Rezessive Wirtschaftslage und negative Verbraucherstimmung Cherry verfehlt Umsatzprognose für drittes Quartal

Von Sylvia Lösel 2 min Lesedauer

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Die Cherry SE erreicht im dritten Quartal 2024 das Umsatzziel nicht. Als Ursache gibt der Anbieter von Peripheriegeräten die rezessiven Tendenzen im Heimatmarkt Deutschland an. Die Umsatzprognose lag bei 35 Millionen Euro, aktuell geht man von rund 22 Millionen Euro Quartalsumsatz aus

Kaufzurückhaltung im B2B- und im B2C-Segment machen Cherry zu schaffen.(Bild:  DWN Media - stock.adobe.com / KI-generiert)
Kaufzurückhaltung im B2B- und im B2C-Segment machen Cherry zu schaffen.
(Bild: DWN Media - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die Cherry SE erwartet auf Basis aktueller Auswertungen und vor dem Quartalsabschluss ein Umsatzniveau im dritten Quartal 2024 von rund 22 Millionen Euro und liegt damit unter dem prognostizierten Wert von 35 Millionen Euro. Um das Umsatzziel zu erreichen, hätte sich das Unternehmen dem Preisdruck auf dem deutschen Markt beugen und die Profitabilität in einer Weise opfern müssen, die nicht mit dem mittelfristigen Weg der sukzessiven Margensteigerung für Cherry und seine Partner vereinbar ist, heißt es in einer Unternehmensmeldung.

Die Gründe für die Abweichung im Umsatz liegen in der deutlich negativen Konjunkturentwicklung und den rezessiven Wachstumsaussichten in Deutschland. Sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich registriert Chery eine nennenswerte Kaufzurückhaltung bei Peripheriegeräten, basierend auf einem Rückgang der generellen Unternehmensinvestitionen und -ausgaben sowie einer erhöhten Sparquote bei den privaten Haushalten.

Über Cherry

Die Cherry SE ist ein weltweit tätiger Hersteller von High-End-Schaltern für mechanische Tastaturen und Computer-Eingabegeräten wie Tastaturen, Mäuse und Headsets für Anwendungen in den Bereichen Gaming & E-Sports, Office & Hybrid Workplaces, Industry und den Healthcare-Bereich. 1953 gegründet, hat Cherry seinen operativen Hauptsitz in Auerbach in der Oberpfalz (Bayern) und beschäftigt Mitarbeiter in Produktionsstätten in Auerbach, Zhuhai (China) und Wien (Österreich) sowie in mehreren Vertriebsbüros in Auerbach, Pegnitz, München, Landskrona (Schweden), Paris, Kenosha (USA), Taipeh und Hongkong.

Kosteneinsparungs-Programm aufgelegt

Angesichts der erheblichen Unsicherheiten und der sich rapide verschärfenden Rezession im deutschen Heimatmarkt wird sich die Gesellschaft zur Prognose 2024 äußern, sobald eine verlässliche Einschätzung möglich ist.

Oliver Kaltner, CEO der Cherry SE: „Die zunehmenden Negativmeldungen deutscher Großkonzerne bedingen auch einen Blick auf die angespannte Situation in den deutschen mittelständischen Unternehmen. Der GfK-Konsumklimaindex in Deutschland hat sich im September bei -22 Punkten weiter eingetrübt, und führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen für das laufende Jahr von einer Kontraktion des deutschen BIP aus. Die Cherry SE ist international aufgestellt, aber Deutschland ist unser wichtiger Heimatmarkt und somit trifft die schwache Konsumentennachfrage in Kombination mit fehlender volkswirtschaftlicher Wachstumsperspektive auch uns in deutlichem Umfang. Das Unternehmen setzt weiterhin auf profitables Wachstum und nicht auf Umsatz um jeden Preis. Wir Unternehmer benötigen einen sofortigen Bürokratieabbau und eine umfassende Deregulierung. Jedwede weitere Belastung, etwa durch Lieferkettengesetz oder Reportingpflichten, können wir nicht mehr leisten. Das ist die Voraussetzung für Sicherheit bei der Standortplanung.“

Volker Christ, EVP Global Finance & IT, ergänzt: „Aufgrund der aktuellen Herausforderungen im Bereich Gaming & Office Peripherals haben wir mit sofortiger Wirkung ein weiteres Kosteneinsparungsprogramm aufgelegt, mit welchem wir bis Jahresende mindestens 3,5 Mio. Euro unmittelbar cash- und ergebniswirksam erzielen möchten.“

Positiv entwickelt sich dagegen der Geschäftsbereich Digital Health & Solutions, dessen Ergebnis weit über dem vergleichbaren Vorjahresquartal liegt.

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