Mit Business-Kunden und leichten Notebooks raus aus dem Tal

Acer-Chef Wilfried Thom glaubt an den Erfolg der Ultrabooks

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„Der Marktanteil wird schnell nach oben gehen“

Wilfried Thom, neuer Country Manager von Acer Deutschland
Wilfried Thom, neuer Country Manager von Acer Deutschland

ITB: Herr Thom, um noch einmal auf das Portfolio zurückzukommen: Bei den Ultrabooks gehen die Meinungen weit auseinander – für die einen ist es der neue Top-Trend, für die anderen ein Flop, der nur auf einem Marketing-Hype basiert, aber nicht auf echter Kundennachfrage. Wie schätzen Sie dieses Marktsegment ein?

Thom: Wir glauben, dass im Consumer-Segment die Ultrabooks auf großes Interesse stoßen, insbesondere bei den Early Adopters. Sie entsprechen der Kundenphilosophie, dass man überall und jederzeit online gehen will.

ITB: Und wie sieht es bei Anwendern im Business-Segment aus?

Thom: Die bedienen wir mit Ultra-Thin-Notebooks, denn Professionals haben andere Anforderungen. Diese wollen beispielsweise Geräte mit TPM und Dockingstations, wie unser Travelmate 8481.

Was halten Sie von der These, dass mit dem Erfolg der Tablets auch Desktop-PCs eine Renaissance erleben – auf Kosten des Notebook-Anteils, weil Nutzer für die „richtige“ Arbeit auf leistungsstarke Rechner setzen, unterwegs dagegen mit Smartphones und Tablets zufrieden sind?

Heutige ULV-Prozessoren sind nicht mehr so schwach wie frühere Modelle. Aktuelle Notebooks haben also eine sehr gute Performance, daher gibt es keine Notwendigkeit für stärkere Desktop-PCs. Mit dem Iconia Tab W500 haben wir sogar eine ausgesprochene Hybrid-Lösung im Programm: einen Tablet-PC, künftig mit Windows 8, dessen Tastatur man bei Bedarf abnehmen kann, sodass er sich sowohl für mobiles wie für stationäres Arbeiten eignet. Dank USB 3.0 und Thunderbolt werden künftige Geräte im stationären Einsatz sogar auf einen Port-Replikator verzichten können und dadurch noch dünner werden, was die Mobilität verbessert.

ITB: Aber die Verkäufe bleiben bislang hinter den Erwartungen zurück?

Thom: Stand heute ist der Marktanteil der Ultrabooks erst bei zwei Prozent. Das sind aber Geräte ohne Instant-on und Instant-Connect, außerdem gibt es bislang ja nur 13-Zoll-Ultrabooks. Die kommenden Modelle mit 14- und 15-Zoll-Diagonale werden echte Masse bringen. In unserem Portfolio wird die gesamte Timeline-X-Familie komplett auf das Ultrabook-Format umgestellt – das entspricht einem Anteil von 15 Prozent unserer Verkäufe.

ITB: Problematisch ist ja auch das Preisniveau – Preise wie für das Macbook Air können andere Hersteller als Apple wohl nicht durchsetzen.

Thom: Die Ultrabooks, die rein auf SSD basieren, kosten bisher ab 1.000 Euro. Mit dem S3 haben wir bereits ein Modell mit HDD/SSD-Kombi, und das startet schon bei 700 Euro. Ausserdem werden wir mit den neuen 14- und 15-Zoll-Timeline Ultra noch interessantere Preispunkte realisieren können.

Mit einem Marktanteil von 40 Prozent wie Intel rechnen wir bei den Ultrabooks noch nicht so bald, aber wir gehen schon davon aus, dass der Marktanteil sehr schnell in den zweistelligen Bereich geht, wie zuvor bei den Tablets.

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