Regionsübergreifender Gedanke Boll setzt auf Schnelligkeit und Expertise

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Der Value Added Distributor Boll präsentierte bei der diesjährigen Partnerveranstaltung ein Wunderland mit einem bunten Strauß aus verschiedenen Themen. Ein ausgedehnter Team-Gedanke, aktuelle Herausforderungen, neue Gebiete und das aktuelle Wachstum waren einige davon.

Boll-Geschäftsführer Thomas Boll informierte die anwesenden Partner über einige Neuigkeiten beim Distributor. (Bild:  Vogel IT-Medien)
Boll-Geschäftsführer Thomas Boll informierte die anwesenden Partner über einige Neuigkeiten beim Distributor.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Welcome to Wonderland, wo Blumen größer als Häuser sind, Raupen genüsslich rauchen, ein verrückter Hutmacher zum Tee einlädt und eine Herzkönigin das Volk schikaniert. In diese verrückte Welt, die das diesjährige Motto des Boll Channel Happening war, gelangt die junge Alice aufgrund ihrer großen Neugier. Neugier auf neue Gebiete hatte auch der Schweizer VAD Boll. Denn vor etwas mehr als zwei Jahren entschied sich der Distributor das Geschäft neben der Schweiz auch auf Deutschland und Österreich auszudehnen. Seither ist einiges passiert. Unter anderem kam es zu zahlreichen Distributionsverträgen in den neuen Regionen wie mit Onespan, Cyolo oder Netskope. Und die gesamte Gruppe soll weiter zusammenwachsen. „Wir wollen den Team-Gedanken ausdehnen“, beschreibt Gründer und Geschäftsführer Thomas Boll.

So würden Verträge mit Herstellern für die Schweiz teilweise auf Deutschland und Österreich ausgeweitet. In Österreich gelingt das etwas besser als in Deutschland gesteht Boll. Das liegt daran, dass viele der Hersteller schon länger feste Vertriebspartnerschaften in Deutschland pflegen. Dennoch konnten auch für den deutschen Vertrieb einige neue Produkte gewonnen werden und das Geschäft läuft gut. „Wir konnten dieses Jahr ernten, was wir die letzten beiden Jahre gesäht haben“, beschreibt Joachim Walter, Geschäftsführer der Boll Europe, den Stand der Dinge.

In Österreich läuft es so gut, dass das Geschäft an dieser Stelle sogar in eine eigene Gesellschaft überführt wurde. Besonders stolz sei man hier auf die Zusammenarbeit mit Palo Alto. „Das ist ein Ausdruck dessen, dass wir weniger ein Handelshaus als ein IT-Laden sind“, betont der Boll-Chef.

Ein herausforderndes Jahr

Trotz erfreulicher Entwicklungen sieht sich der VAD ebenso mit Herausforderungen konfrontiert. 2024 sei kein einfaches Jahr: Ein rückläufiger Markt, verschobene Großprojekte oder der Fachkräftemangel. „Wir haben immer wichtige Stellen zu besetzen“, so der Geschäftsführer. Besonders Spezialisten werden gesucht. Dramatisch ist dieser Zustand aber nicht. Erst im Juni dieses Jahres holte Boll nämlich Patrick Merz als Head of Sales an Bord und durfte insgesamt 17 neue Teammitglieder begrüßen. Dabei ist beinahe die Hälfte der Belegschaft Engineers. Und diese Expertise scheint den VAD auszumachen. Die Kompetenzen werden Partnern jedoch nicht verkauft. So sind die Tech-Services beispielsweise kostenlos. „Wir transportieren das Knowhow bewusst“, betont Boll. Man konkurriere in keinem Fall mit den Partnern.

Akquisitionen im Systemhausmarkt: negativ als auch positiv für das Geschäft

Ebenso herausfordernd: die starke Konsolidierung in der Systemhauslandschaft. Dadurch minimiert sich teilweise die Anzahl der Partner. Boll bewertet diese Entwicklung daher in der Regel als negativ. Einen positiven Aspekt erkennt hingegen Merz. Wenn ein Partner des VAD von einer großen Gruppe übernommen wird, besteht die Möglichkeit dadurch mit diesem großen Dienstleister in Kontakt zu treten. Anders ist das bei Distributions-Übernahmen. „Es entsteht dadurch eine andere Art des Wettbewerbs“, weiß Walter. Boll wisse sich hier durchzusetzen. Durch die Variation an großen und kleinen Herstellern sowie Nischenprodukten kombiniert mit der technischen Kompetenz, sei Boll flexibel, schnell und könne sich unter anderem gegen Broadliner behaupten. Schnell bedeutet in diesem Fall, das der VAD ein Angebot normalerweise innerhalb von 24 Stunden – teilweise schon früher – liefern kann. Ausschlaggebend dafür ist der Automatisierungsgrad des Distributors – bei der Software dazu handelt es sich um eine Eigenentwicklung. „Auch in Deutschland und Österreich nähert sich der Automatisierungsgrad an den Standard der Schweiz an“, informiert Walter über den Stand der Boll Europe.

Eigene Akquisitionen kämen für den VAD ebenfalls in Frage. „Wenn sich etwas ergibt, sind wir offen dafür“, erklärt Boll. Da jedoch kein Investor hinter dem Distributor steht, müssten solche Schritte genau überlegt sein und alles passen. Aktuell wäre das nicht der Fall. Eine Expansion ins weitere Ausland ist ebenso nicht vorgesehen. Der Fokus liegt klar auf dem DACH-Markt. „In Deutschland gibt es noch großes Wachstumspotenzial“, begründet Boll.

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Neues bieten

Was das Wachstum angeht, hat sich das Unternehmen aber keine klaren Ziele gesetzt. Der VAD-Chef weiß jedoch, Wachstum ist essenziell, um die Zusammenarbeit mit großen Herstellern zu erhalten. „Wir wachsen den Bedürfnissen und Aufgaben entsprechend“, erklärt er daher.

Das Portfolio wächst auch stetig. Mittlerweile umfasst es rund 26 Hersteller. Dabei möchte der VAD künftig in Bereichen wie OT mehr offerieren. Denn genau in diesen Segmenten kämen noch viele neue Lösungen auf den Markt. Auch würden Gesetze wie NIS2 Themen wie PAM (Privileged Access Security) vorantreiben. „Das sind Gebiete, die uns interessieren und in denen wir Kunden viel neues bieten können“, sagt Walter.

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