MSI R9 Fury X 4G mit neuer AMD Fiji-XT-GPU und HBM als Speicher 4K-Grafikkarte mit superschnellem Speicher und Wasserkühlung
Nun ist der neue High-End-Grafikchip von AMD endlich da. Mit neuartigem High Bandwith Memory (HBM), die Speicherchips sind hier gestapelt, und der neuen Fiji-XT-GPU sollen Radeon-R9-Fury-X-Karten wie die MSI R9 Fury X 4G vor allem beim Spielen mit 4K-Auflösung eine bisher unerreichte Leistung liefern.
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Bisher hatte AMD noch keinen Grafikchip zu bieten, der fähig war, den Maxwell-GM200-Chips auf Nvidias Geforce Titan X oder der neuen Geforce GTX 980 Ti Paroli zu bieten. Das hat sich nun mit dem Fiji XT auf der neuen R9 Fury X geändert. Er ist mit 4.096 Stream-Prozessoren, verteilt auf 64 Recheneinheiten, der bislang komplexeste AMD-Chip. Der auch gerade neu vorgestellte AMD Radeon R9 390 X bringt es hier „nur“ auf 44 Recheneinheiten. Um die GPU auch schnell genug mit Daten zu füttern, setzt AMD beim Radeon R9 Fury X nicht auf die bewährte GDDR5-Technik für den Grafikspeicher, sondern auf High Bandwith Memory (HBM). Bei dieser Technik werden jeweils vier DRAM-Dies gestapelt und als so genannte Stacks rund um den Grafikchip angeordnet. Die vier DRAM-Dies sitzen auf einem Basis-Die und sind durch jeweils zwei 128 Bit breite Datenleitungen mit diesem verbunden. Damit liegt die Busbreite eines HBM-Stacks bei 1024 Bit gegenüber 32 Bit bei herkömmlichen GDDR5-Chips. Der Speicher selbst ist bei HBM mit 500 MHz niedriger getaktet als GDDR5 mit bis zu 1.750 MHz.. Durch den breiteren Bus liegt die Speicherbandbreite bei einem HBM-Stack bei mehr als 100 GB/s, GDDR5 leistet maximal 28 GB/s pro Chip.
Zudem kommt HBM mit 1,3 statt 1,5 Volt Versorgungsspannung aus. Die Verbindung zwischen den Stacks, die R9 Fury X besitzt davon vier für insgesamt vier GB Grafikspeicher, und der GPU stellt ein Interposer-Chip her. Der ist dann auf die Platine der Grafikkarte aufgelötet. Die Verbindung zwischen den einzelnen Bestandteilen der Stacks und dem Interposer mit einer Technik hergestellt, die sich Through Silicon Vertical Interconnect Access nennt (TSV), die Datenleitungen laufen also vertikal durch die Dies.
Zudem kommt HBM mit 1,3 statt 1,5 Volt Versorgungsspannung aus und ist damit sparsamer als GDDR5.
Schnellerer Speicher und kleinere Karten
Die neue HBM-Technologie hat zwei Vorteile. Der eine liegt in der höheren Speicherbandbreite, der andere in kompakteren und einfacher aufgebauten Grafikkarten. Bei der Speicherbandbreite gibt AMD für R9-Fury-X-Karten 512 GB/s an, eine Radeon R9 390X mit GDDR5 bringt es auf 384 GB/s. Geforce Titan X und Geforce 980 TI kommen laut Nvidia auf 336,5 GB/s. Das noch größere Problem bei Grafikkarten mit GDDR5 und großem Grafikspeicher liegt in der schieren Menge der Speicherchips und den komplexen Datenleitungen auf den Karten. So sitzen etwa auf einer R9-390X-Grafikkarte nicht weniger als 16 einzelne Speicherchips, die über 32-Bit-Datenleitungen mit der GPU verbunden sind. Das führt nicht nur zu einem komplexen Platinenlayout, sondern auch zu entsprechend großen Grafikkarten. Karten mit AMDs Radeon R9 Fury X sind dagegen vergleichsweise kompakt, müssen aber derzeit mit Wasser gekühlt werden, da die GPU und die vier HBM-Stacks viel Wärme auf wenig Fläche produzieren.
MSI R9 Fury X 4G
Auch bei der MSI R9 Fury X 4G kommt daher eine Wasserkühlung zum Einsatz. Durch den Kühlkörper mit integrierter Pumpe belegt die nur 19 Zentimeter lange Karte zwei Slots im Rechner. Mit zum Lieferumfang der Karte gehört ein Radiator mit 120-mm-Lüfter, der im Gehäuse montiert wird. Die Wasserkühlung ist ein geschlossenes und wartungsfreies System, die laut MSI die GPU-Temperatur auch unter Last bei maximal 50 Grad Celsius hält. Die MSI R9 Fury X 4G unterstützt AMD Freesync bei geeigneten Monitoren für ein flüssiges Spielen ohne Tearing. Bei kommenden VR-Brillen, die zu AMDs Liqid-VR kompatibel sind, soll das Headtracking mit geringerer Latenz funktionieren.
Eine MSI-Spezialität ist das Afterburner Overclocking Utility mit Videoaufnahme bei Spielen, Lüftersteuerung, einer Fernsteuerung der Karte mittels iOS- oder Android-Gerät und einem DirectX-12-Benchmark. Die MSI R9 Fury X 4G ist ab Juli für 699 Euro (UVP) erhältlich.
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