Atos in Schwierigkeiten Atos in der Krise: Strategische Verkäufe sollen Zukunft sichern

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Atos SE, einst eines der größten IT- und Tech-Unternehmen Frankreichs, steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und versucht mit Veräußerungen den Schuldenstand abzubauen. Der französische Staat zeigt Interesse an den Aktivitäten im Bereich Advanced Computing und plant, dafür Hunderte Millionen auszugeben.

Das Atos -Hauptquartier in Bezons, Île de France.(Bild:  ROMI/REA)
Das Atos -Hauptquartier in Bezons, Île de France.
(Bild: ROMI/REA)

1997 wurde Atos durch die Verschmelzung zweier französischer Unternehmen gegründet und wuchs seither zu einer der größten Firmen in den Sektoren Technologie und IT des Landes. Doch seit Anfang 2024 steckt Atos SE in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, was auf Basis der Berichterstattung von Le Monde vordergründig an verpassten Möglichkeiten zu Umstrukturierungen liegt, und man habe „eine Reihe schlechter strategischer Entscheidungen getroffen, bis es implodierte“. Im Mai wurde ein Schuldenberg von 5 Milliarden Euro berichtet und seither ist man darum bemüht, dem Unternehmen mit den Verkäufen von Vermögenswerten und anderen Assets eine Zukunft zu gewähren.

An den IT-Services zeigte etwa der tschechische Milliardär Daniel Křetínský Interesse, während Airbus mit den Divisionen rund um Cybersicherheit und HPC liebäugelte, doch beide Deals kamen nicht zustande. Auch Thales SA, mit Fokus auf die Verteidigung-Branche, zog die Akquise von einigen der unternehmenskritischen Anlagen der Big-Data- und Cybersicherheits-Sparte von Atos in Betracht. Ein Angebot steht bisher aus. Dafür ist wieder ein Angebot vom französischen Staat auf dem Tisch der Verantwortlichen gelandet, nachdem ein erstes abgelaufen war.

Das erste Angebot bezog sich auf die Geschäftsbereiche Advanced Computing, Mission-Critical Systems und Cybersecurity Products von Big Data & Security (BDS), doch man kam bei den Verhandlungen nicht überein. Das neue Angebot wurde lediglich für die Advanced-Computing-Bereiche von Atos abgegeben.

Frankreich will strategisch wichtige Assets sichern

Das Angebot, das am 31. Mai 2025 ausläuft, umfasst den Bereich Künstliche Intelligenz von Atos sowie die Supercomputer, die von Forschern, der Atomindustrie und dem Militär genutzt werden und im vergangenen Jahr rund 570 Millionen Euro Umsatz generiert haben. Die fortschrittlichen Rechenanlagen, die Teil der Atos-Einheit Big Data & Security sind, gelten als strategisch wichtig für den französischen Staat.

Atos habe ein „unverbindliches Angebot des französischen Staates für den möglichen Erwerb von 100 Prozent der Advanced Computing-Aktivitäten seiner BDS-Sparte erhalten, das auf einem Unternehmenswert von 500 Millionen Euro basiert, der möglicherweise auf 625 Millionen Euro einschließlich Earn-outs erhöht werden kann.“ In diesen Bereichen von BDS sind rund 2.500 Personen angestellt.

„Wie mit den Finanzgläubigern vereinbart, wird ein unabhängiger, von der Gesellschaft beauftragter Sachverständiger eine Bewertung des veräußerten Bereichs vornehmen, um insbesondere zu prüfen, ob die Bedingungen der Transaktion einen angemessenen Marktwert darstellen“, teilt Atos mit. Des Weiteren soll ein förmliches Verkaufsverfahren für die verbleibenden Teile von BDS eingeleitet werden, die die sogenannten unternehmenskritischen Systeme und die Cybersicherheits-Sparte von Atos umfassen.

Bereits Anfang November 2024 unterschrieben die Verantwortlichen von Atos eine verbindliche Vereinbarung mit den Leuten von Alten SA über den Verkauf von Worldgrid für einen Unternehmenswert von 270 Millionen Euro. Worldgrid bietet Beratungs- und Ingenieurdienstleistungen für Energie- und Versorgungsunternehmen an, und beschäftigt rund 1.100 Angestellte. (sb)

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