Observability entwickelt sich zu einem starken Wachstumstreiber. Computacenter und Splunk berichten im Gespräch mit IT-BUSINESS, wie Echtzeit-Einblicke, KI-gestützte Analysen helfen, die Komplexität moderner IT-Infrastrukturen in den Griff zu bekommen.
Ein Cocktail aus KI, Observability und KI sorgt für mehr Durchblick in komplexen IT-Landschaften.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
In modernen IT-Landschaften explodieren Komplexität und Dynamik förmlich: Microservices, Cloud-Infrastrukturen, containerisierte Deployments und verteilte Systeme sind längst nicht mehr Ausnahme, sondern die Regel. Es entsteht eine Flut an Alarmen, die oft unnötig die Pferde scheu machen und den Blick für ernsthafte Vorfälle verstellen können. Klassische Monitoring-Lösungen geraten hier schnell an ihre Grenzen, und IT-Ausfälle werden schnell kostspielig.
Kein klassisches Monitoring
Observability lautet daher das Zauberwort in IT-Teams, und meistens liegt das Problem schon in der Begrifflichkeit.
Matthias Adam, Consultant Big Data bei Computacenter
(Bild: Bernd Arnold)
„Wenn ich mir die Umgebungen anschaue, tun sich viele Kunden noch mit der Begriffsdefinition von Observability schwer“, berichtet Matthias Adam, Consultant Big Data bei Computacenter. Gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Probst hat er vor zehn Jahren das Geschäft mit der Big-Data-Plattform Splunk bei dem IT-Dienstleister aufgebaut. Viele Unternehmen halten Observability fälschlicherweise einfach für Monitoring mit zusätzlichen Features. Cory Minton, Global Field CTO bei Splunk, versucht es so: „Observability ist die Fähigkeit, zu verstehen, was in komplexen digitalen Systemen vor sich geht, indem man sie gut instrumentiert und die richtigen Signale identifiziert, um zu erkennen, was genau passiert.“ Im Gegensatz zum klassischen Monitoring geht der Ansatz des Anbieters weiter: „Wir betrachten nicht nur Logs oder Metriken. Wir analysieren verteilte Traces, die uns tiefere Einblicke in die gesamte Ausführung der Bereitstellung einer Anwendung geben.“ Diese erweiterte Sichtweise von spiegelt sich auch in der Praxis von Partnern wie Computacenter wider: „Zusätzlich zum Kerngeschäft von Splunk bieten Splunk-Use-Cases zur Überwachung verschiedener Hersteller einen ganzheitlichen Blick auf den Kunden“, so Adam. Die Kundenberatung bei dem Dienstleister beginnt mit einer Strategieberatung, gefolgt vom Aufbau einer passenden Organisation beim Kunden. Danach wird herstellerunabhängig evaluiert, welche Lösungen am besten passen. Ist Splunk geeignet, kann es als Automatisierungslösung für das SOC oder als Observability-Plattform implementiert werden. Splunk bietet dazu eine Produktpalette für Plattform, Security und Observability an, die ein Gespann für resiliente Infrastrukturen bilden soll.
Gamechanger im OT-Umfeld
Um den Kundenmehrwert weiter zu steigern, setzt Computacenter zunehmend auf Künstliche Intelligenz. „Wir setzen KI beispielsweise in der Entwicklung von Datenparsern und Security-Detections ein. Die KI liefert bereits großartige Ideen, aber letztendlich müssen wir die Arbeit leisten, um sie auf die Kunden anzupassen“, so Matthias Probst, Solution Manager Cyber Defence bei Computacenter.
Matthias Probst, Solution Manager Cyber Defence bei Computacenter
(Bild: Computacenter)
Die Vorteile KI-gestützter Analysen zeigen sich besonders deutlich in produktionsnahen Szenarien: Predictive Maintenance, die Optimierung von Produktionsqualität und das Vermeiden von Ausfällen stehen hier im Fokus. Computacenter setzt dafür ein eigenes OT-Team ein – mit Fachkräften, die ursprünglich aus der Produktion kommen und so eine Brücke zwischen IT und OT schlagen können.
