Schon bald steht das neue Colocation-Rechenzentrum der LEW TelNet in Augsburg-Oberhausen. „Wir haben das Green Data Center so konzipiert, dass es Digitalisierung mit Energiewende und Nachhaltigkeit vereint“, verrät Geschäftsführer Jörg Steins.
Der Baubeginn des neuen Colocation-Rechenzentrums der LEW TelNet in Augsburg steht kurz bevor, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts ist für das zweite Halbjahr 2024 geplant.
(Bild: LEW TelNet)
Viele Unternehmen haben die Kapazitäten nicht, sich um IT-Angelegenheiten zu kümmern. Der Fachkräftemangel, nicht nur in der IT, sondern in vielen Branchen, ist bekannt. Daher übergeben sie – nicht nur mittelständische, sondern auch große Unternehmen – die Thematik gerne an Fachleute, die sich auskennen und denen sie vertrauen. Dazu gehört auch, die eigene Hardware in ein Rechenzentrum extern auszulagern. Künftig beispielsweise in das Green Data Center der LEW TelNet in Augsburg-Oberhausen.
Colocation lautet das Stichwort
Dabei verabschieden sich Unternehmen vermehrt vom Rechenzentrum auf dem eigenen Campus und verlagern stattdessen Server, Storage und andere Systeme zu Colocation-Providern. Colocation-Rechenzentren verfügen in der Regel über eine zuverlässige, redundante Stromversorgung, eine performante Anbindung und moderne Kühlsysteme. Meist haben die Spezialisten auch strenge physische Sicherheitsvorkehrungen implementiert und Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge getroffen. Um all diese Dinge müssen sich die Kunden nicht mehr kümmern, sondern können sich auf den Betrieb ihrer IT-Infrastruktur konzentrieren.
Die ersten Bagger am Bauplatz sind fleißig am Präparieren, der Spatenstich soll noch diesen Sommer erfolgen und die Fertigstellung des LEW TelNet Green Data Centers ist für das zweite Halbjahr 2024 geplant. „Mit dem Bau wollen wir zügig starten, denn die letzten Plätze in unserem bestehenden Colocation-Rechenzentrum sind aufgrund der hohen Nachfrage bald belegt“, erläutert Jörg Steins, Geschäftsführer LEW TelNet.
Mission: Region fit machen für die digitale Zukunft
Das Augsburger Telekommunikationsunternehmen LEW Telnet, zugehörig zur LEW-Gruppe und ansässig in Neusäß, errichtet also ein „grünes Rechenzentrum“. Es soll leistungsstark und vor allem ressourcenschonend, nachhaltig und energieeffizient sein. Der Strom kommt unter anderem aus der benachbarten PV-Anlage und wir setzen auf eine effiziente und nachhaltige Gebäudetechnik. Und selbstverständlich bieten wir unseren Kunden eine hochverfügbare, leistungsstarke und sichere Infrastruktur. Das Besondere am Green Data Center ist genau die Kombination dieser Bausteine.“, so Steins.
Unser Green Data Center vereint Digitalisierung mit Energiewende und Nachhaltigkeit.
Jörg Steins, Geschäftsführer LEW TelNet
Das neue Colocation-Rechenzentrum zeichnet sich durch gute Erreichbarkeit aus. Mit der fortschreitenden Digitalisierung wachsen nämlich die Anforderungen der Kunden. „Auch durch die Erreichbarkeit aus datentechnischer Sicht. Dabei werden wir für optimale Latenzzeiten sorgen. Cloud-Umgebungen müssen zum Beispiel schnell erreichbar sein, so dass auch die Niederlassungen gut und schnell versorgt werden. Geschwindigkeit beim Datenaustausch ist ein Riesenthema“, so Wagner-Hörterer weiter.
