falcon Agentic Security Platform neben neuen Funktionen auch um neue KI-Agenten.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Der Sicherheitshersteller Crowdstrike stellt auf der Fal.Con 2025 Europe mehrere Neuheiten der Falcon-Plattform vor. Neben neuen Agenten für Malware-Analyse und Threat Hunting, gibt es nun auch Charlotte Agentic SOAR (Security Orchestration, Automation and Response). Die meisten Neuerungen zahlen auf ein agentenbasiertes Security Operation Center (SOC) ein. Für den Channel erweitert Crowdstrike außerdem mit dem Authorized Support Partner Program die Distributionsverträge mit Ignition Technology und Westcon‑Comstor um mehrsprachigen, lokalisierten Level‑1‑ und Level‑2‑Support.

George Kurtz, Gründer und CEO von Crowdstrike(Bild:  Crowdstrike)
George Kurtz, Gründer und CEO von Crowdstrike
(Bild: Crowdstrike)

„Die Welt befindet sich in einem Wettrüsten um die KI-Überlegenheit, da Gegner KI als Waffe einsetzen, um Angriffe zu beschleunigen“, sagte George Kurtz, CEO und Gründer von Crowdstrike. Im KI‑Zeitalter seien drei Dinge besonders entscheidend: Datenqualität, Reaktionsgeschwindigkeit und Präzision. Die Herbstversion der Falcon‑Plattform, die Falcon Agentic Security Platform, wurde bereits im September angekündigt und bildet das Fundament für ein agentenbasiertes SOC, das nun weiter ausgebaut wurde.

Charlotte Agentic SOAR

Während SIEM (Security Information and Event Management) Einblicke in Unternehmensaktivitäten gibt, dient SOAR in erster Linie dazu, Reaktionen zu orchestrieren und automatisieren, um schneller handeln zu können. Crowdstrike hat dazu Charlotte Agentic SOAR vorgestellt, die neue Orchestrierungsschicht der Flacon Agentic Security Platform. Das Ziel ist es, die KI-gestützten Agenten über den gesamten Sicherheitszyklus hinweg zu koordinieren und sowohl Daten als auch Kontexte miteinander zu verknüpfen. So sollen KI-Agenten mithilfe von Analysten in Echtzeit gesteuert werden und auch Agenten von Drittanbieter in einem koordinierten System miteinander arbeiten.

Traditionell basieren SOAR-Tools auf statischen Playbooks sowie festen Workflows, und erfordern regelmäßige Wartung. Gegen KI-gestützet Angriffe kommen sie oft nicht an. Durch das neue Agentic SOAR werden automatische Abläufe nun standardisiert und koordinierte Entscheidungen sollen in Echtzeit getroffen werden. Konkret ermöglicht die Lösung:

  • Tools automatisch zu verknüpfen,
  • Leitplanken und Projekte automatisch festlegen,
  • sowie Playbooks und adaptive Workflows KI‑basiert in natürlicher Sprache und per Drag‑and‑Drop zu erstellen.
Crowdstrike Fal.Con Europe 2025
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Erweiterung des Agentic Security-Team

Crowdstrike hat zudem neue, sofort einsatzbereite Agenten vorgestellt, welche die Falcon-Plattform erweitern und damit das Ziel des agentenbasierten SOC weiter vorantreiben. Sie adressieren vor allem gängige Aufgaben wie App‑Erstellung und Daten‑Onboarding. Statt maschinell generierte Playbook-Daten zu erhalten, verfügen sie über Expertenwissen, sodass sie große Datensätze analysieren und autonom handeln können. Zu den neuen und aktualisierten Agenten gehören:

  • Foundry App Creation Agent (Falcon Foundry): Analysten können ihre Anforderungen mit diesem Agenten in natürlicher Sprache beschreiben und der Agent plant, entwirft und beschleunigt dann den Weg von der Idee bis hin zur Anwendung. Dadurch können Sicherheitsanwendungen ohne Programmierung entwickelt und bereitgestellt werden.
  • Data Onboarding Agent (Falcon Next-Gen SIEM): Durch die Optimierung der Datenpipeline-Erstellung wird das Onboarding von Daten in Falcon Next-Gen SIEM beschleunigt.
  • Aktualisierter Agent zur Priorisierung von Sicherheitslücken (Falcon Exposure Management): Der aktualisierte Agent kann nun authentifiziert Scannen und ermöglicht kontinuierliche Transparenz durch Falcon Exposure Management.

