Vorstandsvorsitzender Martin Vorderwülbecke verlässt den Konzern Arques-Spitze verliert dritten Manager in Folge
Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Vorderwülbecke hat die Starnberger Investorengruppe Arques AG verlassen. Dem Konzern gehören unter anderem die Distributoren Actebis Peacock und NT Plus sowie die Distributorenholding Tiscon mit COS, Chikara und Topedo. Binnen kurzer Zeit haben damit drei Vorstände das Handtuch geworfen. Die Börse reagierte prompt, der Aktienkurs verlor zwischenzeitlich 20 Prozent. Der Aufsichtsrat hat Dr. Michael Schumann zum Nachfolger für Vorderwülbecke berufen.
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Über den Abgang des Arques-Vorstands-Chefs Dr. Martin Vorderwülbecke wurde Ende vergangenen Jahres bereits heftig spekuliert. Trotzdem kam jetzt der Schritt für viele überraschend. Denn noch im Oktober vergangenen Jahres hatte Vorderwülbecke entsprechende Medienberichte heftig dementiert mit dem Hinweis, sein Vertrag laufe noch bis Ende 2008. Vorderwülbecke ist damit bereits der dritte Vorstandsvorsitzende, der binnen zwei Jahren die Segel bei Arques gestrichen hat. Vor ihm waren bereits Firmenmitgründer Peter Löw und Markus Zöllner gegangen.
Der Abgang zum jetzigen Zeitpunkt erfolge aus persönlichen Gründen, ließ Vorderwülbecke in einer Presseerklärung verlauten. »Der Finanzmarkt hat in den letzten Wochen wissen wollen, ob ich meinen Vertrag verlängern werde. Auf diese Frage war ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht eingestellt. Zu solch einer langfristigen Bindung, wie sie die MDAX-Mitgliedschaft verlangt, war ich aber persönlich nicht bereit, zumal nun der Zeitpunkt für einen Wechsel günstig ist und ein hervorragender natürlicher Nachfolger bereitsteht. Meine Familie freut sich nach überaus intensiven Berufsjahren schon sehr auf mich. Eine neue berufliche Tätigkeit habe ich naturgemäß noch nicht geplant.«
Zum 1. Februar wird Dr. Michael Schumann, Mitgründer der Arques AG, die Nachfolge Vorderwülbeckes antreten. Schumann war bereits seit 1999 in den Vorgängerfirmen der Arques tätig und leitete seit Gründung der Arques im Jahr 2003 als Vorstand die Abteilung Akquisitionen. Den Vorstandsvorsitz teilt er sich nun mit den beiden ebenfalls langjährigen Arques-Managern Felix Frohn-Bernau und Bernd Schell.
Vorauseilende Beschwichtigungen
Arques bemühte sich, möglichen Spekulationen im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen: »Martin Vorderwülbecke hat erst vor wenigen Tagen Arques-Aktien nachgekauft, die er weiterhin halten möchte. Er wird weder eine Abfindung noch eine Pension oder sonstige Leistungen von Arques erhalten. Er wird auch nicht in den Aufsichtsrat wechseln«, hieß es in der Unternehmensmitteilung. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Georg Obermeier dankte Vorderwülbecke »für die geleistete wertvolle Arbeit.« Er respektiere seine persönliche Entscheidung, sich gegen eine mehrjährige neue Vertragsbindung zu entscheiden.
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