Die Umsetzung von Cloud Computing, Digitalisierung, Industrie 4.0, globale Krisen wie der Ukrainekrieg, Umweltprobleme und die steigende Cyberkriminalität – dies alles bringt die Unternehmen dazu, Sicherheitskonzepte für ihre IT-Systeme verstärkt in den Fokus zu nehmen. Auch immer mehr gesetzliche Vorgaben und Verpflichtungen an die Unternehmen, Umweltschutz-Richtlinien einzuhalten, bringen Entscheider dazu, das Thema Nachhaltigkeit gewissenhaft anzugehen. Augsburg sei dabei außerdem ein idealer Standort für das grüne Rechenzentrum in der Region und stellt eine alternative Lokation zu Metropolen Standorten wie Frankfurt oder München dar – gerade für Unternehmen und Einrichtungen, für die räumliche Redundanz beim Rechenzentrumsbetrieb wichtig ist. Hier kommt der Region Augsburg zugute, dass sie bereits hervorragend an die bestehenden Internetknoten angebunden ist.
Jörg Steins (Geschäftsführer LEW TelNet), Ingo Butters (Pressesprecher/Kommunikation LEW), Gabriele Wagner-Hörterer (Key Account Managerin LEW TelNet), Markus Stepper (Projektleiter für das Green Data Center bei LEW TelNet) und Barbara Miletic (Redaktion IT-BUSINESS) (v.l.n.r.).
(Bild: Vogel IT Medien/bm)
Ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement müssen nicht nur große Unternehmen mittelfristig vorweisen können. Ab 2024 bezieht sich das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz auch auf Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten.
Überregional: Mietangebot richtet sich an Kunden deutschlandweit
Das grüne Rechenzentrum der LEW Telnet ist also sowohl für regional ansässige Unternehmen als auch für Kunden außerhalb der Region nutzbar. Das Angebot, Stellplätze (Racks) für die eigene Hardware anzumieten, richtet sich an Kunden aus verschiedenen Sektoren unterschiedlicher Größe – das kann der (Industrie-) Mittelstand, ein großes Unternehmen, die Kommune oder das IT-Systemhaus sein. Die Mietmodelle sind unterschiedlich. Im Endausbau bietet das Green Data Center auf einer Fläche von 1.900 Quadratmetern Platz für insgesamt 600 Racks. Neben halben und ganzen Racks, auch mit High Density - also besonders hohen Leistungen- Varianten, können auch Cages, also speziell gesicherte Einhausungen, in unterschiedlichen Größen angemietet werden. Zusätzlich zum Colocation-Angebot gibt es weitere Dienstleistungen: diverse Clouddienste, die Bereitstellung von Mietservern oder die „helpings hands“ – die Ausführung kleinerer Arbeiten vor Ort für Kunden, die längere Anfahrtswege haben.
Stand: 08.12.2025
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Aus Batteriebetrieb wird kinetische Energie
Das Green Data Center hat ein umfassendes Business Continuity Konzept inklusive einer Notstromversorgung für mehrere Tage. Für die unterbrechungsfreie Stromversorgung – also den Zeitraum von wenigen Sekunden, bis die Notstromversorgung übernimmt – ist aktuell geplant, dass im Green Data Center kinetische Energiespeicher zum Einsatz kommen sollen. Dabei handelt es sich um eine Schwungmasse, die ständig in Rotation gehalten wird und im Bedarfsfall einen Generator unterbrechungsfrei weiter antreibt. Damit stellen sie eine Alternative zu Batteriespeichern dar. „Das ist ein Beispiel dafür, wie wir planen, nachhaltige, verlässliche und wirtschaftliche Technologien einzusetzen“, führt Markus Stepper, Projektleiter für das Green Data Center bei LEW TelNet, aus.
Der Baubeginn steht kurz bevor, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts (mit den ersten beiden Modulen inklusive einer brandschutztechnischen Trennung) ist für das zweite Halbjahr 2024 geplant. In einer zweiten Ausbaustufe folgen die Module 3 und 4. „Zwischen den beiden Bauphasen können wir auf mögliche Änderungen bei rechtlichen Vorgaben, die bis dahin eintreten können, entsprechend reagieren. Zum Beispiel in Bezug auf Kältemittel und deren GWP-Werte“, erklärt Markus Stepper.