Übernahme von Onum

Laut eigenen Angaben des Herstellers war die Migration von Daten in Next-Gen SIEM bisher der zeitaufwändigste Teil der SOC-Transformation und hat häufig Tools von Drittanbietern erfordert – das ist jetzt anders: Seit September hat Crowdstrike nun Onum übernommen. Onum ist ein Tool für Telemetrie‑Pipelines in Echtzeit und bringt autonome Intelligenz direkt an die Datenquelle. Das Tool basiert auf einer proprietären, zustandslosen In-Memory-Architektur und zielt darauf ab, Telemetriedaten in Echtzeit zu sammeln und diese als Datengrundlage für agentenbasierte Sicherheit in Falcon Next-Gen SIEM zu integrieren. Onum überträgt die Falcon KI-gestützte Erkennung direkt auf Datenquellen von Drittanbietern durch In-Pipeline Analysen und beginnt, laut Angaben von Crowdstrike, mit der Erkennung bevor die Daten die Falcon-Plattform erreichen. Damit soll Falcon Next-Gen SIEM laut Crowdstrike selbst zu einem „Synonym für die KI-gestützte Transformation von SOC“ werden.

Absicherung von KI durch Pangea

KI ist nicht nur Werkzeug für Verteidiger. Auch sie muss geschützt werden. Im September gab Crowdstrike noch eine weitere Übernahme bekannt: Pangea, ein Anbieter für KI-Sicherheit. Die Lösung soll ab Dezember in der Falcon-Plattform integriert sein und es Crowdstrike ermöglichen AI-Detection and Response (AIDR) anzubieten.

AIDR überträgt die Logik von EDR (Endpoint Detection and Response) auf KI‑Systeme und Modelle. Bisher konnte die Falcon-Plattform die Umgebungen und Modelle schützen, in denen KI ausgeführt wurde und somit verhindern, dass sensible Daten, Endpunkte und Cloud-Workloads die Systeme verlassen. Die Erweiterung mit Pangea schützt nun auch die kritische Interaktionsschicht, also genau dort, wo KI im gesamten Unternehmen entwickelt und eingesetzt wird. Außerdem kommen folgende Funktionen dazu:

  • Prompt Injection-Angriffe werden blockiert,
  • riskante KI-Nutzung wird gestoppt,
  • die Entwicklung und Produktion wird sicherer, und
  • Innovationen sollen beschleunigt werden.

Kontinuierliche Einblicke in XIoT-Umgebungen

Um der stärkeren Vernetzung von OT- und IT-Bereichen gerecht zu werden, erweitert Crowdstrike Falcon für XIoT. Ganz nach dem Motto „Was man nicht sieht, kann man nicht schützen“ bietet Falcon für XIoT nun kontinuierlichen Einblick in den laufenden Betrieb. Das soll die Erkennung, Überwachung und Transparenz der Anlageninteraktionen verbessern und mehr Kontrolle über die Risiken industrieller Systeme bieten.

  • Zero-Touch XIoT Discovery ermöglicht die automatische Identifizierung und Inventarisierung von Industrieanlagen, auch in segmentierten Netzwerken. Dazu braucht es weder dedizierte Sensoren, noch manuelle Konfigurationen oder Scans.
  • Transparenz bei der Segmentierung liefert Kontexte in Echtzeit zur Kommunikation von Geräten und setzt Segmentierungs-Richtlinen durch, um das Risiko lateraler Bewegung in IT- und OT-Netzwerken zu reduzieren.
  • Daten von Industrieanlagen und Schwachstellen werden auf einer Benutzeroberfläche innerhalb der Falcon-Plattform angezeigt.

Ausblick in die Zukunft

Bei allen Innovationen betont Crowdstrike den Human-in-the-Loop-Ansatz. Die unterschiedlichen Tools tragen dazu bei, die Falcon-Plattform zu einer zentralen Oberfläche zu machen, die neben IT auch OT vereint und vollautomatische Prozesse ermöglicht. Auf der Fal.Con 2025 wurden dazu noch weitere Dinge angekündigt:

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  • Ein Agent Gateway soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres kommen.
  • Realtime Cloud Detection and Response soll noch in diesem Jahr folgen.

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