Mit einem EBITDA von 286 Millionen Euro und einem Umsatzplus von 39 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro präsentiert der Broadliner Also positive Zahlen für das Geschäftsjahr 2025. Besonders das Cloud-Geschäft trägt zu diesem Ergebnis bei.
Trotz herausfordernder Marktbedingungen konnte Also 2025 wachsen und den Umsatz von 11 auf über 15 Milliarden Euro steigern. Eine wichtige Säule war hier das Cloud-Business.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Der Schweizer IT-Broadliner Also blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. CEO Wolfgang Krainz präsentierte gemeinsam mit dem Vorstand einen Jahresbericht, der unter dem Motto „Navigating Change“ steht. Trotz herausfordernder Marktbedingungen konnte der Distributor seine Position weiter ausbauen und dabei weiter wachsen.
Anstieg der Finanzkennzahlen
„Was wir auf der einen Seite sehen, ist eine Zunahme der Unsicherheit und starke Auswirkungen der Veränderungen, die um uns herum stattfinden“, so der Also-CEO Wolfgang Krainz. Auf diese Veränderungen habe man reagiert und folgendes Ergebnis erzielt: Mit einem EBITDA von 286 Millionen Euro legte Also gegenüber dem Vorjahr (234,1 Millionen Euro) um 22 Prozent zu. Der Return on Capital Employed (ROCE) erreichte bereinigt 25,2 Prozent. Damit übertraf das Unternehmen die eigene Prognose von 17 Prozent, auch wenn der Wert unter dem Vorjahresergebnis von 29,6 Prozent liegt.
Der Gesamtumsatz kletterte um 39 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro und übertraf damit erstmals in der Unternehmensgeschichte die 15 Milliarden-Marke. 2024 lag dieser bei 11 Milliarden Euro. Gleichzeitig wuchs der Cashbestand von 731 in 2024 auf 830 Millionen Euro an.
Cloud-Geschäft als Wachstumsmotor
Das Herzstück der positiven Entwicklung bildet das Cloud-Geschäft mit einem Umsatz von fast 1,6 Milliarden Euro (2024: 1,1 Milliarden Euro). Die Zahl der Unique User stieg von 4,4 auf 5,9 Millionen. Dabei macht das Cloud-Geschäft etwa 10 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Also-CEO Wolfgang Krainz
(Bild: Also)
Neben dem boomenden Cloud-Geschäft setzt Also verstärkt auf das Lösungsgeschäft als zweiten strategischen Wachstumsschwerpunkt. Hier strebe der Distributor eine andere Verbindung zu den Resellern an, um deren Anforderungen und Bedürfnisse besser verstehen zu können. Das Lösungsgeschäft geht dabei weit über den reinen Verkauf von Hardware und Software hinaus: Es umfasst den Verkauf von Kompetenzen, technischem Knowhow bei der Implementierung, Schulungen sowie die Erstellung zertifizierter Lösungen für Endkunden. So machte beispielsweise der Supply-Bereich 9,7 Milliarden Euro des Umsatzes aus.
Strategische Optimierungen zahlen sich aus
„Der Erfolg des Unternehmens basiert auf der Breite und Qualität seiner Geschäftsmodelle und einer klaren operativen Führung mit einer starken Kosten- und Cashflow-Disziplin. Ein striktes Working Capital Management und kontinuierliche Effizienzsteigerungen haben sich bewährt und stärken langfristig die finanzielle Robustheit des Unternehmens“, erklärt Krainz. Das zeigt sich auch in Zahlen. Der Return pro eingesetztem OPEX (Operational Expenditure) verbesserte sich von 23,9x auf 24,9x.
Ausschlaggebend für die positive Entwicklung waren laut Also vor allem:
Anfang 2025 vollendete Also die Übernahme der Westcoast-Gruppe. Diese strategische Erweiterung in Großbritannien, Irland und Frankreich unterstreicht die M&A-Strategie, die das Unternehmen weiterführen möchte.
Also verfolgt dabei den Ansatz: Akquisitionen werden getätigt, wenn sie einen positiven Cashflow generieren, Rechtssicherheit und Skalierbarkeit besteht und nur in Gebieten, in denen der Distributor noch nicht vertreten ist.
Lieferkettenherausforderungen als strategische Chance
In der derzeitigen Problematik der Speicherpreise und Lieferketten sieht Also auch Chancen. „Wir haben sehr früh ein spezielles ‚Opportunity‘-Team gebildet, das sich gezielt mit der veränderten Lieferkettensituation auseinandersetzt“, erklärt der CEO. Die möglicherweise eingeschränkte Versorgung in bestimmten Produktkategorien schaffe viele Möglichkeiten für den Distributor, eine starke Position einzunehmen. Besonders die kürzeren Planungszyklen erfordern neue Strategien: So arbeite der Distributor mit kürzeren Zyklen und steht in engem Austausch mit den Herstellern. „In dieser Zeit werden Unternehmen wie Also noch wichtiger, weil wir eine Brücke schlagen zwischen der Produktionskapazität und der Nachfrage auf dem Markt.“
Marktumfeld erfordert Flexibilität
Trotz der positiven Gesamtentwicklung blieb Also auch 2025 von Marktherausforderungen nicht verschont. „Wir haben gesehen, dass einige unserer großen Märkte in der ersten Jahreshälfte langsamer als erwartet wieder zu Wachstum zurückgekehrt sind“, räumt Krainz ein. Die Erholung der großen Volkswirtschaften und deren IT-Ausgaben kamen später als ursprünglich Mitte des Jahres prognostiziert. Mit dem Ergebnis ist der Broadliner aber dennoch sehr zufrieden und sieht sich insbesondere in diesen geopolitisch angespannten Zeiten gut aufgestellt. „Wir glauben, dass wir als börsennotiertes Schweizer Unternehmen bestens gerüstet sind, um auch in Zukunft nicht nur amerikanische Produkte und Dienstleistungen, sondern auch Produkte aus Asien oder zunehmend aus Europa vertreiben zu können.“
Optimistische, aber realistische Zukunftsprognosen
Für das Geschäftsjahr 2026 zeigt sich Also ambitioniert und prognostiziert:
ein EBITDA zwischen 300 und 340 Millionen Euro,
und einen ROCE von über 20 Prozent.
Die mittelfristige Prognose (drei bis fünf Jahre) bleibt unverändert bei einem EBITDA zwischen 425 und 525 Millionen Euro und einen ROCE von über 25 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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Diese Ziele sollen durch weitere Optimierungen im Vendor-, Reseller- und Produktkategorie-Mix sowie durch fortgesetzte Effizienzsteigerungen erreicht werden. Auch künftige Akquisitionen sind in der mittelfristigen Planung berücksichtigt. Weiter möchte der Distributor weiter an der MORE- und WIN-Strategie festhalten.