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Schumann: Weitermachen wie bisher
Schumann will das bisherige »Geschäftskonzept fortführen, allerdings klar darauf achten, dass Arques nicht mit einer Private Equity-Gesellschaft verwechselt werden kann«, sagte er. Das Geschäftskonzept fortführen heißt allerdings auch, dass der Konzernumsatz binnen 2008 von derzeit rund zwei Milliarden Euro auf über sechs Milliarden Euro steigen soll. Den Löwenanteil am Umsatz steuern derzeit mit 4,5 Milliarden Euro ganz klar die Distributionsunternehmen bei.
Bislang zeigte sich die Börse davon unbeeindruckt: Nach einem kurzen Höhenflug Anfang 2007 sinkt der Aktienkurs stetig. Ex-Vorstandschef Löw verkaufte im Februar 2007 noch rechtzeitig seine Anteile, ehe er das Unternehmen verließ. Die Anleger heute argwöhnen jedenfalls zur Stunde nichts Gutes, der Kurs fiel im Tagesverlauf um 20 Prozent, nachdem der Abgang Vorderwülbeckes bekannt wurde, der Schlusskurs lag noch 12 Prozent im Minus.
Auf dem Börsenparkett schlägt Arques immer wieder Misstrauen entgegen. 2006 war der Kurs schon einmal eingebrochen, nachdem die Bilanz des Jahres 2004 in zahlreichen Punkten korrigiert werden musste. Nun sind es die schnellen Managementwechsel, die die Börsianer nervös machen.
Arques und die Distribution
Bis zum Einstieg in die Distributionsbranche Anfang 2007 hatte sich Arques Industries AG vor allem einen Namen als Sanierer gemacht, der marode Firmen in unterschiedlichen Branchen aufkauft, diese saniert, und möglichst schnell wieder verkauft. Mit dem Einstieg in den IT-Distributionsmarkt wollte der Konzern offenbar seinen Kurs ändern und sich stärker auf die Tätigkeit als Investor positionieren – ohne dabei den mittelfristigen Verkaufsgedanken zu verhehlen.
Beginnend mit der Übernahme von COS Distribution Anfang 2007 durch die Arques-Tochter Tiscon ging Arques Industries AG vor allem in der deutschen Distributionsszene auf Fischzug und kaufte auch Chikara. Man werde künftig in der europäischen Distributionsszene kräftig mitmischen, lautete die auch von Vorderwülbecke hoch gehaltene Devise. Den Zukauf geeigneter Unternehmen überließ Arques seitdem nicht nur Tochter Tiscon. Schlag auf Schlag angelte sich Arques im Juli 2007 selbst Teile der Actebis-Gruppe, Ende 2007 folgte der Übernahmevertrag mit dem Osnabrücker TK-Distributor NT plus. »Die Actebis-Gruppe ist ebenso wie NT plus ein profitables Unternehmen, hier gibt es keine Notwendigkeit zur Sanierung«, erklärte Ex-Arques-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Vorderwülbecke gegenüber IT-BUSINESS im Juli 2007.
Der Deal soll nach ursprünglicher Planung noch im Januar 2008 in trockenen Tüchern sein und noch lange nicht das Ende der Fahnenstange markieren, »Wir prüfen hier alle Optionen, europaweit«, stellte Vorderwülbecke damals im Gespräch mit IT-BUSINESS klar.
Ob und wie die Zusammenarbeit von Actebis Peacock und NT plus konkret aussehen wird, ist derzeit noch unklar. Fest steht laut Aussage der beteiligten Unternehmen lediglich, dass beide Firmen vorerst operativ unabhängig unter einem gemeinsamen Holding-Dach agieren sollen. Zudem soll Actebis Peacock noch im Laufe des Jahres 2008 an die Börse gebracht werden.
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