Operation am offenen Herzen

Beratungshaus Fecher portiert Datenbank-System auf .NET

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Anwendung unter dem Messer

Im Juli 2006 startete Fecher mit einer unverbindlichen Feinanalyse des Anwendungscodes. »In dieser Phase war noch offen, ob die gesamte Anwendung oder lediglich deren Frontend portiert werden sollte«, erinnert sich Schelb. »Um die Projektkosten niedrig zu halten das Risiko klein zu halten, haben wir uns entschieden, erst einmal das Frontend auf .NET zu bringen.« Die Schnittstellen zu den verschiedenen Untersuchungsgeräten hatten seine Entwickler im Laufe der Jahre größtenteils schon in C++ entwickelt. Im November 2006 gab GE Healthcare dann grünes Licht für das Portierungsprojekt.

Anfang 2007 begannen Schelb und sein Team zunächst mit der Vorbereitung des Codes. Dabei wurde die komplexe Frontend-Anwendung durch Partitionierung in einzelne Module zerlegt, damit sich diese schnell portieren und austauschen lassen. »So haben wir nebenbei auch die Anwendungsstruktur vereinfacht«, freut sich Schelb. Von den acht Entwicklern, die sich parallel zum Portierungsprojekt um die Weiterentwicklung für das nächste Release kümmern sollten, hatte er bis dahin einen speziell für das Portierungsprojekt abgestellt. Im Mai war es schließlich soweit: der Code wurde für die Portierung mit dem Ice-Porter-Werkzeug an Fecher übergeben.

600 Fenster, 35.000 Controls, 800 Klassen und über 200 Report Builder Reports wandelte das Systemhaus in lediglich vier Wochen in C#-Code und Crystal Reports um. Neue, noch in Gupta entwickelte Features portierte Fecher gleich mit. Weitere Funktionalitäten für die neue Version programmierten die Entwickler von GE Healthcare nach dem Code-Freeze dann gleich in .NET. »Die Testphase dauerte relativ lange, auch weil wir nachjustieren mussten«, stellt Schelb fest. Besonders schwierig zu portieren war die Funktionsbibliothek MTable zur Erweiterung von Gupta-Tabellen, weil dieser Fall in den zahlreichen Portierungsprojekten von Fecher bislang einfach nicht vorgekommen war. Gemeinsam mit der Ice Tea Group, der amerikanischen Mutter von »The Porting Project«, konnte dieses Problem jedoch behoben werden.

Operation geglückt

Im April 2008 nahm GE Healthcare den portierten Code endgültig ab. »Unter .NET haben wir in die neue Version von Centricity Carddas ganz einfach eine eingekaufte Lösung zur grafischen Darstellung von Statistiken einbinden können. Außerdem sind die mittels Skinning erzeugten Oberflächen jetzt viel konsistenter als noch unter Gupta. In der kurzen Zeit seit der Code-Abnahme haben wir mit der .NET-Remoting-Technologie bereits signifikante Architekturverbesserungen erzielen können.«

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