Lagebericht Observability 2025
Wie stark Observability heute schon in Unternehmen verankert ist, zeigen aktuelle Umfragen. Eine aktuelle Splunk-Studie unterstreicht, wie stark sich Observability auf das gesamte Unternehmen auswirken kann. Nach den Ergebnissen der weltweiten Befragung von mehr als 1.800 IT- und Engineering-Fachleuten verbessert Observability bei rund 74 Prozent der Unternehmen die Produktivität der Mitarbeiter, bei etwa 65 Prozent den Umsatz und bei knapp 64 Prozent die Entwicklung der Produkt-Roadmaps.
Die Studie zeigt außerdem, dass Observability zunehmend als strategischer Faktor verstanden wird – nicht nur für den IT-Betrieb, sondern auch für Geschäftsentscheidungen und die Einführung von KI. Im Mittelpunkt stehen dabei ein besseres Verständnis von Systemzusammenhängen, schnellere Reaktionszeiten und eine höhere Stabilität digitaler Dienste.
Hype-Thema Agentic AI
Dass Observability und KI zunehmend verschmelzen, zeigte sich auch auf der der .conf25 in Boston. Dort präsentierte Splunk ein erweitertes Observability-Portfolio mit agentenbasierter KI. Mithilfe spezialisierter Analysen können Unternehmen prüfen, ob ihre Modelle hinsichtlich Business-Ziele, Performance und Kosten wie geplant funktionieren. Features wie AI Troubleshooting Agents, AI Agent Monitoring und Business Insights sollen dabei kontextbezogene Einblicke liefern. Hört man sich in der Branche um, reichen die Einschätzungen zu KI-Agenten von Next Big Thing bis hin zu überbewertet. Will Sommer, Senior Director Analyst bei Gartner meint: „Langfristig wird die Konsolidierung der führenden Unternehmen ermöglichen, agentenbasierte Produkte zu entwickeln, die den technischen und geschäftlichen Anforderungen jener Kunden gerecht werden, die derzeit mit der Einführung von KI-Agenten noch Schwierigkeiten haben.“ Wie schnell das Hype-Thema Agentic AI tatsächlich in der Breite des Marktes ankommt, muss sich noch zeigen. Klar ist jedoch: „Man kann den KI-Geist und die Agenten nicht wieder in die Flasche zurückstecken,“ wie es Greg Leffler, Director of Developer Evangelism & Lead Evangelist -Observability von Splunk ausdrückte.
Partnerprogramm wird integriert
Neben technologischen Weiterentwicklungen verändert sich auch das Ökosystem rund um Splunk deutlich. Cisco übernahm Splunk vor zwei Jahren für 28 Milliarden Dollar. Der Deal wirkt sich inzwischen massiv auf das Partnernetzwerk aus. „Seit der Übernahme durch Cisco erfährt Splunk zunehmende Dynamik mit starkem Interesse sowohl von Cisco-Partnern als auch von Splunk-Partnern, die das erweiterte Cisco-Portfolio erkunden“, erklärt Alexandra Turbitt, Group VP Partner Organization EMEA bei Splunk. Die Partneranzahl habe sich inzwischen verdoppelt. Die Channel-Teams von Cisco und Splunk wachsen laut Turbitt ebenfalls enger zusammen.
Stand: 08.12.2025
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Alexandra Turbitt, Group VP Partner Organization EMEA, Splunk
(Bild: Splunk)
Auch das neue Cisco 360 Partnerprogramm betrifft die rund 2000 Splunk-Partner. „Anfang dieses Jahres haben wir angekündigt, dass das Splunk-Partnerverse-Programm in Cisco 360 als eigenständiges Portfolio mit einem speziellen Splunk-Partner-Value-Index (PVI) integriert wird“, so Turbitt. Spezialisierung auf bestimmte Themen soll sich im Programm auszahlen. „Für Splunk-Partner, die nicht unbedingt tiefer in die Cisco-Portfolios eintauchen möchten, ist es dennoch möglich, die höchsten Splunk-Partnerstufen in Cisco 360 zu erreichen. Dies ist besonders vorteilhaft für kleinere Partner, da wir weiterhin großen Wert auf die Kompetenzen unserer Partner legen.“
Mit der steigenden Komplexität der IT-Infrastrukturen wächst auch der Markt für Observability-Tools und Plattformen (siehe Kasten). Channel-Partner können hier profitieren, indem sie ihre Expertise in der Integration von Observability‑Stacks ausbauen.