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Acumatica kommt als Lexbizz daher

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Acumatica kommt via Lexbizz über den großen Teich.
Acumatica kommt via Lexbizz über den großen Teich. (Bild: ©-NLshop - adobe.stock.com - [M] Udo Scherlin)

Acumatica-Technologie aus den USA vollzieht den Sprung über den großen Teich. Lexbizz hat die ERP-Plattform für den DACH-Markt lizenziert und wird sie kuratieren, Erweiterungen organisieren und für den deutschsprachigen Markt rechtskonform anpassen.

Beim Plan, die US-amerikanische ERP-Plattform Acumatica hierzulande zu etablieren, spielt der Channel eine zentrale Rolle, „weil ISVs und Partnerunternehmen die vertikalen, branchenspezifischen Module und Funktionserweiterungen für Lexbizz programmieren, die sie dann auch über unser Partner-Ökosystem vermarkten können“, erklärt Carsten Schröder, President of Cloud ERP bei Lexware. „Lexbizz“ wurde – wenn man so will – als „Startup innerhalb der Haufe Group“ gegründet, so Schröder. Mit einer offenen ERP-Plattform soll hier ein neuer Ansatz im Haufe-Portfolio etabliert werden, wobei Lixbizz SaaS-Lizenzen vermietet und sich vor allem um die Kuratierung des Acumatica-Modells, das Hosting sowie die Evolution der Kernmodule kümmert. Erklärte Zielgruppe für Lexbizz ist der SMB-Markt bis hin zum gehobenen Mittelstand. „Die sichtbarsten Hauptkonkurrenten sind durchaus die großen Player im ERP-Umfeld, also beispielsweise Microsoft, SAP und Sage“, sagt der Lexware-Manager.

Offene Plattform statt Suiten

„Es sind viele alte ERPs im Einsatz, die jetzt technologisch den Anschluss verlieren“, erläutert Schröder. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass von den rund 400 ERP-Systemen auf dem DACH-Markt in 10 Jahren nur noch 50 übrig sind.“ Neben Akteuren aus dem Microsoft-Umfeld seien es daher vor allem Geschäftsführer von ERP-Systemintegrator-Firmen, die noch mit eigenen Systemen auf dem Markt sind, die Lexbizz derzeit als Partner an Bord begrüßt. Was diesen Aspekt angeht, betont Schröder: „Unsere Plattform verfolgt einen 100-prozentigen Cloud-Ansatz und hat den Anspruch, dank integrierter KI- und ML-Funktionalität zukunftssicher zu sein.“ Acumatica fahre ein anderes Geschäftsmodell als beispielsweise SAP, indem es mehr auf herstellerunabhängige Anbindung an eine offene Plattform über Schnittstellen setze. „SAP hat ein großes, stabiles Kernsystem, und Innovationen werden zugekauft und in Suiten gepackt, was zu einer heterogenen und geschlossenen Systemlandschaft führt“, ist Schröder überzeugt.

Wertschöpfungsmöglichkeiten für Entwickler

Die Module der ISVs werden bei Lexbizz über einen Store – wie das Kernsystem in SaaS-Manier gebucht. „Nehmen wir als Beispiel ein hinzubuchbares Modul für ein Produktionsunternehmen mit komplexer Variantenkonfiguration wie etwa den Gewürzhandel – das ist so speziell, dass es als Modul gut aufgehoben ist.“ Entwickelt ein Partner hingegen beispielsweise eine eCommerce-Schnittstelle, könnte die Zielgruppe groß genug sein, dass diese Partnerleistung in den Core wandert, nachdem sich in Hinblick auf die Konditionen geeinigt wurde. So ergeben sich drei Möglichkeiten, wie Programmierleistung der Partner einfließen kann: „Add-Ons werden eigenständig vom Partner vermarktet. Erfolgreiche Module, die breiten Anklang finden, können zu einem Lexbizz-Standard-Modul werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass Partnerleistungen in den Core von Lexbizz wandern – beispielsweise eine eCommerce-Anbindung.“

Derzeit sind 50 Partner im Consulting oder der Modulprogrammierung aktiv. Schröder will diese Anzahl auf zunächst 300 im DACH-Markt ausbauen.

No-Code- und Low-Code-Ansatz beim Customizing

Bei Lexbizz wird zwischen drei Klassen von Partnern unterschieden: Vertriebspartner im Sinne von Tippgebern, Implementierungspartner sowie ISVs und Entwicklungspartner. Vertriebspartner beraten und vermitteln Kunden an Implementierungspartner, wofür sie einen Anteil an den monatlichen SaaS-Gebühren erhalten, der im Grunde frei mit dem Implementierungspartner ausgehandelt werden kann. Nur eine „Minimal Fee“ bildet die Untergrenze. Implementierungspartner übernehmen Leads aus dem Kreise der Vertriebspartner, führen die Software beim Kunden ein und nehmen auch Customizing vor. „Beispielsweise was das Layout von Dokumenten wie Rechnungen angeht oder die Gestaltung der Benutzeroberfläche. Das geschieht im No-Code-Ansatz, also mehr oder weniger per Drag and Drop oder in einem Low-Code-Ansatz, wenn es die Workflow-Engine beziehungsweise die Business-Logik betrifft“, erklärt der Manager.

ISVs und Entwicklungspartner entwickeln die Software vertikal und horizontal weiter. Nach dem Vorbild des Acumatica-Stores in den USA soll hier eine Vielzahl an Add-Ons, Modulen und Erweiterungen entstehen. Voraussichtlich Ende des Jahres geht der Store online.

Azure und Teams

Das Unternehmen verfolge als ERP den „System of Results “ statt den „System of Records“-Ansatz, sagt Schröder, nutzt also neue Möglichkeiten durch KI und ML. „Wir haben die Künstliche Intelligenz und entsprechende Funktionalitäten dabei nicht neu erfunden, sondern setzen auf eine enge Partnerschaft mit Acumatica als technologischer Mutter und Microsoft mit der Azure-Plattform.“ Auch die IoT-Funktionen speisen sich aus diesem Umfeld. Lexbizz wird in Deutschland exklusiv auf Azure gehostet. „Dadurch profitieren wir von zwei global aufgestellten Innovationsnetzwerken“, führt der Manager aus. Aktuell wird an der Integration von Microsoft Teams in die ERP-Plattform gearbeitet. Diese könnte Ende des Jahres vollzogen sein, wenn die Planungen aufgehen.

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